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Berufswahl nach Ausschlussverfahren

Die Oberschüler haben Berufe kennengelernt. Einige wissen nun, was sie nicht werden wollen.

Von Sylvia Mende

Charlyn Möller und Nathalie Mühlmann aus der 9. Klassen wissen nach den 14 Werkstatttagen an der Oberschule genau, was sie nicht werden wollen. „Das ist auch eine ganz wichtige Erkenntnis für die Berufswahl“, so Dr. Bratyslawa Mouhssine, Regionalleiterin der Bildungsgesellschaft FAA (früher Inbit). Für Charlyn steht fest, dass sie einmal den Beruf der Altenpflegerin ergreifen will. „Ich weiß, dass das keine leichte Arbeit ist, aber es macht mit Freude, anderen Menschen zu helfen“, sagte Charlyn. Sie sei bei den Johannitern und wisse, wie das ist. Ihr Praktikum will sie in diesem Bereich absolvieren.

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Charlyn und Nathalie präsentierten in der Auswertungsrunde der Werktage ihr Ergebnis des Berufsfeldes Holz – hergestellt wurde eine Blumensäule. Doch diese hat ihre Ecken und Kanten, weil den beiden Mädchen die Motivation fehlte. „Für uns kommt eine Arbeit als Tischler nicht infrage“, so die beiden Schülerinnen. Das sei eine Knochenarbeit. Trotzdem bedankten sie sich bei dem Ausbilder dafür, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ganz anders sieht das zum Beispiel bei Lisa Kliem aus der 8. Klasse aus. Sie lernte neben dem Berufsfeld Gastronomie auch die Arbeit mit Holz kennen und ist begeistert. „Ich könnte mir schon vorstellen, etwas in dieser Richtung zu machen. Die Achtklässlerin will auf keinen Fall in einem Büro oder einem Lager arbeiten. Auch Marcus Uhlig, der in dieser Woche die Arbeit eines Malers kennenlernte, hat schon konkrete Berufsvorstellungen. Er will zur Bundeswehr. Das Malern der Klassenzimmer habe ihm trotzdem viel Spaß bereitet, und er habe viel dazugelernt. Bevor die Schüler der 8. und 9. Klasse drei von sieben angebotenen Berufsfeldern kennenlernten, wurde eine Potenzialanalyse erarbeitet. Mithilfe dieser stellten die Verantwortlichen fest, welche Neigungen, Talente, Fähigkeiten und Stärken die Schüler haben.

Die Werkstatttage gab es in dieser Form das erste Mal an der Oberschule. Bisher gab es keine Potenzialanalyse, und die Berufsfelder wurden von allen Schülern innerhalb von zwei Schuljahren absolviert. Das Projekt an der Oberschule wurde vom Bund und der Stadt Hartha gefördert. „ Im Lehrplan der Oberschule ist das Ziel der Berufsorientierung verankert. Das Projekt der Harthaer Schule ist einzigartig und sucht im Landkreis und darüber hinaus seines Gleichen“, so Schulleiterin Kerstin Wilde. Sie bedankte sich bei der Stadt, mit deren finanzieller Unterstützung das Projekt ermöglicht worden ist und die damit in ihre Zukunft investiert. „Es ist wichtig, dass die Schüler ihre Erfahrungen sammeln, eine andere Ansprache als in der Schule bekommen sowie von ihnen mehr Selbstkontrolle gefordert wird“, so Kerstin Wilde.

Zur Auswertung sprachen Schüler und Ausbilder und es gab sowohl Kritik als auch Lob. Angebote gab es für die Berufsfelder Gastronomie, Lager- und Logistik, Farbe, Elektrotechnik, Garten- und Landschaftsbau, Metall- und Holzverarbeitung.