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Corona: Aus für Commerzbank Löbau

3.700 Kunden sind betroffen. Die können für Bargeld in den Supermarkt gehen - sagt die Bank. Personal wechselt in Zittauer Filiale.

Die Commerzbank-Filiale an der Löbauer August-Bebel-Straße
Die Commerzbank-Filiale an der Löbauer August-Bebel-Straße © Archiv: Thomas Eichler

Es ist gewiss. Die seit März wegen der Corona-Krise geschlossene Filiale der Commerzbank an der Löbauer August-Bebel-Straße wird nicht mehr öffnen. Auf der Streichliste stand die Filiale schon seit letztem Jahr. Damals hatte der Konzern beschlossen, die Zahl seiner bundesweit 1.000 Filialen auf 800 zu reduzieren. Corona bedeutet für das Löbauer Haus nun den vorzeitigen Todesstoß.

Geahnt hatten einige Kunden es längst. Denn vor Kurzem erklärte die Bank diesen Kunden die Kündigung ihrer Schließfächer. Und den Mietvertrag für die Räume in der August-Bebel-Straße hat die Bank zum Jahresende 2021 gekündigt, wie Pressesprecherin Heike Ziegenbalg auf SZ-Anfrage angab. Nun die offizielle Erklärung: "Wir werden die Filiale in Löbau daher mit sofortiger Wirkung mit der Filiale in Görlitz zusammenlegen“, sagt Torsten Fröde, Marktbereichsleiter der Commerzbank und zuständig für die Filialen Görlitz, Zittau und Löbau. Mit den Zusammenlegungen erhöhe die Bank die Stabilität und Vertretungssicherheit in ihren Filialen, heißt es weiter in einer Mitteilung der Bank.

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Corona macht die Menschen digital

Grund für die nun vorzeitige Schließung sei ein gerade auch in der Krise verändertes Kundenverhalten. „Die Nutzung digitaler Anwendungen nimmt in unserer Region weiter zu“, so Fröde. Viele Kunden, die vorher skeptisch gewesen seien, würden nun die Vorteile von Online- und Mobile-Banking erkennen. „Die Corona-Krise führt schneller zu einem veränderten Zahlungsverhalten", sagt Torsten Fröde. 44 Prozent der Sachsen griffen häufiger zu Girocard oder Kreditkarte als vor der Krise. 27 Prozent verzichten vermehrt darauf, die Karte ins Lesegerät zu schieben und bezahlen kontaktlos mit dem Smartphone, Google- oder Apple Pay oder der Fitnessuhr. "Das ergab eine von uns beauftragte Umfrage“, so Fröde.

In der Löbauer Filiale arbeiten derzeit drei Berater. Deren Arbeitsplätze fallen nicht weg, wie die Bank versichert. Sie würden in die Filialen nach Görlitz und Zittau wechseln. Auch die Zittauer Filiale ist derzeit noch wegen Corona geschlossen. Diesen Standort wolle die Commerzbank aber nicht aufgeben, heißt es von Pressesprecherin Heike Ziegenbalg. 

Geldautomat nur noch bis September

Die Bank verkauft den Kahlschlag sogar als einen Gewinn für die Kunden. "Die etwas über 3.700 Kunden der Commerzbank Löbau genießen ein verbessertes Serviceangebot in den Filialen Görlitz und Bautzen", heißt es in der Mitteilung. In den dortigen Selbstbedienungs-Bereichen könnten sie außer nachts (22 Uhr bis 6 Uhr) Geld abheben sowie Scheine und Münzen einzahlen. Kontonummer und Bankleitzahl blieben gleich.

Für viele Dinge heißt es aber demnächst für diese 3.700 Kunden: Längere Wege. Denn dem Satz in der Mitteilung "Die Bargeldversorgung in Löbau bleibt gesichert" folgt sogleich die Einschränkung. Der Selbstbedienungs-Bereich in der Commerzbank Löbau bleibt nämlich nur noch bis Anfang September geöffnet. Danach müssen sich Kunden der Commerzbank einen Automaten der sogenannten "Cash Group" suchen, wenn sie gebührenfrei Geld abheben möchten. In Löbau geht das etwa bei der Deutschen Bank in der Sachsenstraße. Außerdem verweist die Commerzbank in ihrer Mitteilung darauf, dass "die gängigen Supermärkte ab einem Einkaufswert von 10 Euro sowie ausgewählte Shell-Tankstellen kostenfrei Bargeld zur Verfügung" stellen.

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Wie Pressesprecherin Heike Ziegenbalg erklärt, sei die Bank aber auch in Löbau auf der Suche nach einem Alternativstandort für einen Geldautomaten. So sei man etwa mit Edeka im Gespräch gewesen. Der Handelsriese wird auf dem Areal des ehemaligen Möbelhauses zwischen Äußerer Bautzner Straße und Pestalozzistraße einen Supermarkt errichten.

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