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Brück & Sohn feiert die Ansichtskarte

Das Verlagshaus gibt jetzt sein 33333. Motiv heraus und plant Ende Mai eine Festwoche.

Von Peter Anderson

Uwe Leuter ist die Vorfreude deutlich anzumerken. Der Dresdner Ansichtskarten-Spezialist ist einer der Gäste zum großen Jubiläum von Brück & Sohn Ende Mai. 33333 Ansichtskarten-Motive hat der Meißner Kunstverlag seit 1897 auf den Markt gebracht. Das soll mit einer Festwoche gewürdigt werden.

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„Die Schnapszahl ist natürlich ganz nett. Mich fasziniert allerdings noch mehr die Kontinuität des Unternehmens“, sagt Leuter, der regelmäßig für die Sammlerzeitschrift Ansichtkarsten-Express schreibt. Seit über 120 Jahren gehen die bunt bedruckten Grüße des Meißner Traditionshauses in alle Welt. Aus 17 Ländern und 1300 Orten stammen die Motive. So hat es Helmut Brück herausgefunden. „Der Verlag ist der einzige, der angefangen von der Blütezeit der Ansichtkarten-Industrie bis in die Gegenwart kontinuierlich Karten druckt“, sagt Leuter.

Spiegel der Zeitgeschichte

Für den Dresdner Sammler sind Ansichtkarten dabei nicht nur profane Urlaubsgrüße, die im Sommer die Briefkästen verstopfen. „Die Bilder und die Texte auf den Karten sind einmalige Zeitzeugnisse“, sagt Leuter. Angefangen von den unzähligen Armee-Motiven aus der Kaiserzeit bis hin zu den wenigen Exemplaren aus den Jahren 1946 bis 1949. „Das Papier war knapp, und es gab keine Druck-Genehmigungen“, sagt Leuter. Zudem dürfte der Nachkriegs-Alltag kaum Muße für einen fröhlichen Kartengruß gelassen haben.

Heute ist das anders. „Seit einigen Jahren verzeichnen wir steigende Verkaufszahlen“, sagt Helmut Brück. Der Meißner Verlag konzentriert sich auf Ansichten aus Dresden, Meißen, Moritzburg und Leipzig. Das 33333. Motiv macht keine Ausnahme. „Es wird ein aktuelles Foto der Albrechtsburg sein“, sagt Brück. Allerdings in limitierter Auflage und mit Sonderstempel.

Geschäft wird verhüllt

Wer eines der raren Stücke ergattern möchte, sollte zwischem dem 24. Mai und 1. Juni auf der Burgstraße vorbeischauen. Frei nach Verhüllungskünstler Christo wollen Annette und Helmut Brück ihr Stammhaus an diesen Tagen mit einem Vorhang aus Karten verdecken. Über 3500 Motive aus dem Archiv wurden dafür in den vergangenen Wochen auf Angelsehnen gezogen. Mit Ferngläsern können die Gäste vom Fußweg am Rathaus eine Reise durch die Geschichte der Ansichtskarte antreten.

Parallel dazu gibt es vom 24. bis 26. Mai ein anspruchsvolles Festprogramm. Einer der Höhepunkte dürfte der Auftritt von Meißens Seniorentheater-Gruppe werden. „Wir haben gemeinsam acht Ansichtskarten ausgewählt und werden zu jedem Motiv eine passende Szene spielen“, verrät Sentha-Mitglied Monika Barabas. Zum krönenden Abschluss sollen die Ansichtskarten-Ketten am 1. Juni unter den Hammer kommen.