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Das Ende vom Streit um die Kattenburg

Der Ausbau des Hauses zum Studentenwohnheim ist beinahe abgeschlossen. Der Rechtsstreit darum ebenfalls.

Von Susanne Sodan

Fast fertig, die Villa an der Pienner Straße 25. Noch im September zierten Gerüste das Haus. Jetzt sieht es den Plänen schon sehr ähnlich – frisch gemalerte, beige Fassade statt grauer Mörtel, 18 neue Parkplätze, zwei neue Wege zur Weißeritz, ein Garten. Was noch fehlt, sind die Balkone. Auch die Bewohner sind schon da: Studenten. Frank Blechschmidt, Eigentümer der Kattenburg, plant auf dem Gelände eine ganze Studenten-Wohnanlage. Neben der Villa sollen die angrenzende Remise ausgebaut und ein Neubau aufgezogen werden. Die Baugenehmigung für die Remise ist da, noch in diesem Jahr stehen die ersten Arbeiten an. Den Antrag für den Neubau will Blechschmidt in diesen Tagen einreichen. Schöne Aussichten für Tharandts Studenten. Für Frank Blechschmidt brachte die Kattenburg aber auch Ärger. Um die Villa dreht sich seit einem Jahr ein gepfefferter Rechtsstreit.

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Die Vorgeschichte der Immobilie ist verworren: 1997 wurde ein Kaufvertrag über die Kattenburg abgeschlossen, eine Grundbucheintragung erfolgte jedoch nie. Wie die Eigentümerverhältnisse aussahen, lässt sich kaum mehr nachvollziehen. Der damalige Besitzer jedenfalls vermietete Räumlichkeiten im Dachgeschoss an seine Lebensgefährtin. 2009 wurde die Immobilie zwangsversteigert – an eine Eigentümergemeinschaft. Die wiederum verkaufte die Kattenburg im Dezember 2012 an Frank Blechschmidt. Der ehemalige Besitzer wohnte auch nach Zwangsversteigerung und Verkauf weiter in dem Haus. Soweit lässt sich die Vorgeschichte aus Gerichtsunterlagen rekonstruieren.

Wenige Tage nachdem Frank Blechschmidt die Kattenburg erworben hatte, wollte er sich seinen Mietern vorstellen und erste Planungen vor Ort abklären. Ein Kennenlernen, das in einem handfesten Streit zwischen neuem und altem Besitzer endete (SZ berichtete). Beide zogen wegen Körperverletzung vor Gericht. In der Verhandlung machten sie unterschiedliche Angaben über den Hergang der Auseinandersetzung. Die Verfahren wurden schließlich eingestellt – mit Auflagen für den früheren Besitzer der Kattenburg. Was aber weiterhin lief, war die Räumungsklage gegen die Mieter. Nach dem Vorfall im Dezember hatte Blechschmidt ihnen fristlos gekündigt, die beiden Bewohner des Dachgeschosses legten Widerspruch ein. Sie sahen den Fall anders, wie die Gerichtsunterlagen zeigen. Mit dem Kaufvertrag habe der damalige Besitzer außerdem einen Mietvertrag mit der Stadt Tharandt abgeschlossen. Der sei ihm bei der Flut 2002 abhandengekommen, gelte aber noch heute. Von der Stadtverwaltung gibt es dazu eine klare Ansage: Ein solcher Mietvertrag liege nicht vor. Ein Jahr dauerte das Hin und Her. Nun fällte das Amtsgericht Dippoldiswalde ein klares Urteil: Die Mieter müssen raus.

Die beiden Bewohner sind ausgezogen, geräumt ist das Dachgeschoss aber noch nicht. Frank Blechschmidt will sich darüber nicht mehr ärgern und lieber nach vorne schauen. „Die Liste für die Arbeiten an der Remise ist lang. Zum Beispiel kommen im nächsten Jahr neue Fenster rein, Wände müssen eingezogen, Sanitäranlagen montiert werden“, erzählt er. Und dann das nächste Großprojekt: der Neubau. Für Studenten bezahlbare Appartements will er schaffen. Ein Projekt, das auf Zuspruch stößt. Schon jetzt könnte der Bauherr eine Warteliste der Interessenten anlegen – und dabei hat der Bau des neuen Hauses noch gar nicht begonnen.