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Darf man noch zum Physiotherapeuten?

Derzeit herrscht große Unsicherheit bei den Patienten. Das hat Folgen für die Praxen wie die von Kathleen Wittwer in Leutersdorf oder von Silke Faltis aus Zittau.

Kathleen Wittwer in ihrer Praxis.
Kathleen Wittwer in ihrer Praxis. © Rafael Sampedro

Die Physio- und Ergotherapeuten und Logopäden vom Leutersdorfer "Mein Therapiezentrum" spüren gegenwärtig eine große Verunsicherung bei den Patienten. "Viele denken, dass Praxen wie unsere momentan geschlossen sind", sagt Chefin Kathleen Wittwer. Manche hätten auch Angst, mit einem Besuch beim Physiotherapeuten gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung zu verstoßen und sagen aus Unsicherheit ihre Termine ab oder vereinbaren diese erst gar nicht.

Die Verordnung betreffe aber längst nicht alle Angebote der Praxis, sagt Kathleen Wittwer. Zwar fallen die Sport- und Präventionskurse aus und auch private Wellness-Anwendungen könne man aktuell nicht anbieten. Doch Patienten mit einem Rezept für eine vom Arzt verordnete Behandlung dürfen diese selbstverständlich in Anspruch nehmen, sagt die Physiotherapeutin. Um das zu gewährleisten, seien die Praxen geöffnet.

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Die sächsische Landesregierung bestätigt das. Einrichtungen des Gesundheitswesens wie zum Beispiel Praxen für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapien blieben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet, teilt sie auf ihrer Website mit. Dazu gehören demnach auch die Praxen der Podologen und Psychotherapeuten. Sie alle stellen die notwendigen medizinischen Behandlungen sicher.

Selbstverständlich halten sich Kathleen Wittwer und ihre dreizehn Mitarbeiterinnen an die genannten Auflagen. Sie haben unter anderem die Praxisabläufe komplett umgestellt. So können sie sicherstellen, dass die Patienten den gebotenen Abstand zu anderen Personen einhalten können. Am Eingang kann sich jeder die Hände desinfizieren und es ist ausreichend Schutzausrüstung für die Mitarbeiterinnen vorhanden. Diese beachten während der Behandlung selbstverständlich alle Hygieneregeln. Kathleen Wittwer bedankt sich bei der örtlichen Apotheke, bei der sie die notwendigen Desinfektionsmittel beziehen konnte. Auch hat sie die Möglichkeit genutzt und Mundschutzmasken bei Damino in Großschönau erworben.

Das Team um Kathleen Wittwer tut also alles, um die Patienten auch in dieser besonderen Situation bestmöglich zu behandeln. Das heiße aber nicht, dass sie nun  ohne Rücksicht auf den jeweiligen Zustand der Patienten handele. "Wir nehmen unsere Verantwortung selbstverständlich ernst", sagt Kathleen Wittwer. Bei jedem einzelnen wägt sie jetzt noch sorgfältiger ab, ob und wie eine Behandlung durchgeführt werden kann. So kann es durchaus vorkommen, dass Termine verschoben werden. Natürlich geschehe das immer im Einvernehmen mit dem jeweiligen Patienten. Genauso behandeln sie niemanden, der auch nur leise Anzeichen von Schnupfen zeigt.

Das gilt so auch für andere Praxen der Region wie beispielsweise für die von Silke Faltis in Zittau. "Wir sind keine Massagepraxis", erläutert sie den Unterschied. Reine Wellnessmassagen dürften derzeit tatsächlich nicht angeboten werden, aber Physiotherapie umfasse eben sehr viel mehr als das, sagt sie. Daher dürfen verordnete Behandlungen trotz der aktuellen Situation weiterhin durchgeführt werden.

Sowohl Kathleen Wittwer als auch Silke Faltis haben als Chefin von mehreren Mitarbeiterinnen noch einen anderen Punkt vor Augen. Jeder, der seine medizinisch notwendige Behandlung jetzt in Anspruch nimmt, helfe damit nicht zuletzt beim Erhalt von Arbeitsplätzen, sagen sie. Das ist beiden außerordentlich wichtig, denn sie fühlen sich für ihre Angestellten verantwortlich.

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Wichtig für die Patienten sei in diesem Zusammenhang, dass alle Verordnungen, die nach dem 18. Februar ausgestellt wurden, derzeit länger als innerhalb der sonst üblichen 14 Kalendertage begonnen werden können. Diese Rezepte sind also noch nicht verfallen. Zweckmäßig ist es zudem, bei eventuellen Kontrollen auf dem Weg von und zur Praxis den Bestellzettel als Nachweis bereitzuhalten.

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