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Bautzen: So könnte die neue Spreebrücke aussehen

Die Stadt hat vier verschiedene Varianten vorgestellt - und einen Favoriten benannt. Aber was sagen die Bürger dazu?

Seit Jahren schwelt die Debatte um eine mögliche Fußgängerbrücke vom Protschenberg aus in die Bautzener Altstadt. Jetzt liegen vier Varianten vor.
Seit Jahren schwelt die Debatte um eine mögliche Fußgängerbrücke vom Protschenberg aus in die Bautzener Altstadt. Jetzt liegen vier Varianten vor. © Steffen Unger

Bautzen. Mehrfach hat Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) den Termin verschoben, an diesem Donnerstag nun war es so weit. Die Stadt hat die Varianten für eine mögliche Fußgängerbrücke über die Spree vom Protschenberg zur Altstadt präsentiert. Vorgestellt wurden sie von Laura und Carsten Ehrlich vom Architekturbüro Ehrlich. Auch Jörg Drews, Geschäftsführer der Firma Hentschke Bau, saß auf dem Podium: Das Unternehmen des Bürgerbündnis-Stadtrates war maßgeblich an den Planungen beteiligt.

Insgesamt vier Entwürfe wurden vorgestellt. Ursprünglich gab es drei Varianten mit drei unterschiedlichen Ankunftsorten – allerdings hat der Landeskonservator, also der oberste Denkmalschützer des Freistaates, bei einigen Bedenken angemeldet. Deshalb haben die Planer eine weitere Variante entworfen – dabei handelt es sich um den neuen Favoriten der Stadtverwaltung. Sächsische.de stellt die Varianten vor.

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1. Der ungeliebte Stiefbruder: Hängebrücke zum Burghof

Eine mögliche Variante für eine neue Spreequerung ist eine Hängebrücke mit Ankunftsort im Ortenburghof. „Diese Brückenvariante erinnert an eine alte Zugbrücke“, erklärt Laura Ehrlich vom Bautzener Architekturbüro Ehrlich. Die Brücke würde an zwei Pylonen, also hochaufragenden Bauteilen, mit Tragseilen aufgehangen sein. Für diese Brückenvariante wäre ein großes Portal in der Burgmauer nötig. Besonders ausführlich ist die Stadt auf dieses Modell nicht eingegangen – denn Planer und Oberbürgermeister haben einen anderen Favoriten.

Solch eine Hängebrücke könnte vom Protschenberg direkt zum Burghof führen.
Solch eine Hängebrücke könnte vom Protschenberg direkt zum Burghof führen. © Ehrlich Architekten GbR

2. Modell mit Schwierigkeiten: Bogenbrücke zum Langhaus

Gleich vorweg: Das Modell der Bogenbrücke ist eigentlich raus, denn der Landeskonservator stimmt einer so mächtigen Brücke nicht zu. „Dieses Modell wäre traditionell, aber es könnte eine Konkurrenz zur Friedensbrücke entstehen“, erklärt Laura Ehrlich. „Wir wollen aber alles geprüft haben, was möglich sein könnte“, ordnet Carsten Ehrlich ein. Noch im Gespräch ist aber der Ankunftsort dieser Brücke: das Langhaus. Sollte die Stadt sich dafür entscheiden, könnte sich auch an dem historischen  Bauwerk etwas tun, das heißt, es könnte auch von innen genutzt werden.

Die Bogenbrücke könnte der Friedensbrücke ähneln - diese Variante ist aber bereits vom Tisch.
Die Bogenbrücke könnte der Friedensbrücke ähneln - diese Variante ist aber bereits vom Tisch. © Ehrlich Architekten GbR

3. Zu viel des Guten: Fachwerkbrücke zum Burgwasserturm

„Ein einzigartiges Gebäude im Dornröschenschlaf“ – so beschreibt Laura Ehrlich den Burgwasserturm und das Langhaus. Denn da sehen die Architekten viel Potenzial. Unter anderem könnte eine „Skybar“, also eine Art verglastes Dachcafé, entstehen. Möglich wäre das auch bei den anderen Varianten – bei dieser aber könnte es zum Problem werden. Denn bei dem dritten Brückenmodell, einer zweigeschossigen Fachwerkbrücke, wären die Eingriffe in den Burgwasserturm besonders drastisch. Die Brücke würde direkt im Turm enden, und außen ist ein Fahrstuhl geplant. Bar, Aufzug und Tor im Turm – alles zusammen wäre ein zu großer Eingriff für den Landeskonservator, erklärt Carsten Ehrlich. Deshalb haben die Architekten hier noch einmal umgedacht. Herausgekommen ist Variante 4.

Eine zweigeschossige Fachwerkbrücke könnte in den Burgwasserturm führen. Doch wegen einer Skybar im Turm gibt es Bedenken von Sachsens oberstem Denkmalschützer.
Eine zweigeschossige Fachwerkbrücke könnte in den Burgwasserturm führen. Doch wegen einer Skybar im Turm gibt es Bedenken von Sachsens oberstem Denkmalschützer. © Ehrlich Architekten GbR

4. Der neue Liebling der Stadt: Fachwerkbrücke zum Langhaus

„Wir halten eine Ankunft im Langhaus bei der Fachwerkbrücke für genauso möglich“, sagt Carsten Ehrlich. Der Zugang könnte über den Osterweg erfolgen. Einen Aufzug vom Spreetal hinauf soll es bei diesem Modell trotzdem geben – allerdings versteckt im Turm. Und auch hier soll die Fachwerkbrücke zweigeschossig gebaut werden: Es soll einen wettergeschützten Durchgang in der unteren Brückenetage geben und einen Freiluft-Weg im oberen Stockwerk. Ob die Brücke dabei verglast oder vergittert wird, ist noch offen. Fest steht: Dieses Modell ist der Favorit der Planer – und des Oberbürgermeisters.

Um die Denkmalschutzbedenken aus dem Weg zu räumen, sieht eine neue Variante vor, dass die zweigeschossige Fachwerkbrücke im Langhaus ankommt.
Um die Denkmalschutzbedenken aus dem Weg zu räumen, sieht eine neue Variante vor, dass die zweigeschossige Fachwerkbrücke im Langhaus ankommt. © Ehrlich Architekten GbR

Das soll das Projekt kosten

Erstmals hat die Stadt jetzt Zahlen genannt: Der reine Bau der Brücke könnte zwischen fünf und sieben Millionen Euro kosten. Weil auch das Langhaus und der Burgwasserturm erschlossen werden und ein Aufzug errichtet werden könnte, rechnet die Stadt mit  weiteren 4,5 bis fünf Millionen Euro. Dabei geht die Stadt davon aus, dass es Fördermittel vom Landkreis und auch vom Freistaat geben könnte.

So geht es jetzt weiter

Die Stadt hat einen klaren Favoriten – zur Debatte stehen aber alle Varianten und Ankunftsorte, die nicht vom Landeskonservator für hinfällig erklärt worden sind. In der kommenden Woche will die Stadt die Visualisierungen der Varianten online zur Verfügung stellen. Auf der Internetseite der Stadt und via Mail ([email protected]) können die Bautzener dann ihre Meinung dazu kundtun. Unsicher scheint derweil, ob es tatsächlich zu einem bindenden Bürgerentscheid kommt: „Wenn es in der Resonanz keinen Widerspruch gibt, können wir uns überlegen, ob ein Bürgerentscheid wirklich notwendig ist“, so Alexander Ahrens. Entscheiden könne darüber der Stadtrat.

Welche Meinung haben Sie?

Sächsische.de interessiert sich für Ihre Meinung zum Thema. Was halten Sie von den Varianten für die Spreequerung? Schicken Sie uns Ihre Gedanken zu – an [email protected] .


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