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Bautzen: Hier entstehen 24 Wohnungen

Der Investor der Husarenkaserne will auf dem Areal an der Käthe-Kollwitz-Straße ein Mehrfamilienhaus bauen. Und er hat noch mehr vor.

Rainer Schneider hat große Pläne für die Husarenkaserne in Bautzen. Gerade ist das Areal hinter ihm erschlossen worden. Links soll ein Mehrfamilienhaus mit 24 Eigentumswohnungen entstehen.
Rainer Schneider hat große Pläne für die Husarenkaserne in Bautzen. Gerade ist das Areal hinter ihm erschlossen worden. Links soll ein Mehrfamilienhaus mit 24 Eigentumswohnungen entstehen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Decke mit den Rundbögen begeistert Rainer Schneider. „Preußische Kappen nennt man das“, sagt der Investor der Husarenkaserne in Bautzen. „Schauen Sie sich die an“, sagt er, „die sind selten.“ Noch stehen Dämmplatten aufgestapelt mitten in dem Raum, den Wänden fehlt ein Anstrich, der Boden ist nackt. Aber schon Ende dieses Jahres soll in der alten Stallanlage ein erstes Loft fertig eingerichtet sein – und auf Besucher warten.

„Hier entsteht ein Muster-Loft“, sagt Rainer Schneider. „Der Kopfbau wird einmal ein Sahnestück sein.“ Er zeigt in eine Ecke des Raumes: „Hier kommt ein offener Kamin hin“, beschreibt er, „durch dieses Tor geht es direkt in den Kräutergarten, und dieses Tor“, während er das sagt, deutet er auf die Pforten, „wird verglast sein.“

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2012 hat der Bautzener Jurist einen Großteil des denkmalgeschützten Kasernen-Areals zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Spittelwiesenweg gekauft. Und er hat Großes damit vor: „Hier entsteht ein neuer Stadtteil, wenn man so will“, sagt er und meint: Das Areal ist groß, etwa 50.000 Quadratmeter, um genau zu sein.

40 Lofts im alten Pferdestall

Das Loft, das Schneider gerade in der alten Stallanlage ausbaut, wird dabei nur eines von vielen. Bis zu 40 Lofts sollen hier in der Zukunft entstehen, zwischen 65 und 500 Quadratmeter groß – je nach Wunsch der Käufer. „Das Loft nebenan“, sagt Schneider, „ist ein hohler Vogel. Es gibt keine tragenden Wände im Innenraum: Ein Architekt kann sich hier frei ausleben.“ Je nach baulichen Gegebenheiten sollen sich die Lofts unterscheiden, einzelne individuelle Glanzlichter haben. Zum Beispiel eine Backsteinwand aus demselben Stein, aus dem auch das „Gelbe Elend“ gebaut worden ist. Die preußischen Kappen. Schiebetüren im Industrie-Stil. Oder auch Steinverzierungen in den Raumecken. Permanent steht Schneider dabei in Kontakt mit dem Denkmalschutz.

Auch am anderen Ende der Stallanlagen wird bereits gebaut, ein Mann streicht gerade Putz an der Außenwand glatt. Anfang 2021, berichtet Schneider, sollen hier die Räume für ein Café fertiggestellt sein. „Interessenten gibt es schon“, sagt er. Und auch das erste Einrichtungsstück wartet bereits auf seinen Einzug: Auf dem Kasernen-Areal hat Schneider einen alten Radarschirm gefunden. „Der macht einen Top Lampenschirm her“, freut er sich.

Eigentumswohnungen geplant

Was Schneider meint, wenn er von einem neuen Stadtteil spricht, wird aber nicht deutlich, während er durch die alten Stallungen geht. Das wird erst klar, als er die Tore öffnet – und über die neue Straße läuft, die jetzt endgültig fertiggestellt worden ist. „Wir haben hier gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben etwa ein Drittel der bisher unerschlossenen oder mit alten Leitungen ausgestatteten Husarenkaserne erschlossen“, erklärt er. Rund 1,6 Million Euro, so Schneider, haben die Baumaßnahmen gekostet. Sie sind auch Teil der Vorbereitungen für ein anderes Bauprojekt, das Schneider jetzt starten will.

Zwischen einer Jugendstilvilla und dem Gebäude, in dem gerade die Kriminalaußenstelle der Polizei unterkommt, will er ebenfalls bauen. Noch steht dort ein Zwischenbau, den möchte Schneider aber abreißen lassen. Stattdessen sollen hier insgesamt 24 Eigentumswohnungen entstehen. Drei bis fünf Räume sollen sie haben und jeweils etwa 140 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen sollen mit Terrassen ausgestattet werden, einige als Maisonette-Wohnungen gestaltet sein. „Die Quadratmeter-Preise sollen zwischen 2.400 und 2.750 Euro liegen“, berichtet Schneider.

Auch Platz für Eigenheime

Vor allem eines freut ihn: „Von den Balkonen haben Sie schon ab der ersten Etage Sicht über die Toskana-Siedlung ins Lausitzer Bergland“, sagt er. 2021 will Schneider mit dem Bau beginnen. Wenn alles klappt, können die ersten Bewohner Ende 2023 einziehen.

Jeden Morgen verbringt der Investor auf dem Kasernen-Gelände, begleitet Baubesprechungen, packt selber mit an. Gerade erst hat er die Träger im künftigen Muster-Loft gestrichen. Ein Mammutprojekt. Und dennoch: Er hat noch mehr Pläne, will seinen neuen Stadtteil mit noch mehr Leben füllen. Auch die Wiese zwischen den Gebäuden möchte er in Zukunft gerne beleben, auch dort soll Wohnraum entstehen. Bauen will aber nicht unbedingt Schneider selbst – die einzelnen Grundstücke will er an Häuslebauer verkaufen.

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