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Beste Ski-Bedingungen - wenn man Glück hat!

Beim Spuren der Skiwege im Zittauer Gebirge macht jede Gemeinde ihr eigenes Ding - mal mit mehr, mal mit weniger Engagement.

Skiläufer finden im Zittauer Gebirge gerade gute Wintersportbedingungen vor. Die sind leider nicht selbstverständlich.
Skiläufer finden im Zittauer Gebirge gerade gute Wintersportbedingungen vor. Die sind leider nicht selbstverständlich. © Foto: Rafael Sampedro

Der Winter könnte schöner nicht sein! Zum ersten Mal in dieser Saison liegt im Zittauer Gebirge richtig viel Schnee. Die Feriengäste aus Berlin und Brandenburg sind da. Das Wetter ist herrlich. Die Einheimischen zieht es in Scharen auf die Bretter. Aber wohin am Besten?

Diese Frage nervt schon bei der Suche nach einem aktuellen Schnee- und Wintersportbericht für das ganze Zittauer Gebirge. Man könnte sich in den  Touristinformationen erkundigen. Das wären allerdings drei Anrufe: In Jonsdorf, Waltersdorf und Oybin erfährt man immer nur, wie es in dem jeweiligen Ort aussieht, aber nichts über die Nachbarorte. Nur irgendwo im Internet gibt es eine Übersicht. Sie wird von den Mitarbeitern der Touristinformation im Zittauer Rathaus zusammengestellt und täglich aktualisiert. Nur ist sie schwer zu finden. Es dauert, bis man sich auf der Seite www.zittauer-gebirge.com bis zum Schneebericht durchgeklickt hat. Man arbeite schon länger an einer übersichtlicheren Lösung, heißt es auf Nachfrage, man suche aber immer noch nach Ideen.

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Was beim Schneebericht anfängt, geht beim Skiwege-Spuren weiter: Jede Gemeinde macht ihr eigenes Ding - mal mit mehr, mal mit weniger Engagement. So richtig zuständig dafür, dass das überall gut funktioniert, ist niemand. Und es wird offenbar auch nicht für nötig gehalten. "Wir sind nun mal keine schneesichere Region und auch kein traditionelles Wintersportgebiet wie das Erzgebirge", so begründet das Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (SPD), der eigentlich selbst ein begeisterter Skiangläufer ist. Für den Wintersport habe die Gemeinde nichts übrig, werfen Kritiker dem Bürgermeister vor. "Niemand kümmert sich, keiner hat Interesse", sagt der Waltersdorfer Steffen Otto, der sich angeboten hat, die Skiwege in Waltersdorf zu spuren. Ehrenamtlich. Frühmorgens vor der Arbeit oder nach Feierabend. In diesem Winter allerdings ist Steffen Otto noch nicht zum Einsatz gekommen. Das Spurgerät steht ungenutzt in einer Garage. Seit dem 12. Dezember ist es kaputt. "Und niemand kümmert sich darum, dass es repariert wird", sagt Otto.

Nebenan in Jonsdorf ist am späten Vormittag Frank Seemann vom Bauhof mit dem Spurschlitten unterwegs. Er zieht eine Loipe vom Gemeindeamt über die Wiesen bis zum Stern und dann weiter um den Jonsberg. An der Ortsgrenze oben am Hain ist Schluss. Das ist Sache der Oybiner. In Jonsdorf hat der Bauhof das Spuren übernommen. Allerdings nur, wenn die Mitarbeiter auch Zeit dafür haben. Wenn es schneit, hat zuerst einmal der Winterdienst im Ort Vorrang, müssen Straßen, Wege und Parkflächen freigeschoben werden. Freie Kapazitäten für die Skiwege sind da knapp.

Oben am Hain arbeitet Bernd Herfort von der Lückendorfer Interessengemeinschaft Wintersport am Skilift. Am Wochenende soll der Lift endlich laufen. Eigentlich ein Jammer, dass er wochentags nicht läuft. Wenn schon mal so viel Schnee liegt. Aber der Lift wird von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich betrieben. "Mehr als das Wochenende können wir personell gar nicht absichern", bedauert Herfort. Die Lückendorfer Fördervereinsmitglieder sind es auch, die sich - natürlich ehrenamtlich - um das Spuren der Skiwege in Lückendorf kümmern. Die Jeschkenblick-Loipe ist wohl die am besten präparierte Strecke im Zittauer Gebirge. Zu verdanken ist das den Vereinsmitgliedern, größtenteils Rentnern, die sich in den Dienstplan teilen. Die Technik stellt der Fremdenverkehrsbetrieb. 

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In Oybin spurt Knut Popken, der Wirt der Kammbaude, mit seinem eigenen Motorschlitten. "Ich mach das, weil ich denke, dass es gut und wichtig ist - nicht nur für die Gäste in meiner Baude", sagt er. Drei Stunden braucht der Bauden-Wirt für die Hochwaldrunde und die Spur rüber zum Hain. Wenn es passt, schafft er sogar einen Anschluss an die Strecken in Jonsdorf. Dann muss er aber wieder an seine Arbeit. "Es kocht alles nicht in dem Topf, in dem es kochen könnte", sagt er. Freundlich ausgedrückt.

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