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Baum im Pücklerpark übersteht Vandalismus

Im Sommer haben Unbekannte im Weltkulturerbe eine Sumpfzypresse beschädigt. Der Baum braucht Hilfe.

© Archivfoto: André Schulze

Von Alexander Buchmann

Bad Muskau. Es war sinnlose Zerstörung. Nachdem Unbekannte im Sommer 2015 bei einer Sumpfzypresse unweit des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau die Hälfte der Rinde abgerissen haben, standen die Chancen für ein Überleben des Baumes fünfzig-fünfzig. Mittlerweile fällt die Einschätzung von Parkmeister Bernd Witzmann positiver aus.

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Der Baum habe gute Chancen, erklärt Witzmann unlängst auf Nachfrage der SZ. Im Oktober habe man die Folie und das Gewebe abgewickelt, das man unmittelbar nach der Beschädigung um den Stamm gewickelt hatte. Das positive Ergebnis: Die lebenden Zellen darunter haben sich in der Zwischenzeit vermehrt. Das heißt es bildet sich langsam neues Gewebe und eine neue Rinde. Es finde also eine Wundheilung statt, erklärt der Parkmeister. Bernd Witzmann spricht diesbezüglich von einem sogenannten Flächenkallus. Die lichtundurchlässige Folie habe man danach nicht wieder um den Stamm gewickelt, sondern nur noch das Gewebe. Das soll die Stelle über den Winter weiter schützen.

Die etwa zwanzig Jahre alte Sumpfzypresse ist Mitte Juli letzten Jahres an einem Wochenende beschädigt worden. „Es wurden etwa 50 Prozent der Rinde mit brutaler Gewalt abgerissen“, erklärt Bernd Witzmann damals. Nachdem der Schaden am darauffolgenden Montagmorgen bemerkt worden ist, sind der Holzkörper und die Rinde befeuchtet und Teile der Rinde wieder befestigt worden, ehe der Stamm anschließend mit der Folie und dem Gewebe umwickelt worden ist. Denn die Zellen am Baum brauchen ein feuchtwarmes Klima um zu wachsen. Den Schaden beziffert Bernd Witzmann zu diesem Zeitpunkt auf etwa 15 000 Euro.

Die Sumpfzypresse am Neuen Schloss gehört zu einem Pärchen, das Pückler einst hat pflanzen lassen. Nachdem um 1960 einer der Bäume umgefallen war, ist erst Ende der 1990er Jahre der neue Baum gepflanzt worden. Dieser habe sich in der Folgezeit eine ganze Weile gequält und sich erst in den letzten Jahren wieder gefangen, erklärt Bernd Witzmann.