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Bornaer Firma bringt Sandsteinwelt nach Dresden

Das neu gestaltete Hotel Mercure macht den Gästen Lust auf die Sächsische Schweiz. Mit riesigen Fotos und Stein von der Rolle.

© Norbert Millauer

Von Heike Wendt

So einen Auftrag bekommt Thomas Fischer von der Firma Bornaer Hotel Concept nicht alle Tage. Der öffentliche Bereich im Hotel Mercure auf der Hamburger Straße in Dresden sollte komplett neu gestaltet werden. Oberste Priorität: Der Bezug zur Region. „Was liegt näher, als die Sächsische Schweiz nach Dresden zu holen“, sagte sich der Hotelausstatter und machte sich mit seinen Mitarbeitern ans Planen. Das Unternehmen aus dem Bahretaler Ortsteil Borna hat sich seit sechs Jahren auf die Ausstattung von Hotels spezialisiert und ist damit der einzige Anbieter dieser Art in Sachsen. Seine Kunden sind in ganz Deutschland verteilt.

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Entstanden ist im Dresdner Mercure ein Foyer-, Gastronomie- und Tagungsbereich in hellen Sandsteinfarben. Statt eckiger und geradliniger Strukturen dominieren runde und ovale Linien, ganz wie im Elbsandsteingebirge. Passend dazu sind Fußböden, Tapeten und indirekte Beleuchtung ausgewählt. Ganz konkrete Einblicke gewähren zwölf überdimensional große Landschaftsaufnahmen. Dafür hat das Unternehmen mit einem auf Landschaftsbilder spezialisierten Fotografen kooperiert. Auf einer Fläche von 2,50 mal 1,25 Meter ist beispielsweise die Basteibrücke neu in Szene gesetzt. „Die Gäste werden angeregt, sich die nähere Umgebung anzuschauen und auch nachzufragen, wo diese Aufnahmen entstanden sind“, sagt Thomas Fischer.

Genau das soll mit dem Ausstattungskonzept erreicht werden. Zu sehen sind Bilder von der Festung Königstein, eine Aufnahme mit Regenbogen am Lilienstein, der Wasserfall im Amselgrund oder ein Sonnenaufgang über den Bergen. Ganz auf Tuchfühlung lässt sich gegenüber der Rezeption mit Sandstein, dem typischen Gestein der Sächsischen Schweiz, gehen. Eine Wandfläche ist komplett mit Sandstein verkleidet. „Den gibt es von der Rolle, er wird zwei Millimeter stark aufgetragen und ähnlich wie eine Tapete an der Wand angebracht“, erläutert Thomas Fischer. Fertig gestaltet sieht es aus, als ob die Wand direkt aus Sandstein gebaut sei.

Das gesamte Projekt ist in Rekordzeit von nur zwei Monaten entstanden. Die Erneuerung war nach dem Hochwasser im Juni notwendig geworden. Die Zeit drängte. So wurden die ersten Bereiche schon gebaut, während die Feinplanung der weiteren Räume in Arbeit war.

Praktische Entscheidungshilfe für Produktdesign und Innenarchitektur ist die Ausstellung in den Räumen der Bornaer Firma Hotel Concept. Dort hat Thomas Fischer komplette Zimmerideen mit neuesten Materialien arrangiert. Auf 200 Quadratmetern sind mehrere Musterzimmer aufgebaut. Mit den eigenen Gestaltungsideen ist die Firma auch auf Fachmessen wie der „Gäste“ in Leipzig präsent. Dort informieren sich Gastronomen und Hoteliers über die neuesten Trends. Durchschnittlich 500 bis 600 Hotelzimmer stattet das Unternehmen jedes Jahr neu aus.

„Wir sind sehr froh, einen solch schönen Auftrag in der Nähe bekommen zu haben“, gesteht Thomas Fischer. Bisher musste er zu seinen Auftraggebern weiter reisen. Zu denen zählen die Mercur-Häuser in Remscheid, Dortmund, Sindelfingen, das Düsseldorfer City-Center und die Frankfurter Messe. Auch Hotels der Kette Ibis hat der Tischlermeister ausgestattet.