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Das sind Mittelsachsens Müllprobleme

Die Nachfrage nach dem Schadstoffmobil ist derzeit groß. Aber auch der Frust über die Preise für den Grünschnitt.

Viele haben die vergangenen Wochen genutzt, um auszumisten. Dabei ist aber auch Müll, der nicht in die Tonne gehört oder im Wertstoffhof abgegeben werden kann. Wohin damit?
Viele haben die vergangenen Wochen genutzt, um auszumisten. Dabei ist aber auch Müll, der nicht in die Tonne gehört oder im Wertstoffhof abgegeben werden kann. Wohin damit? © Symbolfoto: Dietmar Thomas

Region Döbeln. Lacke, Altöle, Metalldosen – viele haben in den vergangenen Wochen ihre Garagen, Keller oder Dachböden ausgemistet und dabei Abfall gefunden, der nicht einfach so in die Tonne geworfen oder im Wertstoffhof abgegeben werden kann. „Wir haben dazu keine Genehmigung, weil wir keine abgedichteten Container hier haben“, sagt Thomas Viehrig, der für die Entsorgungsgesellschaft Döbeln für die Wertstoffhöfe in der Region zuständig ist.

Fährt das Schadstoffmobil im Landkreis wieder?

Entsorgt werden können die Problemstoffe beim Schadstoffmobil. Das macht in der Regel mehrmals pro Jahr Station an verschiedenen Standorten im gesamten Landkreis. Coronabedingt sind jedoch einige die Termine des Mobils ausgefallen. Seit Ende April ist es aber wieder unterwegs. „Die Nachfrage war zu den ersten Entsorgungsterminen höher als üblich“, sagt Jens Irmer. In den kommenden Wochen würden sich, nach Einschätzung des Chefs der Entsorgungsdienste Landkreis Mittelsachsen GmbH (EKM) aber die Abgabemengen wieder normalisieren, da auch das Schadstoffmobil seine Touren wieder regulär durchführe.

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Wurden die Wertstoffhöfe nach der Schließung überrannt?

An den Wertstoffhöfen ist ein Ansturm nach der coronabedingten Schließung zwischen dem 23. März und dem 20. April weitestgehend ausgeblieben. Die Lage dort sei grundsätzlich entspannt, sagt Jens Irmer. Nur in Einzelfällen sei es zu längeren Wartezeiten gekommen. Viehrig berichtet für die Anlagen in Hohenlauft, Leisnig und Waldheim von einem sukzessiven Anstieg der Besucherzahlen. „Die Öffnung hat sich erst herumgesprochen.“ Dennoch sei der Besucherverkehr konstant und koordinierbar geblieben, berichtet Jens Irmer. 

Speziell in der Region Döbeln seien vor allem mehr Elektroschrott sowie Sperrmüll als üblich an den Höfen abgegeben worden, sagt Viehrig. Inzwischen habe sich das aber wieder normalisiert. Im Vergleich zu den Vorjahren gebe es allgemein auch keine Besonderheiten bei der Art der entsorgten Abfälle, ergänzt Irmer.

Kommt es aktuell zu längeren Wartezeiten auf den Höfen?

Das Aufkommen an den Höfen sei verschieden und auch wetterabhängig, meint Viehrig. Bei Sonnenschein sei mehr los, als bei Regen. Der größte Betrieb herrsche in Hohenlauft meist montags, aber auch freitags sei oft mehr los als sonst in der Woche. Die Hygienemaßnahmen, die auch für den Wertstoffhof gelten, würden die Bearbeitungsdauer aber nicht beeinträchtigen. Viehrig und sein Team bemühten sich, an allen Standorten das Aufkommen schnell abzuarbeiten. Doch in manchen Fällen seien Kontrollen notwendig. Wenn Leute mit viel Abfall auf den Hof kommen, der auf verschiedene Container verteilt werden muss, dann packten die Mitarbeiter mit an, damit es schneller gehe. Trotzdem könne es vereinzelt zu Wartezeiten kommen.

Welche Regeln müssen auf den Höfen derzeit beachtet werden?

Auch auf den Höfen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern für die Besucher. Sie dürfen nur Einzeln an die Annahmestellen heranfahren oder -treten. Da die Gelände aber groß genug seien, sei der Mindestabstand zwischen den Besuchern einzuhalten, sagt Viehrig. Und wenn es doch zu viele werden, dann müssten Leute zunächst vor dem Tor warten. Betreten werden sollte das Gelände eigentlich nur mit Mund- und Nasenschutz. Nach Kenntnisstand von Jens Irmer gebe es bei der Einhaltung der Regeln in der Region auch keine Probleme. Die Anzahl der Fahrzeuge auf den Höfen zu begrenzen, sei nicht nötig gewesen, da diese ohnehin einzeln vorfahren müssten.

Warum sind die Preise für den Grünschnitt gestiegen?

Für viel Frust sorge bei den Leuten noch immer die Erhöhung des Preises für die Annahme des Grünschnittes. Für bis zu 240 Litern zahlten die Mittelsachsen bis Ende 2019 2,40 Euro. Nun sind es 4,60 Euro. Für Mengen über 240 Liter ist der Preis zu Beginn des Jahres von 5,25 auf 9,25 Euro gestiegen. Der Preis pro Kubikmeter beträgt neu nach Gebührenordnung 20,50 Euro. Vorher waren es 9,50 Euro. 

Der starke Anstieg der Behandlungs- und Verwertungskosten von Grünabfällen sei der Grund für die Gebührenerhöhung, sagte EKM-Chef Jens Irmer zur Begründung der neuen Gebühren im Oktober 2019. „Der durch Stürme hervorgerufene Windbruch, der verstärkt auftretende Borkenkäferbefall und nicht zuletzt die gesetzliche Pflicht zur Verwertung von Bioabfällen haben dazu geführt, dass der Markt mit derartigen Abfällen übersättigt ist und dafür nicht genug Verwertungsanlagen zur Verfügung stehen.“ Die gestiegenen Kosten müssten demnach auf die Gebühren umgelegt werden, hieß es weiter.

Kippen mehr Mittelsachsen ihren Grünschnitt in den Wald?

Einige Kunden würden gegenüber Viehrig über die hohen Preise für den Grünschnitt ihren Frust ablassen. „Manche sagen auch, dann bringen sie den Grünschnitt in den Wald“, sagt Viehrig. „Dann versuche ich, sie zu disziplinieren.“ Im Auftrag der EKM ist das Team des Wertstoffhofes auch für die Beseitigung von Wildablagerungen zuständig. Diese hätten während der coronabedingten Schließung nicht zugenommen, wie damals auch Jens Irmer deutlich machte. Selbst Viehrig hatte mit mehr Ablagerungen abends vor dem Tor des Hofes gerechnet. Doch das sei kaum vorgekommen. 

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Viele hatten aber die Gelbe Tonne zur Entsorgung von entrümpelten Gegenständen genutzt, wie Sächsische.de berichtete. Daher ließen die Müllwerker bei ihren Touren hin und wieder Tonnen stehen, mit dem Hinweis darauf, dass deren Inhalt nachsortiert werden müsse. Diese Fehlwürfe seien in den letzten Wochen nach Angaben der EGD zurückgegangen, sagt Irmer. (mit vt

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