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„Beim Hockey haben wir keine gewaltbereiten Gruppierungen“

Der ELV Niesky kämpft weiter gegen ein Gewalt-Image, das ihm von anderen übergestülpt werden soll.

Von Carla Mattern

Vermutlich habe ein Leipziger Fan den Anfang gemacht bei der Auseinandersetzung im Heimspiel am 16. November im Nieskyer Waldstadion. Zumindest ist das eine Information zum Zwischenstand der Ermittlungen, sagt Jörn Dünzel, der Präsident des Eislaufvereins Niesky. Endgültig aufgeklärt ist die Rangelei allerdings noch nicht. Ein Fan der Icefighters Leipziger wurde dabei verletzt.

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Seitdem beschäftigen sich der Nieskyer Verein und die Fangruppen unablässig mit dem Thema. Die Botschaft ist eindeutig: „Wir haben keine gewaltbereiten Gruppierungen bei uns“, sagt der ELV-Präsident. Und die Blue Boys, aus deren Reihen Fans bei der Schlägerei dabei waren, schreiben in einem offenen Brief: „Wir sind keine Schlägertruppe, die sich an Wehrlosen vergreift. Des Weiteren distanzieren wir uns von den Vorwürfen, der rechten Szene anzugehören. Wir sind als Fans/Ultras-Gruppe komplett unpolitisch und haben auch keine Mitglieder mit einem strengen Scheitel oder Springerstiefeln“.

Bereits am Montag nach dem Spiel hatten Vorstand und Fangruppen über den Vorfall gesprochen und Festlegungen getroffen. Während der zwei folgenden Heimspiele blieben die meisten Blue Boys dem Waldstadion fern. Die Polizei war vor Ort, zusätzliche Fanordner werden jetzt eingesetzt, die bei der Notwendigkeit schlichten, und teilweise bei Heimspielen das Sicherheitsteam verstärkt.

Trotzdem kämpft der Eislaufverein nach wie vor gegen „ein Image, das uns übergestülpt wird“, sagt Joachim Sauer vom ELV-Vorstand. Es gibt Veröffentlichungen nach dem Spiel Tornados-Icefighters, die beispielsweise mehrere Rettungswagen beim Einsatz am Stadion zeigen sollen. Die waren aber definitiv nicht da, sagt Präsident Jörn Dünzel, der genau mittendrin war, als die Fans aufeinander losgingen. Einträge im sozialen Netzwerk Facebook, wonach Kinder im Waldstadion bei den Rangeleien geschlagen wurden, empören die Nieskyer ebenso, weil das nicht stimmt. Der Verfasser hat den Eintrag mittlerweile wieder gelöscht. Doch die Außenwirkung ist enorm, sind sich Vereinsvorstand und die Nieskyer Fanprojekte bewusst. „Wir bekommen dadurch den Stempel aufgedrückt: Nach Niesky kann man nicht mehr fahren“, sagt Joachim Sauer.

Der Verein wolle nichts verharmlosen, so Jörn Dünzel. Aber 90 Prozent der Nieskyer waren bereits aus dem Stadion, als die drei Fans auf der Erde lagen und sich in der Wolle hatten. „Aber es ist nicht eskaliert“, sagt der Präsident.