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MP zu Ostern in Waltersdorf - darf der das?

Michael Kretschmer verbringt die Feiertage in seinem Umgebindehaus im Zittauer Gebirge - das sorgt in Corona-Zeiten für Verwunderung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer im Garten seines Umgebindehauses in Waltersdorf.
Ministerpräsident Michael Kretschmer im Garten seines Umgebindehauses in Waltersdorf. © Archiv Rafael Sampedro

Wenn irgend möglich, sollen die Menschen daheim bleiben - das ist das oberste Gebot der Corona-Stunde. Und so hat das die Staatsregierung ja auch per "Allgemeinverfügung" angeordnet. Nun gibt es davon zahlreiche Ausnahmen - Bewegung an der frischen Luft etwa. Dennoch: Besonders zur Osterzeit wurden die Menschen aufgefordert, auf Ausflüge zu verzichten. Nun fragen sich einige Waltersdorfer, ob für ihren prominentesten Teilzeit-Mitbürger besondere Ausnahmen gelten.

Seit Jahren besitzt Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein Umgebindehaus in Waltersdorf. Ein Rückzugsdomizil für ihn und seine Familie. Ein Ruhepol in der Oberlausitzer Heimat. Seinen Lebensmittelpunkt hat der Ministerpräsident in Dresden. Es ist grundsätzlich kein Wunder, wenn Kretschmer in den Ostertagen die Idylle an der Lausche sucht. Aber grundsätzlich war in diesem Jahr eben auch vieles anders. Oder auch nicht. Denn Michael Kretschmer wurde am Osterwochenende in Waltersdorf gesichtet.

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Gleiches Recht für alle

Das stieß nicht nur auf Sympathie. "Hallo liebe SZ, fragt doch mal bitte unseren fleißigen Ministerpräsidenten, warum er sein Wochenende in seinem Haus in Waltersdorf verbringen darf?", schreibt eine Leserin aus Waltersdorf. Schließlich habe Kretschmer doch selbst die Beschränkungen mit beschlossen und verkündet. "Der überwiegende Teil unserer Dorfbewohner hält sich daran. Das verstehen viele hier nicht gut", schreibt die Leserin. Alle anderen hätten auf Ausflüge verzichtet, welche den Radius von 15 Kilometern  überschreiten.

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Nun, SZ hat deswegen umgehend bei Michael Kretschmer nachgefragt. "Selbstverständlich hält sich auch der Ministerpräsident an die Corona-Schutz-Verordnung", teilt Regierungssprecher Ralph Schreiber mit. Die aktuell gültige Verordnung vom 31. März regelt unter Paragraph 2, dass das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftige Gründe untersagt ist. Zu den "triftigen Gründen", die das Verlassen des Hauses aber erlauben, zählen unter anderen der "Besuch des eigenen Kleingartens oder Grundstücks… in Begleitung des Lebenspartners beziehungsweise mit Angehörigen des eigenen Hausstandes“, erklärt Schreiber und: "Davon hat der Ministerpräsident, so wie zahlreiche andere Sächsinnen und Sachsen, Gebrauch gemacht." Insofern bestehe kein Grund zur Annahme, dass der Ministerpräsident eine Sonderregelung hätte oder gegen geltendes Recht verstoßen hat.

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