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Bekommt Ottendorf ein Gymnasium?

Die Forderungen aus der Gemeinde werden lauter. Jetzt reagiert der Landkreis.

Ottendorf hofft auf ein Gymnasium. Das Landratsamt Bautzen will jetzt einen Teilschulnetzplan für die Region erarbeiten.
Ottendorf hofft auf ein Gymnasium. Das Landratsamt Bautzen will jetzt einen Teilschulnetzplan für die Region erarbeiten. © Daniel Karmann/dpa (Symbolfoto)

Ottendorf-Okrilla. Ottendorfer Schüler sind derzeit nicht zu beneiden. Wollen sie ein Gymnasium besuchen, müssen sie weite Schulwege in Kauf nehmen und entweder nach Radeberg oder Großröhrsdorf fahren - oder zu einem Dresdner Gymnasium. Hinzu kommt, dass das Humboldt-Gymnasium Radeberg und auch das Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf randvoll sind. An beiden Schulen werden in den nächsten Wochen Container aufgestellt, um dringend notwendige Unterrichtsräume zu schaffen. In Ottendorf werden deshalb die Stimmen lauter, die für ein Gymnasium in der Großgemeinde sind. 

So hat Rico Pfeiffer, einer der Bürgermeisterkandidaten für die Wahl im Oktober, eine entsprechende Forderung in seinem Wahlprogramm platziert. Rene Edelmann, Ortsvorsteher und Kreisrat der Fraktion Die Linke, tritt vehement für eine zusätzliche Schule ein. Er hat im Kreistag den Antrag gestellt, bei der derzeit laufenden Schulnetzplanung Ottendorf als gymnasialen Standort in die Überlegungen einzubeziehen. „In den kommenden Jahren sind Investitionen in die Gymnasien besonders in das in Radeberg notwendig. Wir sollten prüfen, ob nicht im Sinne der Kinder in Ottendorf etwas getan wird. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagte er.

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Bürgermeister: "Die Idee ist vernünftig"

Nach seiner Einschätzung würden die Schülerzahlen ein Gymnasium in Ottendorf rechtfertigen. „Im Schuljahr 2019/2020 besuchten 74 Schüler aus Ottendorf-Okrilla das Gymnasium Klotzsche. Die gleiche Anzahl wird es auch im Schuljahr 2020/2021 sein. Weitere 196 Schüler aus dem Gemeindegebiet fuhren täglich zum Schulbesuch an das Humboldt-Gymnasium in Radeberg. Künftig könnte einer ähnlichen Zahl von Schülern diese Fahrten erspart werden.“ Eine zusätzliche Schule würde die Kinder mehr an die Gemeinde binden, die mit knapp 10.000 Einwohnern die sechstgrößte Kommune und die am dichtesten besiedelte Gemeinde im Landkreis Bautzen ist. 

Auch Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) setzt sich für ein Gymnasium in Ottendorf ein. „Die Idee ist vernünftig“, sagt er. „Wir würden zwar in jeder Klassenstufe zwei Klassen mit Ottendorfer Schülern zusammenbekommen. Doch ich bin mir sicher, dass auch aus den umliegenden Kommunen Mädchen und Jungen zu uns kommen würden.“ So könnte die neue Schule für Kinder aus Wachau, Königsbrück, Weixdorf und Langebrück attraktiv sein. „Sicher lernen auch Schüler aus Radeburg bei uns. Sie fahren ja teilweise bis nach Großenhain ins Gymnasium.“ Mit den Bürgermeistern in Wachau, Veit Künzelmann (CDU), und Königsbrück, Heiko Driesnack (CDU), hat er bereits zu dem Thema telefoniert und Zustimmung bekommen.

Landrat sieht Lage ähnlich

 „Ich bin dabei, auch beim Ministerium für die Idee zu werben. Durch unsere Lage am Rand des Landkreises Bautzen werden Kinder auch aus den Nachbarkreisen kommen." Da müsse es Abstimmungen über die Kreisgrenzen hinaus geben, die Planung dürfe nicht innerhalb des Landkreises stehen bleiben. "wir müssen die Region betrachten“, sagt der Bürgermeister. 

Auch das Landratsamt Bautzen scheint der Idee nicht abgeneigt. „Die beschriebene Situation ist durchaus zutreffend. Die Gymnasien befinden sich in Kamenz, Großröhrsdorf und Radeberg. Daraus resultieren vergleichsweise lange Anfahrtswege für Schüler“, schrieb Landrat Michael Harig (CDU) auf eine Anfrage von Rene Edelmann. „Über einen gymnasialen Standort Ottendorf-Okrilla muss innerhalb der beschriebenen Planverfahren befunden werden“, so der Landrat. 

Auch die Kreisräte sehen Handlungsbedarf. Sie stimmten am Montag dafür, einen vorgezogenen Teilschulnetzplan für die Gymnasien in der Region Radeberg/Großröhrsdorf erarbeiten zu lassen. Er soll im vierten Quartal dieses Jahres fertig sein. Darin soll für die Schulstandorte Radeberg und Großröhrsdorf ein Entwicklungskonzept mit „möglichen Handlungsalternativen“ erarbeitet werden. Die Schüler- und Wegebeziehungen aus Ottendorf-Okrilla werden mitbetrachtet. Die Chancen stehen also nicht schlecht.

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