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Bautzen: Wurstwaren-Firma Meisters gerettet

Zwei Unternehmer aus der Region übernehmen das traditionsreiche Fleischwerk. Sie setzen auf ein neues Konzept und alte Rezepte.

Bockwürste von Meisters aus Bautzen, wie sie Produktionsleiter Thomas Käßler hier zeigt, wird es weiterhin geben. Das insolvente Unternehmen ist gerettet.
Bockwürste von Meisters aus Bautzen, wie sie Produktionsleiter Thomas Käßler hier zeigt, wird es weiterhin geben. Das insolvente Unternehmen ist gerettet. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Meisters ist gerettet. Geschäftsführer Karlheinz Schlenkrich freut sich gegenüber Sächsische.de: Ein Investor übernimmt zum 1. Mai die insolvente Wurst- und Fleischwaren Bautzen GmbH mit allen 60 Mitarbeitern.“ Die neuen Besitzer kommen aus der Region: Es sind die Unternehmerbrüder Karl und Uwe Dominick, denen die Mehrheitsanteile der Let-me-repair-Gruppe gehören. Unter anderem zählen die Kirschauer Unternehmen Aquakulturen und Puricare zum Dominick-Verbund.

Zusätzlich unterstützt die regionale Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen, die RBB Management AG, mit einer Beteiligung den Neustart des Bautzener Traditionsunternehmens. Die RBB ist auf regionale Unternehmenskäufe spezialisiert und möchte die langfristige Entwicklung des Unternehmens begleiten.

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Damit endet die gut halbjährige Insolvenz des Betriebes, der im Sommer 2019 in finanzielle Schieflage geraten war. Die Hauptgründe waren damals der Rückzug eines Großkunden aus Dänemark sowie der rapide Preisanstieg für Schweinefleisch.

Arbeitsplätze und Kaufkraft in der Region sichern

Karl Dominick wollte ein Ende von Meisters nicht hinnehmen, erklärt er seine Motivation: „Zurückblickend auf die 130-jährige Geschichte des Unternehmens konnten wir es nicht zulassen, dass ein Traditionsunternehmen zum Opfer der Globalisierung und Monopolisten wird“, sagt Dominick.

„Die enorme Bedeutung der regionalen Lebensmittelproduktion und Sicherung der regionalen Erzeuger wurde uns in den letzten Wochen vor Augen geführt. Während Toilettenpapier aus Polen oder Pasta aus Italien an den Grenzen warteten, globalisierte Fertigungsbetriebe wegen Nachschubmangel aus Osteuropa und China ihre Produktion schließen mussten, haben die regionalen Erzeuger durchgehend arbeiten und liefern können.“

Der Handel und die Verbraucher hätten verstanden, dass regionale Erzeuger und Verarbeitungsbetriebe mehr Zuspruch verdienen. „Nur so sichern wir auch in Krisenzeiten Arbeitsplätze und die Kaufkraft unserer Region. Mit den Kirschauer Aquakulturen liegt uns ein regionales Grundkonzept als Lebensmittelproduzent am Herzen. Wir kennen die Herausforderung, unsere Produkte am Markt zu platzieren.“ Das Motto „Gewachsen in Sachsen“ gelte für Fisch ebenso wie für Fleisch und daraus entstehende Produkte.

Dominick und Schlenkrich heben die Unterstützung der regionalen und Landespolitik hervor. Vor allem Landrat Michael Harig (CDU) habe sich engagiert in die Investoren-Suche eingebracht.

Andere Interessenten wollten nur Markenrechte

Das Unternehmen behält seinen Namen Meisters Wurst- und Fleischwaren Bautzen GmbH, und Schlenkrich bleibt als Geschäftsführer an Bord. Investor und Unternehmensleitung arbeiten jetzt an einer Neukonzeption als Wurst- und Fleischwaren-Manufaktur. Dabei setzen sie auf das handwerkliche Können und die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter. Auch die umfangreiche Rezepte-Sammlung mit beliebten Ostprodukten aus vielen Jahrzehnten soll künftig eine Rolle spielen. „Die Sammlung ist ein wahrer Schatz, und wir wollen prüfen, welche der beliebten Klassiker künftig wieder produziert werden“, so Schlenkrich.

Am Insolvenzverfahren und der Investoren-Suche waren mehrere Rechtsanwälte beteiligt. Deren Fazit: „Dass der Erhalt des Unternehmens in dieser Form gelingt, war nicht selbstverständlich. Das war ein hartes Stück Arbeit, da die Fortführung und die Unterstützung in den Gesprächen mit Kunden, Lieferanten und Investoren aufgrund des schwierigen Marktumfeldes sehr anspruchsvoll und zeitintensiv war. Am Ende hat sich der Einsatz des gesamten Teams ausgezahlt.“

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Die Dresdner Unternehmensberatung ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG begleitete die Investoren-Suche mit einer Vielzahl von Gesprächen und Betriebsbesichtigungen mit mehreren Interessenten. Geschäftsführer Simon Leopold begründet die Auswahl der Investoren: „Die Brüder Karl und Uwe Dominick hatten schließlich das schlüssigste Gesamtkonzept und das beste Angebot. Sie übernehmen den Standort und die Mitarbeiter, das war nicht bei allen Interessenten der Plan. Einige wollten nur die Kunden, Markenrechte, Rezepte oder ausgewählte Maschinen erwerben. Zudem haben die neuen Eigentümer eine Vision, wie sich die Firma und das Angebot weiterentwickeln lassen – wir sind deshalb besonders froh, dass eine Einigung mit allen Seiten gelungen ist.“ 

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