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Das ZCOM erzählt Geschichten

Dem Jubiläum ist eine Sonderausstellung gewidmet, die noch bis zum 6. September besichtigt werden kann.

Oberbürgermeister Stefan Skora (links), Vertreter der ZCOM-Stiftung und Andrea Prittmann stoßen mit einem Glas Sekt auf die Sonderausstellung an.
Oberbürgermeister Stefan Skora (links), Vertreter der ZCOM-Stiftung und Andrea Prittmann stoßen mit einem Glas Sekt auf die Sonderausstellung an. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Ein Museum hat in 25 Jahren vieles erlebt. Weil das auch auf das Zuse-Computer-Museum ZCOM zutrifft, haben Museumsleiterin Andrea Prittmann und ihr Team zum Jubiläum die Sonderausstellung „Zuse verbindet“ aufgebaut. Mit einem Märchen verglich Wolfgang Kunde als Vorstandsvorsitzender des Vereins Konrad-Zuse-Forum die Entwicklung der Einrichtung in seiner Rede. 

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Anfangs war es eine kleine, vereinsgeführte Ausstellung, und jetzt ist es ein großes, modernes Museum. Viele ehrenamtlich engagierte Menschen waren daran beteiligt. Markiert wurde der Anfang 1993, als der Verehrer von Prof. Konrad Zuse und Softwareunternehmer Friedrich Genser aus Düsseldorf Rechner verschiedener Firmen aus den 1980er-Jahren nach Hoyerswerda geschickt hat. Der ehemalige Lautech-Geschäftsführer Dr. Christian Rentsch, Horst Tschiedel und Hans-Jürgen Pröhl von der Seniorenakademie (Senak) sowie der damalige Kultur-Bürgermeister von Hoyerswerda Martin Schmidt begutachteten die Technik und entschieden, dass die SENAK diese übernimmt. Dr. Rentsch überließ dem Verein einen Raum im Lautech-Gebäude im Industriegelände. Dort beschäftigten sich die Mitglieder mit Computern und mit Prof. Konrad Zuse (1910-1995), dem Erfinder des weltweit ersten programmgesteuerten freiprogrammierbaren Rechners, erzäht Hans-Jürgen Pröhl. Weil Konrad Zuse 1927 in Hoyerswerda sein Abitur abgelegt und hier seine Liebe zur Technik entdeckt hat, entschied die Senak Ende 1994, über den großen Sohn der Stadt und den Computer eine Ausstellung zu organisieren. „Friedrich Gensers Rechner wurden gezeigt und – gleichberechtigt – alte Robotron-Rechentechnik. Diese Grundidee besteht im ZCOM fort“, freut sich Hans-Jürgen Pröhl. Am 19. September 1995 besuchte Prof. Konrad Zuse, nachdem er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hoyerswerda erhalten hatte, die erste je in Hoyerswerda gezeigte Computerausstellung. Beeindruckt sei er gewesen und habe gesagt: „Nutzt meinen Namen schamlos aus“, so Hans-Jürgen Pröhl. Prof. Zuse bestimmte auch, Hoyerswerda soll freiwerdende Rechentechnik der Zuse KG erhalten.

Anfang der 2010er-Jahre platzte das ZCOM im Lautech-Gebäude aus allen Nähten, denn das Museum besaß nun erste Großrechner. Sie stammten von der Zuse KG und von ostdeutschen Universitäten sowie Firmen. Ein größeres Domizil war zu suchen, ebenso Sponsoren-Gelder, erzählt die ZCOM-Chefin Andrea Prittmann. Sie leitete seit 2013 die Neukonzipierung des Museums und konnte schließlich den Stadtrat von der Notwendigkeit eines Umzugs ins Erdgeschoss der Bonhoeffer-Straße 1-3 überzeugen. Die Wohnungsgesellschaft ermöglichte diesen 2017. Er bedeutet viel Platz, barrierefreie Zugänge und dass alle Sammlungsgüter an einem Standort lagern, sagt Andrea Prittmann. Sie spricht von „ausbaufähigen“ 10.000 Gästen im Jahr. Die Mitarbeiter organisieren, um bekannter zu werden, das EU-Projekt „Konrad Zuse schaut über die Grenzen“ und sie wollen intensiver mit Hoyerswerdaer Schulen arbeiten. Oberbürgermeister Stefan Skora lobt als Mitglied des ZCOM-Stiftungsrates den Förderverein Konrad-Zuse-Forum, denn dessen Engagement hat dieses moderne Museum erst ermöglicht.

Die Sonderausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Computermuseums ist in der Bonhoeffer-Straße 1-3 noch bis zum 6. September zu besichtigen, und zwar immer dienstags bis sonntags, jeweils in der Zeit zwischen 10 und 17 Uhr.

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