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Blumen für das Ehrenamt

Engagierte Bürger wurden im Schloss Seifersdorf ausgezeichnet. Die Leppersdorfer überraschten mit einer Premiere.

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© Bernd Goldammer

Von Thomas Drendel

Wachau. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind besonders in diesen politisch schwierigen Zeiten wichtig. Sie tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. – Mit diesen Sätzen gab der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) das Motto für den diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Wachau im Schloss Seifersdorf vor. Entsprechend wichtig war es dem Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) und den jeweiligen Ortsvorstehern, engagierte Einwohner auszuzeichnen.

Den Reigen eröffnete in diesem Jahr die Seifersdorfer Ortschefin Katrin Schulze (Offene Bürgerliste). Sie rief Volker Hantsche nach vorn. Die Liste seiner Verdienste wollte kein Ende nehmen. Seit 35 Jahren arbeitet der Seifersdorfer im Kirchenvorstand der örtlichen Kirchgemeinde mit. Er hat sich maßgeblich für die Sanierung des Gotteshauses in den vergangenen Jahren eingesetzt. „Außerdem packt er als Zimmermann selber tatkräftig mit an und erledigt ehrenamtlich Reparaturen beispielsweise am Dachstuhl“, sagte die Ortsvorsteherin. Er führt außerdem Besucher durch die Kirche und verblüfft mit seinem detaillierten historischen Wissen. Doch damit nicht genug. Seit 30 Jahren ist er aktives Mitglied der Seifersdorfer Feuerwehr.

Kneip-Häusl mit Sauna

Für Wachau zeichnete Ortsvorsteher Lothar Israel (Offene Bürgerliste) zwei Frauen aus. Christa Oertel ist seit mehreren Jahren als Leiterin der Seniorenclubs in Wachau und Seifersdorf tätig. Hier organisiert sie die verschiedensten Veranstaltungen. „Ohne sie wäre das öffentliche Leben in den beiden Orten ärmer.“ Als zweite wurde Christa Brandt ausgezeichnet. Die Erzieherin im Wachauer Kinderhaus hat sich nach den Worten von Lothar Israel für das Kneipp-Konzept der Einrichtung stark gemacht. „Die Eltern sind jetzt froh darüber, dass der Kindergarten dieses Konzept verfolgt und dass es das Kneipp-Häusel mit der Sauna gibt. Das ist auch ein Verdienst von Christa Brandt.“

Für Lomnitz wurde eine Frau ausgezeichnet, die sich gleich auf mehreren Gebieten engagiert, wie Ortsvorsteher Helmar Heine (CDU) sagte. „Ilona Münnich ist Mitglied im Förderverein Dorfkirche Lomnitz. Hier hilft sie unter anderem bei der Vorbereitung vieler Veranstaltungen. Um die Verwaltung des Friedhofes kümmert sie sich ebenfalls.“ Darüber hinaus organisiert sie maßgeblich eines der beliebtesten Feste im Ort. Die Lomnitzer Hofweihnacht. „Das ist jedes Jahr ein Ereignis. Die vielen Besucher zeigen das ganz deutlich.“

Premiere beim Neujahrsempfang

Dann gab es eine Premiere auf dem Wachauer Neujahrsempfang. Erstmalig wurden zwei Ehrenamtliche ausgezeichnet, die anonym bleiben wollten. „Es sind zwei Leppersdorfer, die sich sehr für den Naturschutz engagieren. Sie kümmern sich beispielsweise um Nistplätze für Singvögel in unseren Wäldern. Rund um Leppersdorf haben sie bereits 120 Nistkästen angebracht“, sagte Ortsvorsteher Volker Lehmann (Offene Bürgerliste). Ihren Wunsch, den Namen beim Neujahrsempfang nicht zu nennen, respektiere er.

Landrat Michael Harig (CDU) und Bundestagsabgeordneter Arnold Vaatz (CDU) sorgten in ihren Reden für Nachdenklichkeit unter den zahlreichen Gästen im Saal des Seifersdorfer Schlosses. „Ich wünsche mir gerade jetzt im Jahr der Bundestagswahl, dass wir bei aller politischen Meinungsverschiedenheit zuhören und Argumente zählen. Menschen in Schubladen stecken, bringt uns nicht weiter“, sagte Vaatz.