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Corona: Fit füllt Desinfektionsmittel ab

Die Beiersdorf AG spendet Sachsen 11.000 Liter. Jetzt ist diese Menge in Hirschfelde kostenlos in Flaschen aufgeteilt worden. Heute beginnt die Verteilung.

Ein Lkw nach dem anderen wird mit den Desinfektionsmitteln beladen.
Ein Lkw nach dem anderen wird mit den Desinfektionsmitteln beladen. ©  Rafael Sampedro

Palette um Palette werden in den Lkw verladen. Insgesamt 1.800 Flaschen Desinfektionsmittel. Ihr Ziel: der Landkreis Sächsische Schweiz. Die Menge ist kaum verladen und der Lkw gestartet, da wartet bereits der nächste Laster darauf, mit Paletten gefüllt zu werden. Und es wird heute nicht der letzte sein. Insgesamt 11.000 Liter Desinfektionsmittel, abgefüllt in 200 ml-Flaschen, werden bei der fit GmbH in Hirschfelde heute verladen und in alle Ecken des Freistaates geschickt.

Es handelt sich dabei um eine Großspende der Beiersdorf AG an das Land Sachsen. Der Freistaat hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit der Auslieferung beauftragt. Dabei erhält jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt genau 1.800 Flaschen Desinfektionsmittel. Die Verteilung innerhalb der Kreise und Städte obliegt den dortigen Verwaltungen. "In manchen Landkreisen übernimmt das DRK auch die Verteilung vor Ort, in anderen erfolgt es durch die Verwaltungen selbst", weiß Kai Kranich, Pressesprecher des DRK-Landesverbandes. Die Hälfte der jeweiligen Menge soll dabei Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden, die andere Hälfte geht an Rettungs- und Katastrophendienste, erklärt der DRK-Sprecher weiter.

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Von den Rückmeldungen der eigenen DRK-Einrichtungen weiß er, dass Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel dringend gebraucht werden. In dieser Situation sei jede Spende eine Entlastung, so Kranich. Mit der zugeteilten Menge könnten viele Einrichtungen mindestens die Osterfeiertage überstehen. Es sei deshalb auch wichtig gewesen, die Heime und Rettungsdienste noch vor Ostern mit den Desinfektionsmitteln zu beliefern.

Fit-Chef Wolfgang Groß (links) informiert sich über die Verladung und Auslieferung der Desinfektionsmittel-Flaschen.
Fit-Chef Wolfgang Groß (links) informiert sich über die Verladung und Auslieferung der Desinfektionsmittel-Flaschen. © Rafael Sampedro
fit-Chef Wolfgang Groß (rechts) informiert DRK-Präsident Holger Löser über die Abfüllung des Desinfektionsmittels.
fit-Chef Wolfgang Groß (rechts) informiert DRK-Präsident Holger Löser über die Abfüllung des Desinfektionsmittels. © Jan Lange
Der fit-Chef im Gespräch mit seiner Mitarbeiterin Ewa Stefaniak, die die Abfüllung der Desinfektionsmittel-Flaschen überwacht.
Der fit-Chef im Gespräch mit seiner Mitarbeiterin Ewa Stefaniak, die die Abfüllung der Desinfektionsmittel-Flaschen überwacht. © Jan Lange
Seit einigen Wochen produziert fit auch selbst Desinfektionsmittel.
Seit einigen Wochen produziert fit auch selbst Desinfektionsmittel. © Jan Lange

Das DRK hätte die 11.000 Liter Desinfektionsmittel theoretisch auch per Hand selber abfüllen können, aber das hätte Wochen gedauert, erklärt Kai Kranich. Um das zu vermeiden, wurde ein Partner gesucht, der diese Aufgabe in wenigen Tagen erledigen kann. Ein SZ-Mitarbeiter gab dem DRK den Tipp, doch mal bei der fit GmbH anzufragen. Für das Hirschfelder Unternehmen war schnell klar, dass sie dem DRK helfen können und das Desinfektionsmittel unentgeltlich abfüllen. Kurzerhand wurden Flaschen der von fit produzierten Marke fenjal für das Desinfektionsmittel verwendet.

Die Unterstützung sei auch deshalb möglich gewesen, weil die Hirschfelder seit Kurzem selbst Desinfektionsmittel produzieren, wie fit-Chef Wolfgang Groß erklärt. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Rezeptur für Desinfektionsmittel freigegeben hatte, konnte die fit GmbH mit der Herstellung beginnen. Vor etwa zwei Wochen seien die ersten drei Tonnen Desinfektionsmittel abgefüllt und an Pflegeheime und Krankenhäuser verteilt worden, berichtet der fit-Chef. 

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Die Hirschfelder wollen auch weiter Desinfektionsmittel produzieren. Das ist aber auch abhängig von der Lieferung der notwendigen Zutaten. Die Mitarbeiter seien stetig bemüht, neue Lieferanten zu finden, um weiter produzieren zu können. Vor allem die Lieferung von Alkohol sei momentan ein großes Problem, sagt Wolfgang Groß. Desinfektionsmittel besteht zu 80 Prozent aus Alkohol. "Wenn jemand gute Ideen hat, wie man an Nachschub kommt, kann er sich gerne bei uns melden", meint der fit-Chef. 

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