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Dammbau Niederpöbel soll 2009 beginnen

Schmiedeberg

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Noch dieses Jahr soll der Bau des Hochwasserschutzdammes in Niederpöbel beginnen. Landestalsperrenverwaltung und Planer informierten auf einer Einwohnerversammlung in Schmiedeberg über die aktuellen Pläne. Diese liegen derzeit bei der Landesdirektion Dresden zur Genehmigung.

Warum kommt der Damm genau an diese Stelle?

In Niederpöbel erfasst er ein Einzugsgebiet von zwölf Quadratkilometern mit drei Bächen, dem Pöbelbach, dem Hölllochbach und dem Obstfluss. Es gibt zwar alte Pläne für einen Dammbau in Oberpöbel. Dort wird er aber nicht gebaut, weil er nur den Pöbelbach erfassen und deutlich weniger Wasser zurückhalten würde. Außerdem wurde der Damm gegenüber der ersten Planung etwas bachaufwärts verschoben, um einen Bestand wertvoller Weißtannen zu schonen.

Wie viel kostet das Rückhaltebecken?

Die Planer rechnen mit Baukosten von über 28Millionen Euro bis zum Ende der Bauzeit. Der Bau dauert voraussichtlich drei Jahre.

Bestehen Gefahren durch Alte Stollen im pöbeltal?

Im Pöbeltal gibt es viel Altbergbau. Über 1,2Millionen Euro plant die Talsperrenverwaltung ein, um die alten Stollen zu sichern. Damit wird ausgeschlossen, dass sich Wasser beim Stau einen Weg durch einen Hohlraum sucht und an unvorhergesehenen Stellen aus der Erde dringt.

Woher kommen die Steine für den Bau?

Für den Bau soll oberhalb des Damms ein Steinbruch neu geöffnet werden. Die Planer haben ausgerechnet, dass über 27000 Lkws mit jeweils 40 Tonnen zum Dammbau fahren müssen. Die sind dann nur auf einer kurzen Strecke im Pöbeltal unterwegs. Die Stelle, wo der Steinbruch geplant ist, wurde in Abstimmung mit Forst und den Naturschutzbehörden ausgesucht.

Was passiert Schmiedeberg Bei einem Hochwasser?

Der Damm ist so ausgelegt, dass er ein Hochwasser, wie es im Schnitt alle 100 Jahre vorkommt, vollständig auffängt. Dann fließen unterhalb noch elf Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Pöbelbach. Das passt ohne Schäden in das Bachbett. Selbst die enge Brücke unterhalb des Seniorenzentrums fasst diese Menge.

Ist ein Dammbruch ausgeschlossen?

Der Bau wird so berechnet, dass er ein Hochwasser aushält, wie es nur alle 10000 Jahre zu erwarten ist. Dann wird es zwar Schäden am Überlauf und am Pöbelbach geben. Der Damm selbst bleibe aber stehen.

Wie wird der Damm aufgebaut?

In der Mitte ziehen die Bauleute eine Wand aus Asphaltbeton hoch, die wasserdicht ist. Von beiden Seiten wird Schotter angeschüttet, der dem Bauwerk seine Stabilität gibt. Der Pöbelbach und die Straße durch das Tal werden in einem Tunnel durch den Damm geführt. Diese werden bei einem Hochwasser gesperrt und durch Stahlplatten verschlossen, sodass sich das Wasser aufstaut. Das Wasser fließt dann in zwei Leitungen durch den Damm, die genau geregelt werden können. Oben auf den Damm kommt ein Betriebsgebäude.