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Biertheater: Sekt und Blumen für die Treuen

Ende der Corona-Pause: In Radeberg gibt es wieder einen Probenstart. Auch der Kartenvorverkauf hat begonnen.

In Radeberg wurden die ersten Tickets fürs Premierenstück der neuen Spielsaison verkauft. Ursula Adam und ihr Mann Roland aus Dresden sind seit zwölf Jahren immer die ersten Gäste an der Ticketkasse. Auch in diesem Jahr bekamen sie wieder ihren Stammp
In Radeberg wurden die ersten Tickets fürs Premierenstück der neuen Spielsaison verkauft. Ursula Adam und ihr Mann Roland aus Dresden sind seit zwölf Jahren immer die ersten Gäste an der Ticketkasse. Auch in diesem Jahr bekamen sie wieder ihren Stammp © Marion Doering

Die vier Damen, die ausschauen wie Verkäuferinnen zu guten alten HO-Zeiten sowie der Herr im weißen Kittel sind bester Laune an diesem Vormittag. Es sind die Schauspieler des neuen Stücks, das demnächst im Radeberger Biertheater Premiere hat. Und sie, so ist es dort langjährige Tradition, begrüßen zum Start des Kartenvorverkaufs die vor dem Ticketservice wartenden Menschen mit Sekt und Blumen. Auch Jens Richter, Chef von Hoga-Sport und Betreiber des Radeberger Biertheaters strahlt, als sich das Ensemble auf den Weg zum Ticketservice macht.

Weniger Plätze im Saal

Sie geht wieder los, die Spielzeit am Radeberger Biertheater. Nach der monatelangen coronabedingten Pause – im März musste der Spielbetrieb eingestellt werden – starten auch die Schauspieler um die Biertheaterlegende Holger „Blumi“ Blum an diesem Tag mit den Proben. Geprobt wird für das neue Stück, das den Titel „Die Frauen hinter dem Ladentisch“ hat. Die wegen der Pandemie für den 13. April vorgesehene Premiere dieses Stückes wird nun am 17. September 2020 (20 Uhr) stattfinden. Wenn der Kartenvorverkauf beginnt, stehen die Fans des Radeberger Biertheaters oft schon Stunden vorher an, um an die heiß-begehrten Karten zu bekommen. So wurden am ersten Tag bereits zahlreiche Tickets verkauft. Mit dem Ergebnis sei man zufrieden, so Jens Richter. Und er erzählt, dass das eingereichte Hygienekonzept von den Behörden abgesegnet worden sei. Heißt: In der neuen Spielzeit werden statt vier nur drei lange Tafeln für die Zuschauer aufgebaut. Und ja, auch die Platzkapazität im Saal musste man verringern. Wegen des Mindestabstandes. Statt der 290 Plätze dürfen nur noch 205 Menschen an den Tischen Platz nehmen. Der Biertheater-Manager ist an diesem Tag aber auch neugierig, wie die Schauspieler auf der Bühne unter den neuen Bedingungen proben werden.

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Mundschutz beim Singen

Proben unter Corona-Bedingungen, das ist auch für erfahrene Schauspieler eine Herausforderung. Auf der Bühne zu stehen und ständig Social Distancing im Kopf zu haben – es braucht seine Zeit, bis man die neuen Vorschriften verinnerlicht hat. Stellt sich die Frage, was machen diese besonderen Bedingungen mit den Schauspielern und den Stücken? Fest steht, dass sogar das Proben unter diesen Verhältnissen neu gelernt werden muss. Biertheater-Autor und Schauspieler Holger Blum hatte ja in den vergangenen Wochen und Monaten einiges zu tun, um die Stücke coronagerecht umzuschreiben. Doch wie agieren, wie spielen, wenn die Handlung Körperkontakt vorsieht, wenn Schauspieler sich in den Szenen nahekommen, weil sich partout nicht umgehen lässt. In diesem Falle, so Holger Blum, „werden wir wohl eine Plexiglasscheibe aufstellen.“ Wie das ablaufen soll respektive ob es andere Lösungen gibt, werden die nächsten Proben zeigen. Der Spielfluss solle jedenfalls nicht gebremst werden, so Blum weiter.

Und ja, Mundschutz müssen die fünf Darsteller des Premierenstücks zeitweise auch tragen. Wenn gesungen wird. Das seien aber spezielle Masken, erklärt Biertheater-Manager Richter. Die Darsteller werde man verstehen, auch dank der Mikroports.Am ersten Tag wird schon deutlich, dass das Proben in diesen pandemischen Zeiten für alle an der Produktion beteiligten Personen gewöhnungsbedürftig ist. Die Bühne muss regelmäßig gelüftet werden, Requisiten werden von Mitarbeitern mit Maske und Handschuhen desinfiziert und und. Holger Blum erzählt davon, dass der menschliche Faktor den Probenverlauf stärker als sonst prägen wird. Die Pandemie hat auf die Gestaltung des Stückes jedenfalls Auswirkungen.

"Inspiration und Kreativität"

„Die Frauen hinter dem Ladentisch“ ist angelehnt an eine Serie im DDR-Fernsehen. Ein Verkaufstellenleiter sucht eine Stellvertreterin und löst damit einen Kampf der Verkäuferinnen um den Posten aus. Beim Schreiben konnte Biertheater-Autor Blume aus dem Erfahrungsschatz seiner früheren Tätigkeit schöpfen. Denn zu DDR-Zeiten arbeitete ert als Fachverkäufer für Obst und Gemüse. Blum glaubt, dass die Corona-Beschränkungen „bei unseren Schauspielern mit Sicherheit Inspiration und Kreativität wachsen lassen.“ Da werde man sicher auf Dinge kommen, die einem sonst nicht eingefallen würde, glaubt er. Man darf gespannt sein, was sich das fünfköpfige Ensemble alles einfallen lässt.

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