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Bautzen: Streit um Ende des Citymanagements

Der Innenstadtverein hat das Projekt beendet, weil die Finanzierung nicht gesichert ist. Der Oberbürgermeister widerspricht.

Bautzens Einkaufsnacht Romantica begeistert Besucher auch mit Darbietungen wie Feuershows. Bisher organisierten die Citymanagerin und der Innenstadtverein die Veranstaltung. Wie es in diesem Jahr damit weitergeht, ist offen.
Bautzens Einkaufsnacht Romantica begeistert Besucher auch mit Darbietungen wie Feuershows. Bisher organisierten die Citymanagerin und der Innenstadtverein die Veranstaltung. Wie es in diesem Jahr damit weitergeht, ist offen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Nach der Kündigung der Bautzener Citymanagerin hat sich Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) zu Wort gemeldet. Er äußert sich in einem Statement zum Innenstadtverein, bei dem das Citymanagement angesiedelt war. Die Kündigung, so teilt der Oberbürgermeister mit, habe auch die Stadt Bautzen überrascht.

Ahrens erklärt: „Zu keiner Zeit wurde dem Innenstadtverein Bautzen eine Kündigung der Citymanagerin vorgeschrieben oder nahegelegt.“ Vielmehr sei die Kündigung die alleinige Entscheidung von Vorständen des Innenstadtvereins gewesen und ohne Rücksprache mit der Stadtverwaltung erfolgt.

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Die finanziellen Mittel für das Citymanagement seien zwar im Haushalt gekürzt worden – dennoch sei klar gewesen, dass die Stelle weiter finanziert werden könne, behauptet  Ahrens. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) sollte diese bereitstellen, und zwar – anders als zunächst bekannt gegeben – nicht nur bis Ende Juni, sondern für das gesamte Jahr 2020. Das sei dem Vereinsvorstand zugesichert worden, so der Oberbürgermeister.

Für Krone und Co: Stadtrat kürzte den Vereinszuschuss

Etwas anders klingt das aus Richtung des Innenstadtvereins. Ende April hatte der Vorsitzende Jörg Heber auf Anfrage von Sächsische.de mitgeteilt, dass der Innenstadtverein Citymanagerin Yvonne Tatzel zum 31. Mai kündigen musste.

„Wir konnten mit einer Zwischenfinanzierung als Verein zumindest bis jetzt noch garantieren, dass Frau Tatzel als Ansprechpartnerin für die Händler – gerade in dieser schwierigen Zeit – für alle da war“, erklärte Heber. Aber: Der Wegfall der Finanzierung durch den Stadtratsbeschluss zum Haushalt habe ein Umdenken notwendig gemacht.

Insgesamt 35.000 Euro waren ursprünglich im städtischen Haushalt für den Innenstadtverein vorgesehen, um davon das Citymanagement zu finanzieren. Allerdings wurden dann Gelder anders verplant, um eine Machbarkeitsstudie für den Güterbahnhof, einen Miet-Zuschuss für die Krone und einen höheren Bürgerhaushalt zu ermöglichen. Dem Innenstadtverein wurde eine Summe von 26.000 Euro gestrichen.

Citymanagement während Corona-Krise überflüssig?

In einem Schreiben an die Mitglieder teilt Heber zudem mit, dass die BWB ihn aufgefordert habe, die Citymanagerin in Kurzarbeit zu schicken. Das bestätigt auch BWB-Chefin Kirsten Schönherr. Denn: „Während der Zeit, in der alle Geschäfte geschlossen waren“, so findet Schönherr, „wäre kein Citymanagement nötig gewesen.“ Kurzarbeit sei ein gutes Instrument des Bundes in der Krise – und diese Vorgehensweise sei ihr Verständnis von effektiver Verwendung öffentlicher Gelder. Für Nachfragen dazu war Jörg Heber für Sächsische.de nicht zu erreichen.

Dem Oberbürgermeister geht es aber um noch mehr. Es habe „Kritik von Seiten der Händlerschaft und des Stadtrates gegenüber der Arbeitsweise der Citymanagerin“ gegeben, sagt er in seinem Statement. Auch Yvonne Tatzel war zu einer Stellungnahme dazu für Sächsische.de telefonisch nicht erreichbar.

Wie geht es jetzt also weiter mit dem Citymanagement? Wie steht es um die Einkaufsnacht Romantica? OB Ahrens erklärt nur vage: „Wir werden eine Lösung für das Citymanagement finden, da gibt es mehrere Möglichkeiten.“

Innenstadtverein unterstützt neuen Vorschlag

Jörg Heber hat jedenfalls in der Zwischenzeit bekanntgegeben, seinen Posten als Vorsitzender aufzugeben. Er nennt berufliche und gesundheitliche Gründe. „Die Erfahrungen der letzten vier Jahre“, gibt er in einer Mitteilung bekannt, „haben gezeigt, dass große Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Romantica, zwar vom Verein erdacht und geplant werden können; die Durchführung allerdings in professionelle Hände übergeben werden muss.“

Es bestehe jetzt die Chance, so Heber, ein professionell geleitetes City-/Innenstadt-Management aufzustellen. So würde das Ehrenamt entlastet, die Vereine könnten sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Der Innenstadtverein unterstütze deshalb „die neuen Bemühungen um ein erfolgreiches Innenstadt-Management“.

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Weil der Stadtrat die Gelder gestrichen hat, kann der Innenstadtverein die Stelle nicht fortführen. Auch die Romantica steht auf der Kippe.

Kurz zuvor hatte die SPD-Stadtratsfraktion angekündigt, den Antrag für ein neues Stadtmarketing in Bautzen in den Stadtrat einbringen zu wollen. Gunhild Mimuß, die bei der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB) extra angestellt ist, um Strukturen für ein solches Stadtmarketing zu erstellen, hatte Ideen dafür ausgearbeitet. Laut dem Antrag solle noch in diesem Sommer ein Stadtmarketing als eigener Geschäftsbereich bei der BBB angesiedelt werden. Ein Team solle sich dann um die Belange der Händler, Hotellerie und Gastronomie in Bautzen kümmern.

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