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Das Parkplätzchen

Rund um das Landratsamt in Niesky fehlen Stellflächen. Nun zeichnen sich Lösungen ab.

© André Schulze

Von Alexander Kempf

Am Mittwoch drehen mehrere Autos eine Ehrenrunde auf dem Parkplatz des Landratsamtes an der Robert-Koch-Straße. Eine Stellfläche ist nicht in Sicht, dafür aber eine Menge Probleme. Denn ab heute ist das Jobcenter nach seinem Umzug für Besucher geöffnet. Dann suchen noch mehr Menschen einen Parkplatz am Landratsamt. Die gut zwei Dutzend Stellflächen für die Gäste reichen aber schon jetzt nicht aus. Zumal viele für Mitarbeiter reserviert sind.

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Der Landkreis Görlitz drängt darauf, dass die in Niesky ansässigen Ämter des Landratsamtes in ein Gebäude ziehen. Der Bürger soll so Zeit sparen und der Landkreis Geld. Für den Bürger ist es gut, alle Ämter an einer Adresse zu finden, sagt Jörg Hentschel. Er leitet das Sachgebiet Eingliederung des Jobcenters in Niesky. Der zentrale Standort habe für die Kunden aber auch einen Nachteil. „Sie werden Probleme haben, einen Parkplatz zu finden“, sagt Jörg Hentschel. Die Robert-Koch-Straße sei schon jetzt ein Nadelöhr.

Jörg Hentschel weiß, wovon er spricht. Denn auch die 33 Mitarbeiter des Jobcenters wissen noch nicht alle, wo sie ihre Autos parken sollen. Die Stellflächen für Mitarbeiter reichen nicht aus. „Um einen Parkplatz muss man sich bewerben“, erläutert der Sachgebietsleiter. Vergeben werden die begehrten Stellflächen dann nach der Länge des Arbeitsweges der Mitarbeiter. „Schon vor unserem Umzug haben die Parkplätze nicht für alle gereicht“, sagt Jörg Hentschel. Auch darum werden die Stellflächen für Besucher immer knapper.

Der Landkreis Görlitz ist nicht verpflichtet, ausreichend Parkplätze für seine Mitarbeiter zu stellen, sagt Gerlind Walter von der Pressestelle. „Es muss sich jeder selbst kümmern“, sagt sie. Im Vergleich zum Standort in Görlitz sei die Situation in Niesky ohnehin entspannter. Trotzdem suchen der Landkreis und die Stadt Niesky derzeit nach einer Lösung, um die Situation rund um die Robert-Koch-Straße zu verbessern. Die Stadt ist dem Landkreis bereits entgegengekommen. In Richtung Neusärichener Straße ist bereits ein Parkverbot auf der Robert-Koch-Straße aufgehoben worden. Laut Dieter Merdon von der Unteren Straßenverkehrsbehörde sind so bis zu neun neue Parkplätze entstanden.

Zusätzlich will Niesky auch direkt vor dem Landratsamt Stellflächen schaffen. Bis zu neun weitere Parkplätze könnten so entstehen. Noch fehlen aber die Schilder und Markierungen dafür. „Das soll so schnell wie möglich passieren“, sagt Dieter Merdon von der Unteren Straßenverkehrsbehörde. Diese Maßnahmen scheinen der Stadt aber noch nicht weitreichend genug. Niesky hat dem Landkreis vorgeschlagen, den Parkplatz an der Kreuzung von Rothenburger Straße und Robert-Koch-Straße komplett den Besuchern des Landratsamtes zur Verfügung zu stellen. Mehr Stellflächen für die Besucher bedeutet im Umkehrschluss jedoch weniger Komfort für die Mitarbeiter. „Eine Entscheidung hierzu ist noch nicht gefallen“, sagt Gerlind Walter von der Pressestelle des Landkreises.

Auf dem Flur des Jobcenters sind die Parkplätze am Mittwoch ein Gesprächsthema zwischen Umzugskisten und Malerarbeiten. Noch nicht alle Mitarbeiter wissen, ob sie eine der begehrten Stellflächen erhalten. „Es ist doch egal, ob du eine Anfahrt von 40 oder 15 Kilometer hast“, sagt eine Mitarbeiterin. Laufen könne sie keine der beiden Strecken. Unterdessen nutzen einige Mitarbeiter den nahen Parkplatz des Edeka-Marktes, um ihr Auto abzustellen. „Mal sehen, wie lange die sich das noch angucken“, sagt eine Frau.

Bus oder Bahn sind weder für die Besucher noch die Mitarbeiter des Jobcenters eine attraktive Alternative. „Der öffentliche Nahverkehr ist ausgedünnt. Die meisten sind auf das Auto angewiesen“, sagt Sachgebietsleiter Jörg Hentschel. Bis Ende 2013 soll klar sein, wie die Mitarbeiterparkplätze vergeben werden. Eventuell entsteht im Hinterhof noch die eine oder andere Stellfläche für die Mitarbeiter. Bis zum Frühjahr 2014 wird dort aber noch das Luisenheim, eine historische Gartenvilla, saniert.

Besucher werden auf diesen Parkplätzen jedoch nicht parken, denn sie liegen hinter einer Schranke. Am Mittwochvormittag sind im Hinterhof noch einige Stellflächen leer. Auf dem Parkplätzchen davor hingegen drehen Besucher Ehrenrunden. Frei sind dort nur reservierte Flächen.