SZ +
Merken

Das Gerüst am Kittlitzer Schloss könnte Freitag fallen

Kittlitz. Die Arbeiten an Fassade und Dach stehen vor dem Abschluss. Auch im Inneren des Gebäudes ist die Sanierung schon so gut wie fertig.

Teilen
Folgen

Von Holger Gutte

Wenn es Petrus in dieser Woche mit den Bauarbeiten am Kittlitzer Schloss gut meint, könnte am Freitag das Gerüst fallen. Um das Dach jetzt vollständig zu decken, müssen noch eine Reihe von Dachziegeln zugeschnitten werden. Da jedoch die Arbeiten hierfür sehr staubintensiv sind, kann erst danach der Fassadenanstrich erfolgen. „Wir haben unser Ziel, bis zum Jahresende den Großteil der Sanierungsarbeiten am Schloss abzuschließen, so gut wie geschafft“, sagt der Vorsitzende des Heimat- und Schlossvereins Dr. Günter Schneider. Der Verein ist seit 2001 Pächter des Herrenhauses und engagiert sich seither für das Gebäude.

Von den 50 im Oktober gestohlenen historischen Dachfirststeinen mit Verzierungen gibt es immer noch keinen Hinweis über deren Verbleib. Als Folge wird nun ein Teil des Daches mit normalen Firststeinen gedeckt. Wenigstens das markante Oktagondach im Zentrum des Gebäudes soll aber die Schmuckelemente erhalten.

Insgesamt 401667 Euro sind für die Sanierung des Kittlitzer Schlosses vorgesehen. „In der Summe sind die Kosten für die Bauleistung und für die Innenausstattung enthalten“, berichtet Löbaus Baudezernent Wolfgang Winkler. Der Freistaat Sachsen steuert 60 Prozent der Kosten als Fördermittel bei. Der Verein bringt zudem noch durch zahlreiche Eigenleistungen im Schloss einen Wert von 63465Euro ein.

„Im Inneren des Schlosses haben wir als Verein schon eine ganze Menge getan“, berichtet Dr. Günter Schneider. In einem Teil der Zimmer sind die Malerarbeiten fertig, und in den anderen zumindest die hierfür vorbereitenden Arbeiten wie verfugen, gipsen und dergleichen abgeschlossen. Im Saal und im Salon wurden zudem die Stuck-elemente aufgearbeitet. Aufwendig und mit viel Fleiß haben diese beispielsweise die Vereinsmitglieder innerhalb eines Monats von dicken Farbschichten befreit. Ehemals vergoldete Stellen hat der Stuckateur inzwischen mit Goldbronze sozusagen im alten Glanz erstrahlen lassen. Nach dem Ausbau des alten Fußbodenbelages ist im Erdgeschoss das alte Parkett freigelegt worden. „Wir haben es abschleifen und einölen lassen“, schildert Dr. Günter Schneider. Dort, wo ein Ofenfundament rausgestemmt und zwei nachträglich eingebaute Zwischenwände entfernt wurden, musste neues Parkett eingebaut werden. Die Stuck- und Ausbesserungsarbeiten sind unter anderem durch die zahlreichen Spenden möglich geworden. Über 7500 Euro kamen bisher zusammen.

Ausgebessert sind die gebrochenen Stufen der Haupttreppe. In der nächsten Woche erhält sie ihre letzte Beschichtung. Stolz ist der Vereinsvorsitzende auch darauf, dass es gelungen ist, den Pavillon zu fliesen. Er wird mit einem Konferenztisch sowie teilweise neuen Stühlen und Tischen eingerichtet. Auch eine Garderobe gibt es künftig für die Besucher der Veranstaltungen.

Weil die neuen Fenster schmaler als ihre Vorgänger sind, gilt es nun, einige Wandvertäfelungen zu komplettieren. Geplant ist ebenso der Einbau einer Treppe vom oberen Flur zum Dachboden, um diesen für Veranstaltungen zu nutzen. So wie einst soll der obere Flur zudem beidseitig mit großen herrschaftlichen Türen ausgestattet sein. Auf einer Seite wurden zu DDR-Zeiten kleinere eingebaut.

2008 will sich der Verein gemeinsam mit der Stadt der Parkplatzgestaltung widmen.