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Blaue Engel aus Zittau

Der MC Robur betrieb einen der ersten Straßenhilfsdienste der DDR.

Pannengebeutelte Kraftfahrer atmen heutzutage auf, wenn die gelben Engel des ADAC unterwegs ihren Hilferuf erhören. Auch in der DDR gab es solche Engel, allerdings war ihre Erkennungsfarbe blau. Sie gehörten dem ADMV, dem Allgemeinen Deutschen Motorsportverband der DDR, an und waren der Straßenhilfsdienst des sonst motorsportlich geprägten Verbandes.

Der Motorsportclub Robur Zittau des ADMV war einer der Vorreiter dieser Pannenhilfe. Schon im November/Dezember 1958 startete er damit zunächst sonnabends und sonntags mit Pkw oder Seitenwagenkrad auf den meistbefahreren Straßen des Altkreises Zittau. „Besetzt mit Fachkräften und ausgerüstet mit den einschlägigsten Ersatzteilen und Hilfsmitteln wie Kerzen, Schläuchen, Zündungsteilen, Treibstoff und Abschleppseil, wird nun überall Hilfe geleistet, wo es not tut“, kündigte die „Sächsische Zeitung“ vor 55 Jahren an. Die ersten Zittauer Hilfsfahrzeuge lösten noch ungläubiges Staunen aus, als sie mit blauer Flagge und der Inschrift „ADMV Straßenhilfsdienst Zittau“ zu einem defekten Auto oder Motorrad ausrückten. Doch ihr Dienst am Kraftfahrer bewährte sich, auf den Erfahrungen der Zittauer blauen Engel bauten viele andere ADMV-Straßenhifsdienste auf, die sich dann zu Beginn der 1960er Jahre republikweit gründeten.

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Die Motorsportfreunde wurden vielerorts in einem 30-stündigen Lehrgang auf ihren ehrenamtlichen Hilfsdienst vorbereitet. Sie eigneten sich das nötige Fachwissen an und wurden mit den Arbeitsschutzbestimmungen vertraut gemacht, ehe sie ihren freiwilligen und unentgeltlichen Dienst auf den Landstraßen antraten und dazu auch das Verständnis ihrer Ehefrauen brauchten. (SZ/dD)