merken
PLUS

Christuskirche erhält eine Rollstuhlrampe

Ein Ensemble aus Stuttgart gibt ein Benefizkonzert für einen behindertengerechten Zugang in das evangelische Gotteshaus.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ines Eifler

Sechs Stufen muss man steigen, um in die Christuskirche zu gelangen. Sechs Stufen, die definitiv zu viel sind für jemanden, der schlecht laufen kann, mit Rollator unterwegs ist oder gar im Rollstuhl sitzt. Aber noch in diesem Jahr soll sich das ändern. Erdmann Wittig, Pfarrer der evangelischen Christusgemeinde in Rauschwalde, ist froh, dass bald ein behindertengerechter Zugang zu der knapp 80 Jahre alten Kirche gebaut werden kann. „Die Hälfte unserer Gemeindeglieder ist 70 Jahre alt und älter“, sagt er. Außerdem liegen das Pflegeheim und die Demenzwohnanlage „Hildegard Burjan“ der Caritas sowie die Behindertenwohnstätte des Lebenshilfe-Vereins in nächster Nähe. „Auch für die Bewohner dieser Einrichtungen möchten wir den Zugang zur Kirche erleichtern“, sagt Wittig.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Die Treppe zum Haupteingang am Giebel soll so geändert werden, dass von der linken Seite eine gemauerte Rampe hinaufführt und über ein Podest nach rechts bis zur breiten Treppe der Vorderfront führt. Von da aus soll man dann beide Türen gut erreichen können. 80 000 Euro wird das kosten. „Ich werde oft gefragt, ob es nicht eine günstigere Lösung gegeben hätte“, sagt der Pfarrer, „aber so eine Metallrampe wie an der Post würde den Vorstellungen des Denkmalschutzes widersprechen“.

Die Kirche ist nämlich ein bemerkenswerter Bau. Otto Bartnig, einer der Mitgründer der Bauhausschule in Weimar, hat sie geplant, jede Form sollte ihrer Funktion entsprechen. So findet man innen einen lichten Raum mit weiß getünchter Ziegelwand, leichter Holzdecke und einem Altarbereich ohne Kanzel. Denn von oben zu predigen entsprach Bartnigs Vorstellung vom kirchlichen Leben nicht, in Zeiten, als Adolf Hitler sich schon zum „Führer“ erhoben hatte. Sein Entwurf von 1934 sah auch so viele Stufen nicht vor, wie heute zur Kirche führen. Aber als sie dann drei Jahre später errichtet wurde, war es bereits Vorschrift, Neubauten mit Luftschutzkellern zu versehen. Etliche verwinkelte feuchte Kellerkammern zeugen noch heute davon. Um diesen Keller anzulegen, hob man damals aber kein extra tiefes Fundament aus, sondern setzte die Kirche einfach auf ein höheres Podest.

Damit der Bau der Rampe, die diesen Höhenunterschied nun ausgleichen wird, bezahlt werden kann, freut sich die Gemeinde über Spenden. So ist am nächsten Mittwoch das Kammerorchester „arcata“ aus Stuttgart zu Gast, das schon Zuhörer in der ganzen Welt begeistert hat. Seine diesjährige Reise mit seinem Förderverein führt diesmal in die Lausitz, wo es drei Konzerte mit Werken von Mozart, Brahms und Carl Philipp Emanuel Bach gibt. Eins in Bad Muskau, eins in Berthelsdorf und eines in der Christuskirche. Die Einnahmen spenden die 19 Musiker für die neue Rampe.

Konzert Kammerorchester „arcata“ aus Stuttgart:

11. Juni 19.30 Uhr, Ev. Christuskirche, Diesterwegplatz