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Brandopfer feiern heute Richtfest mit vielen Helfern

Durch ein Feuer verlor Familie Franke im Vorjahr ihr Haus. Von der ersten Minute an standen ihr viele Menschen bei. Bis heute.

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Von Sven Görner

Die bunten Zettel, die Angela und Matthias Franke zu Wochenbeginn an den Zaun ihres Grundstücks in Friedewald hängten, sorgten für einige fragende Blicke. Denn seit das Haus des Ehepaars vor acht Monaten durch einen nächtlichen Brand zerstört und danach bis auf den Keller abgerissen worden war, hatte sich dort nichts mehr verändert. Und nun die Einladung an alle Freunde, Nachbarn, Helfer zum Richtfest am heutigen Sonnabend.

Ab Mittwoch begann sich das Rätsel dann zu lüften. Früh um 7 Uhr rückten Bauleute an und wenig später begann mithilfe eines Autokranes der Aufbau des neuen Hauses der Frankes – eines aus Fertigteilen. Und da die Arbeiten wie geplant vorangingen, steht dem heutigen freudigen Ereignis nichts mehr im Wege.

Wie Angela Franke sagt, haben sie und ihr Mann sich auf rund 100 Gäste eingestellt. Allein die Feuerwehren wollen mit etwa 40 Leuten und einigen ihrer Fahrzeuge anrücken. „Solch eine Einladung haben wir bisher noch nie bekommen“, sagt einer der Feuerwehrmänner aus Moritzburg. Doch auch die Mitglieder des Kirchenchores aus Reichenberg und der Radebeuler Posaunenchor werden kommen. Ein kleines Volksfest.

Für die Frankes stand indes schon lange fest, dass sie sich bei den vielen Helfern bedanken wollten, die ihnen in der Brandnacht am 10. Mai 2011 und in den schwierigen Tagen danach zur Seite standen. „All diese Solidarität ist wirklich unglaublich“, sagt die 60-Jährige, und man spürt, wie sie das bewegt.

Und die Hilfe geht auch jetzt weiter. „Da, in dieser Garage“, sagt sie und zeigt auf das Nachbargrundstück, „sind noch immer Sachen von uns eingelagert, die aus dem Haus gerettet werden konnten. Ebenso da drüben.“ Die vielen Bücher der Frankes wurden indes zu einer Familie nach Wahnsdorf ausgelagert. „Die Feuerwehrleute hatten sie zwar mit Planen geschützt, aber etwas nass waren sie doch geworden.“ In dem Haus in Wahnsdorf konnten sie auf dem Boden trocknen.

Während Angela Franke erzählt, sitzt der vierjährige Landseer-Rüde Aaron brav neben seinem Frauchen und schaut den Bauarbeitern zu. Er war es, der die Frankes in der Brandnacht geweckt hatte. „Wir haben fest geschlafen, wurden aber munter, weil er plötzlich neben unserem Bett saß. In der oberen Etage das Hauses, dort wo sich das Büro befand, tobte da schon das Feuer. „Es hörte sich an, als ob es regnet.“

Matthias Franke hatte noch versuchte, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen und zog sich dabei eine schwere Rauchgasvergiftung zu. Dann waren auch schon die Feuerwehrleute da. Fast 60 Mann. „Sie löschten nicht nur, sondern schafften auch wichtige Unterlagen und persönliche Dinge raus. Sogar meinen Geburtstagstisch haben sie gerettet.“ Auch Nachbarn eilten sofort zur Stelle.

Die Hilfe ging in den Tagen danach weiter. Die Familie Becker-Wolff stellte eine Wohnung zur Verfügung, in der die Frankes auch jetzt noch ihr vorübergehendes Zuhause haben. „Wenn man solch einen großen Hund wie wir hat, ist das auch nicht selbstverständlich.“

Die Polizei habe dann sehr schnell ermittelt, dass ein Flachbildschirm im Büro die Brandursache war. Der hatte auf Stand by gestanden. Angela Franke: „Es war wichtig, dass wir schnell die Bescheinigung bekamen, dass weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit Ursache für den Brand waren.“ So sei dann auch sehr schnell die Zusage von der Versicherung gekommen, den Neubau des Hauses zu bezahlen.

Da der nicht einmal 20 Jahre alte Vorgängerbau ein Fertigteilhaus war, suchten die Frankes auch für den Neubau einen entsprechenden Anbieter. Es sei kein Problem gewesen, die Zimmer wieder so zu planen wie im alten Haus. „Kompetente und kulante Unterstützung haben wir auch vom Architekten Robert Rosenstock bekommen.“

Den Innenausbau werden Firmen aus dem Ort übernehmen. In drei Monaten soll alles fertig sein, sodass die Frankes dann nach nicht einmal einem Jahr in ihr neues Haus einziehen könnten. „Nur das Büro bleibt dort, wo es seit dem Brand ist – in Radebeul“, sagt Angela Franke. Das Dachgeschoss werde künftig andeweitig genutzt.