merken
PLUS Zittau

Das Aus für die Riesenbrücke

Hradek, Bogatynia und Zittau haben die Pläne für das Neiße-Dreiländereck aufgegeben - und wollen dennoch weitermachen.

So sollte sie aussehen, die Brücke am Dreiländereck.
So sollte sie aussehen, die Brücke am Dreiländereck. © Stadtverwaltung Zittau

Was sich seit Monaten abzeichnete, ist nun amtlich: Die Partnerstädte Hradek (Grottau/Tschechien), Bogatynia (Reichenau/Polen) und Zittau werden die fast 20 Meter hohe und über 70 Meter breite Brücke am Dreiländereck bei Hartau nicht bauen. "Leider sind im Zuge der Erarbeitung der Ausführungsplanung die Größe der Brücke und folglich die Kosten des Bauvorhabens sowie die notwendigen Aufwendungen für die Erlangung einer Baugenehmigung so deutlich gestiegen, dass wir uns dies als Projektpartner nicht leisten können und dieses Bauvorhaben im derzeitigen Stadium der Vorbereitung beenden müssen", schreiben die drei Stadtchefs in einer gemeinsamen Erklärung, auf die sie sich am 2. Juli bei einem Treffen verständigt haben

Weiter heißt es: "Anlass zu dieser kritischen Bewertung des aktuellen Projektstandes gab auch der Artikel „Dreiländereck-Brücke: Kommando zurück?“ vom 15.02.2020 (S. 15) in der Sächsischen Zeitung, in dem der Liberecer Hauptmann Martin Puta und der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien Cezary Przybylski zitiert wurden, dass man nur eine Überbrückung nach Deutschland brauche, da zwischen der Tschechischen Republik und Polen bereits ein Holzsteg existiere und die Kosten des Bauwerks seit Projektbeginn um das Fünffache gestiegen sind. Das sei in der Öffentlichkeit nicht vertretbar."

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Ganz gestorben ist die Idee einer Brücke am Dreiländereck aber nicht. "Nach wie vor halten wir daran fest, dass das Dreiländereck eine symbolische, aber praktisch nutzbare Aufwertung braucht, sehen uns aber gezwungen, über neue Wege nachzudenken", heißt es in der Erklärung der zwei Bürgermeister und des Zittauer Oberbürgermeisters. Fest stehe, dass eine Brücke als Voraussetzung einer nachhaltigen europäischen touristischen Entwicklung notwendig sei und diese nach wie vor eine hohe Priorität habe. Dazu, wie es nun konkret weitergeht, äußern sie sich in der Erklärung nicht. 

Weiterführende Artikel

Klickstark: Beugehaft für Abwasser-Sünder?

Klickstark: Beugehaft für Abwasser-Sünder?

Bürger im Kreis Görlitz entsorgen ihr Wasser illegal. Wie der Kreis hier vorgeht. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir am Montag berichteten.

Die Brücken-Idee war 2004 zum Beitritt von Polen und Tschechien zur EU geboren worden. Kurze Zeit später gab es einen ersten Entwurf einer kleinen runden Brücke über die Neiße, die weniger als eine Million Euro kosten sollte. Zwei Entwürfe später war die Brücke zu dem Riesen-Bauwerk mit 20-Meter-Pylonen gewachsen. Sie sollte voriges Jahr noch reichlich drei Millionen Euro kosten. Zuletzt war die Rede von knapp fünf Millionen Euro.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier

Mehr zum Thema Zittau