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Blühwiese für Biene, Hummel und Co.

Der Grundschul-Förderverein plant eine große Aussaat-Aktion. Auf rund 1.000 Quadratmetern sollen Insekten künftig Nahrung und Unterschlupf finden.

Eine Wildbiene sucht auf einer Magerwiesen-Margerite nach Nektar. In Radeburg gibt es verschiedene Initiativen, um wieder mehr Lebensraum für Insekten zu schaffen.
Eine Wildbiene sucht auf einer Magerwiesen-Margerite nach Nektar. In Radeburg gibt es verschiedene Initiativen, um wieder mehr Lebensraum für Insekten zu schaffen. © Patrick Pleul/dpa

Radeburg. Pünktlich zum Jubiläum hat die Stadt Radeburg in diesem Jahr den großen Hof der Grundschule auf dem Meißner Berg neu gestaltet. Vor zehn Jahren war zwar die Schule neu gebaut worden, der Hof blieb aber, wie er war. Auch die angrenzende Bushaltestelle wurde in einen zeitgemäßen Zustand versetzt.

Für Sonntag haben Eltern und Schüler nun gemeinsam einen weiteren Schritt zur Aufwertung des Areals geplant. Auf einer rund 1.000 Quadratmeter großen Fläche neben der Bushaltestelle, auf der früher Autos parkten, soll es künftig blühen und summen. Das entsprechende Saatgut soll ab 10 Uhr in den von einem Radeburger Landwirt dafür vorbereiteten Boden eingebracht werden. 

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„Für diese Spätsommer-Aussaat brauchen wir viele helfende Hände und Füße“, heißt es dazu vom Verein. Denn das Saatgut muss nicht nur ausgebracht, sondern der Boden danach auch angetreten werden. „Interessierte Radeburger, auch aus den Ortsteilen, können uns dabei gern unterstützen.“

Unterstützung hat der Verein zur Förderung der Grundschule Radeburg e.V. im Vorfeld bereits von der Stadt Radeburg bekommen, die die Nutzung des Grundstücks ermöglicht. Aber auch von der Aktion „BienenBlütenReich“ des Netzwerks Blühende Landschaft, das die Finanzierung übernimmt. 

„Und zwar nicht nur für das Saatgut, sondern auch die Bodenvorbereitung, damit dann auch alles wie gewünscht wächst“, sagt Anita Bätz. Und sollte doch an der einen oder anderen Stelle eine Nachsaat notwendig werden, übernimmt das Netzwerk in den kommenden beiden Jahren auch die Kosten dafür.

Die Berbisdorferin hatte vor zwei Jahren die erste Aktion gestartet. Den Naschgarten an der Grundschule. Möglich wurde dessen gemeinsame Bewirtschaftung mit den Kindern durch das Modellprojekt Eltern-Kind-Zentrum Radeburg. Eine kleine Schmetterlingswiese neben der Schule folgte im Vorjahr.

Seit dem Vorjahr ist Anita Bätz auch Referentin im Netzwerk blühende Landschaft. Das Forum aus Landwirten, Imkern, Verbrauchern und Naturschützern setzt sich dafür ein, dass auf derzeit brachliegenden Flächen gebietsheimisches Saatgut Blüten treiben kann.

Vor den Sommerferien hat sie auch auf einer kleinen Fläche neben dem Berbisdorfer Jugendclub Samen in die Erde gebracht. „Aber auch einige Pflanzen, weil durch den starken Regen ein Teil des Hanges abgerutscht war.“

Die neue Wiese wird übrigens aus mehreren Abschnitten bestehen. Ein etwa ein Meter breiter Randstreifen soll regelmäßig vom Bauhof gemäht werden. „Damit man sieht, dass das keine verwilderte Fläche ist, sondern das Gras und die Blumen dahinter hochwachsen sollen“, sagt Anita Bätz. Dem ersten schließt sich eine zweiter, etwa doppelt so breiter, Streifen an. „In ihm werden Mohn-, Sonnen- und andere Blumen stehen.“ Erst dann kommt die eigentlich Blühwiese. Die soll sich dann die nächsten fünf bis zehn Jahre weiter entwickeln.

Am Sonntag soll es auch ein 1. Blühwiesen-Picknick geben, so dem alle etwas zu Essen, Trinken und Teilen mitbringen. Vielleicht wird daraus ja einmal eine Tradition, wenn noch weitere Flächen in Radeburg zum Blühen gebracht werden. „Mein Traum ist es, dass die Ortsteile einmal durch Blühstreifen miteinander verbunden werden.“

Der Bauhof der Stadt lässt inzwischen auch mal Blumen und Gräser auf Baumscheiben wachsen und mäht nicht mehr jede Wiese immer und komplett. Manche Radeburger müssen sich an diesen „ungepflegten“ Anblick aber erst gewöhnen.

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