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Bürgermeister wird nicht mehr zur Wahl aufgestellt

Großschönau. Hans-Georg Glathe, Gemeindechef von Großschönau, wird von der CDU-Fraktion bei der Kommunalwahl 2001 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. Das bestätigte Arno Gellrich, CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, gestern auf SZ-Anfrage.

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Großschönau. Hans-Georg Glathe, Gemeindechef von Großschönau, wird von der CDU-Fraktion bei der Kommunalwahl 2001 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. Das bestätigte Arno Gellrich, CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, gestern auf SZ-Anfrage. Glathe habe Entscheidungen getroffen, "ohne uns oder die Verwaltung zu informieren", begründete er den Vertrauensentzug. Glathe wollte die Entscheidung seiner Partei gestern nicht kommentieren. Er sei nicht sicher, ob er sich überhaupt zur Wiederwahl gestellt hätte.
Einer der Vorwürfe liegt fünf Monate zurück. Im März wollte die Gesellschafterversammlung des Trixi-Parks eine Entscheidung über die Abwassergebühren von der Gemeinde Großschönau erzwingen.
"Wir haben um Rabatte gebeten, wie sie für Großabnehmer üblich sind," erklärte Trixi-Geschäftsführer Wolfgang Laufer. Über Monate hätte die Gemeinde auf diese Forderung nicht reagiert. Deshalb wurde in der Gesellschafterversammlung die Halbierung der laufenden Gebühren als Druckmittel beschlossen. Glathe, der als Vertreter Großschönaus an der Versammlung teilnahm, enthielt sich der Stimme. Er bekam den Auftrag, die Gemeinde über die Forderung und die Entscheidung zu informieren, was er aber nicht tat. Erst als nur noch die Hälfte der Gebühren in Großschönau ankam, wurde die Forderung bekannt. Als die Gemeinde versprach, das Problem bis Ende Juni zu lösen, überwies Laufer die einbehaltenen 9 000 Mark Gebühren an Großschönau.
Glathes Verhalten hatte bereits im Juli erste Konsequenzen. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurden die Kompetenzen des Bürgermeisters durch den Gemeinderat beschnitten. Jetzt müssen sich Bürgermeister und alle anderen Großschönauer Vertreter in den Trixi-Park-Gremien wichtige Entscheidungen vom Gemeinderat genehmigen lassen. So sind zum Beispiel zukünftig Investitionen über 1 000 Mark im Monat abstimmungspflichtig. (tm)

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