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Das Alte – die Posthalterei

Hanza Winter vom Liegenschaftsamt hatte mit diesem riesigen Zuspruch gerechnet. Geduldig standen die Besucher Schlange, um einen Blick in das jahrzehntelang nicht zugängliche Objekt „Alte Posthalterei“ zu werfen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Hanza Winter vom Liegenschaftsamt hatte mit diesem riesigen Zuspruch gerechnet. Geduldig standen die Besucher Schlange, um einen Blick in das jahrzehntelang nicht zugängliche Objekt „Alte Posthalterei“ zu werfen. Und die Schlange riss bis zum Nachmittag nicht ab. Hanza Winter freute sich, dass trotz des Ansturms alles in geordneten Bahnen lief und das Professor Jos Tomlow, Spezialist zur Baugeschichte des Hauses, eine zusätzliche Führung anbot.

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Wer sich in der Posthalterei umgesehen hatte, war durchweg beeindruckt. „Das ist ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte, das unbedingt erhalten bleiben muss“, sagte Wolfgang Werner. Da das Gebäude aber auch ein gutes Stück Postgeschichte dokumentiert, würde er sich wünschen, dass hier ein kleines Postmuseum entsteht. Gerd Schöne könnte sich dagegen vorstellen, hier eine Gaststätte mit Fremdenzimmern einzurichten, ganz so, wie es schon einmal vor 250 Jahren war. Der Bautzener meinte, dass hier schon viel eher hätte etwas unternommen werden müssen. „Es wird viel Arbeit und Geld kosten, das Haus wieder vorzurichten“, vermutete er. Auch Anja Liebsch meinte, das Museale des Gebäudes müsse erhalten bleiben. „Ich fand es sehr beeindruckend, endlich mal hinter die Mauern dieses Gebäudes blicken zu können“, sagte sie.

Ein anderer Aspekt fiel Wilfried Brestrich aus Crostau auf. Der gebürtige Görlitzer erinnerte sich angesichts der maroden Wohnungen im Obergeschoss daran, wie viele Menschen noch vor wenigen Jahrzehnten unter ähnlichen Bedingungen leben mussten. „Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen, wenn man den heutigen Wohnkomfort genießt“, sagte er.

Auf einer im Hausflur aufgestellten Tafel schrieben die Besucher weitere Ideen auf, was aus der Alten Posthalterei einmal werden könnte. Die Vorschläge reichten vom Kindergarten über einen Wellnesstempel bis hin zu Ausstellungs- oder Veranstaltungsräumen. Eine Ausstellung zur Postgeschichte wollte Reiner Schulze vom Philatelistenverein eigentlich in der Alten Posthalterei aufbauen. Leider wurden ihm aber keine Schautafeln zur Verfügung gestellt. Auch der Cottbusser Postkutscher ließ die Bautzener im Stich. „Trotz mehrmaliger telefonischer Rückrufe war er nicht zu erreichen“, ärgerte sich Andreas Thronicker. Der bekannte Bautzener Stadtführer erläuterte den Besuchern, diesmal als Postmeister kostümiert, die Postgeschichte der Stadt.