merken
PLUS

Görlitz

Carolus-Chef muss Potsdamer Klinik retten

Hans-Ulrich Schmidt hat dem Görlitzer Krankenhaus in 16 Monaten eine neue Perspektive gegeben. Jetzt wird der Gesundheitsökonom anderswo gebraucht.

Im September verabschiedete Hans-Ulrich Schmidt (Mitte) noch Christoph Wilkowski als Standortleiter des St.-Carolus-Krankenhauses in Görlitz in den Ruhestand. Dessen Nachfolgerin wurde Daniela Kleeberg. Jetzt verließ auch Schmidt das Krankenhaus.
Im September verabschiedete Hans-Ulrich Schmidt (Mitte) noch Christoph Wilkowski als Standortleiter des St.-Carolus-Krankenhauses in Görlitz in den Ruhestand. Dessen Nachfolgerin wurde Daniela Kleeberg. Jetzt verließ auch Schmidt das Krankenhaus. © Foto: Hänsch/Malteser

Der Gesundheitsökonom Hans-Ulrich Schmidt wird langsam zur personifizierten Feuerwehr im Krankenhaus-Management. 

Der 53-jährige Generalbevollmächtigte des Görlitzer Carolus-Krankenhauses leitet jetzt übergangsweise das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Das war wegen eines Corona-Ausbruchs in den vergangenen Wochen schwer unter Beschuss geraten. 

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Dafür gibt Schmidt seine Görlitzer Aufgaben ab. Die Malteser hatten ihn im Januar 2019 zum zweiten Mal ans Carolus geholt, um das Krankenhaus zu stabilisieren. Damals wanderte die gesamte Chirurgie ans Emmaus-Krankenhaus nach Niesky ab. Schmidt gelang es nicht nur wieder eine Chirurgie aufzubauen, das Carolus zu einem "demenzsensiblen Krankenhaus" umzugestalten und das Schlaflabor auszubauen, sondern die Malteser auch davon zu überzeugen, das Krankenhaus fortzuführen.

Auch für ihn ziemlich überraschend erklärten dann im Herbst die Malteser, sich von Krankenhäusern zu trennen, darunter auch vom Carolus und dem Kamenzer Krankenhaus. Schmidt selbst lobte die Mitarbeiter des Carolus-Krankenhauses zum Abschied. "Sie machen einen tollen Job, insbesondere jetzt in der Corona-Pandemie, wo das Carolus die erste Adresse für Infizierte ist."

Der Zeitplan für den Verkauf des Hauses ist aber durch die Corona-Pandemie völlig über den Haufen geworfen worden. Ursprünglich sollte eine Entscheidung im ersten Quartal fallen. Im Gespräch als neuer Eigentümer war die Bergmann-Gruppe Potsdam, die auch am Lausitz-Krankenhaus in Forst beteiligt ist, wo Schmidt Geschäftsführer war.

Ruf als Erfahrener Krisen- und Krankenhausmanager

Zum Abschied würdigte der Geschäftsführer der Malteser Sachsen-Brandenburg GmbH, Sven Heise, Schmidts Wirken. Er habe "seinem Ruf als erfahrener Krisen- und Krankenhausmanager alle Ehre gemacht".  Diese Eigenschaft wird nun der gebürtige Hesse auch in Potsdam benötigen. Das Bergmann-Klinikum, das wichtigste Krankenhaus Brandenburgs, ist geschlossen worden, nachdem sich innerhalb weniger Tage viele Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt 43 Menschen starben in dem Klinikum im Zusammenhang mit Corona. Schmidt soll nun zusammen mit dem kaufmännischen Direktor den Neustart vorbereiten, während die Kommission untersucht, wie es zu dem Corona-Ausbruch in dem Krankenhaus kommen konnte.

Das Görlitzer Carolus-Krankenhaus wird von Sven Heise und Standortleiterin Daniela Kleeberg geleitet.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz