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Bautzen: Blutkonserven wegen Corona knapp

Die Krankenhäuser warnen: Die Versorgung der Patienten ist zwar noch gewährleistet, aber bei bestimmten Blutgruppen fehlen Reserven.

Im Landkreis Bautzen werden dringend Blutspender benötigt.
Im Landkreis Bautzen werden dringend Blutspender benötigt. © Symbolfoto: SZ-Archiv/Arvid Müller

Bautzen. Die Lage ist ernst: "Der tägliche Bedarf an Blutpräparaten kann kaum gedeckt werden", berichtet der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Um eine lückenlose Versorgung mit den teilweise nur wenige Tage haltbaren Blutpräparaten sicherstellen zu können, benötigt der DRK-Blutspendedienst allein in Sachsen täglich 650 Spenden.

Die Blutpräparate liefert das DRK an die Krankenhäuser in der Region. In den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda werden vor allem Konserven der Blutgruppe 0 benötigt, sowohl mit Rhesusfaktor positiv als auch negativ. Gerade die Blutguppe 0 wird immer gebraucht, da sie auch als Universal-Konserven Patienten mit anderen Blutgruppe gegeben werden kann.

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"Die Situation in den Krankenhäusern der Oberlausitz-Kliniken ist aber nicht so dramatisch, dass wir einen Mangel haben und unsere Patienten nicht versorgen könnten", erklärt Dr. Adrian Frister, Leiter des Bereichs Labordiagnostik. "Unsere Soll-Bestände sind gefüllt."

Spender sind dringend gesucht

Als im Frühjahr Corona eintrat, hatte das auch Folgen auf den Blutspendedienst. Da viele geplante Operationen abgesagt wurden, sank der Bedarf an Blutpräparaten. Gleichzeitig ging aber auch die Zahl der Blutspenden zurück. "Als dann wieder mehr operiert werden konnte, stieg der Bedarf an Blutkonserven", berichtet Adrian Frister. Doch die Zahl der Blutspenden stieg nicht im gleichen Tempo. "Da kam es in der Folge zu einem Engpass."

Kurzzeitig mussten die Oberlausitz-Kliniken Konserven der Blutgruppe 0 Rh-negativ patientenbezogen besorgen, also nicht auf  Vorrat, sondern für jeden konkreten Fall. "Die Lage hat sich leicht gebessert, aber die Versorgungssituation ist noch immer schlecht. Es werden weiterhin dringend Spenden benötigt", sagt der leitende Labordiagnostiker.

Blutkonserven werden nach Bedarf bestellt

Im Malteser-Krankenhaus St. Johannes in Kamenz gab und gibt es keine Engpässe, sagt Geschäftsführer Sven Heise: "In enger Zusammenarbeit mit dem DRK-Blutspendedienst Dresden wurde unsere Bestellung von Blutprodukten so koordiniert, dass Konzentrate in ausreichenden Mengen für alle Blutgruppen vorhanden sind."

Der Kamenzer Oberarzt und Intensivmediziner Dr. Tilo Driesnack berichtet von Akutfällen, für die Blutkonserven nach Bedarf bestellt wurden, ohne größere Reserven. Aber generell achte das Krankenhaus darauf, "dass Konserven nicht verfallen, sondern die, die bestellt werden, tatsächlich auch gebraucht werden".

Fast jeder darf Blut spenden

Blut spenden kann jeder, der über 18 Jahre alt und gesund ist. "Man sollte über 50 Kilo wiegen und noch keine Krebs- oder Herzerkrankung gehabt haben", sagt Dr. Kristina Hölig, Bereichsleiterin Transfusionsmedizin am Uniklinikum Dresden. Ausgeschlossen von der Blutspende sind Schwangere und Stillende sowie Menschen, die Drogen konsumieren und die Medikamente etwa gegen Herzkrankheiten nehmen.

Laut Robert-Koch-Institut ist eine Übertragung von Corona durch Blut derzeit nicht anzunehmen. Folglich werden Blutspenden derzeit auch nicht darauf untersucht, erklärt das DRK. Wer fit und gesund ist und keinerlei Erkältungssymptome aufweist, kann Blut spenden. Allerdings bittet der Blutspendedienst darum, sich vorab einen Termin zu reservieren. Dies kann über die Terminsuche auf der Internetseite des Blutspendedienstes oder telefonisch über eine kostenlose Hotline erfolgen.

Telefon: 0800 1194911 

www.blutspende-nordost.de

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