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Das Schicksal der barocken Ostritzer Kreuzigungsgruppe

Die barocke Kreuzigungsgruppe auf dem Ostritzer Hutberg hatte der katholische Pfarrer Tobias Hieronymus Rolle mit viel Aufwand im Jahr 1711 aufstellen lassen. Pfarrer Rolle hinterließ Stiftungsgelder,...

Die barocke Kreuzigungsgruppe auf dem Ostritzer Hutberg hatte der katholische Pfarrer Tobias Hieronymus Rolle mit viel Aufwand im Jahr 1711 aufstellen lassen. Pfarrer Rolle hinterließ Stiftungsgelder, damit das Kreuz und die Kreuzwegstationen, die am Weg zwischen Stadt und Hutberghöhe standen, immer in würdigem Zustand blieben.

Doch mit Erweiterung des Basaltabbaues zu DDR-Zeiten kam für die Gruppe das unwürdige Ende. Der damalige katholische Pfarrer Hermann Bitter berichtete: „Am 13. Juli 1962 wurde die Demontage des Kreuzes vorgenommen. Ich war persönlich zugegen. Leider passierte aus mangelnder Untersuchung über die Art der Verankerung ein unverzeihliches Unglück. Nachdem der Boden etwas aufgegraben war, versuchte man mit einem Greifer das Kreuz aus der Erde zuheben. Leider hatte man die Verankerung in der Erde nicht genauer festgestellt. Man versuchte mit Gewalt, das Kreuz aus der Erde herauszuziehen. Die Kraft des Greifers hatte Erfolg. Aber als sich endlich das Kreuz gelöst hatte, flog es durch die Gewalt, die man angewendet hatte, hoch durch die Luft, stürzte zu Boden und zerbrach.“

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Der große Schaden wurde laut Pfarrer Hermann Bittner dann ersetzt. Das zerbrochene Kreuz und der Corpus wurden nach Dresden gebracht, wo aus Sandstein ein neues Kreuz entstand. Der Original-Torso gelangte nach Ostritz zurück und fand auf einem Sockel rechts in der Vorhalle der katholischen Kirche der Neißestadt seinen Platz. (jb)