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Dem Anschluss der B 178n an die Autobahn droht eine Bremse

Ausgerechnet dort, wo die vom Bund genehmigte Trasse verlaufen soll, hat Weißenberg ein Gewerbegebiet geplant. 

Bis zur Autobahn geht's auf der B 178 noch lange nicht.
Bis zur Autobahn geht's auf der B 178 noch lange nicht. © Archivbild: Matthias Weber

Die Schnellstraße B 178n, die den Südkreis an die Autobahn anbinden soll, kann man beinahe schon als "Projekt B(ER) 178n" bezeichnen - eine scheinbar unendliche Geschichte. In Löbau wünscht man sich besonders einen schnellen Lückenschluss im Norden zwischen Nostitz und Weißenberg. Dort fehlen noch 5,8 Kilometer bis zur Autobahn. Und eigentlich schien die Trassenführung seit dem letzten Jahr klar. Doch nun droht neues Ungemach - denn die Trassenführung kollidiert mit einigen wirtschaftlichen Interessen der Stadt Weißenberg. Die Schnellstraße soll nämlich dort entlangführen, wo die Stadt gerne Gewerbe ansiedeln möchte.

Die Stadt Weißenberg war lange davon ausgegangen, dass die aktuelle Anschlussstelle an die Autobahn verlegt wird und die B 178n dann dort an die Autobahn gelangt. Daran hat sie auch ihr Stadtentwicklungs-Konzept ausgerichtet. Im letzten Jahr aber gab der Bund schließlich grünes Licht für eine Trassenführung, bei der der jetzige Autobahnanschluss genutzt wird. Rund 800 Meter südlich dieser Anschlussstelle ist das Betriebsgelände einer Spedition. "Das ist der größte Arbeitgeber der Stadt", sagt Weißenbergs Bürgermeister Jürgen Arlt (parteilos). Und diese Spedition habe einen dringenden Erweiterungsbedarf. Bereits vor sieben Jahren habe die Spedition ihr Betriebsgelände vergrößert, das mittlerweile aber auch schon wieder zu klein sei. Die nun geplante Trasse würde die Erweiterung der Spedition vereiteln, so Bürgermeister Arlt. "Wir haben den Bebauungsplan schon ausgelegt", sagt der Bürgermeister. Und es geht noch um ein weiteres Areal. "Wir haben eine Gewerbe-Entwicklungsfläche angelegt. Die Stadt hat sonst keinerlei Flächen zur Gewerbeansiedlung", sagt Arlt. Die geplante Trasse allerdings würde mitten durch dieses Areal hindurch führen.

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Die Stadt Weißenberg ist mit der geplanten Trasse für den Anschluss an die Autobahn nicht einverstanden. Es geht dabei um den wichtigsten Arbeitgeber der Stadt.

Der Bürgermeister betont, dass die Stadt kein Verhinderer sein wolle. "Wir sind selbst interessiert, dass die Straße so schnell wie möglich kommt", so Jürgen Arlt. Allerdings müsse für seine Kommune eine langfristige Entwicklungsperspektive sichergestellt sein. Und der Bürgermeister fühlt seine Kommune in der B-178-Planung noch nicht ausreichend angehört. "Die Belange des Naturschutzes wurden geprüft und auch die Verkehrstechnik, aber natürlich muss man auch auf die Interessen der Anlieger Rücksicht nehmen", sagt er. Nun müssten alle Punkte auf den Tisch kommen. Und das sei bisher noch nicht geschehen. Der Bürgermeister steht im Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium, um eine Lösung zu finden. "Wir sind sehr rücksichtsvoll, weil wir die Planung der Straße nicht verkomplizieren wollen", sagt Bürgermeister Arlt. Er hat zwar momentan selbst keine Idee für eine Lösung, gibt sich aber optimistisch, dass die Trassenplanung am Ende auch den wirtschaftlichen Interessen seiner Stadt gerecht wird. "Die jetzige Linie wurde bereits 2017 der Stadt Weißenberg aber auch vielen sonstigen Akteuren der Region vorgestellt, abgestimmt und intensiv diskutiert", heißt es dazu auf Anfrage von sächsische.de aus dem Wirtschaftministerium. In der letzten Arbeitssitzung zur Gesamtthematik B 178 im Dezember 2018 habe das Ministerium gemeinsam mit dem Landkreis der Stadt Weißenberg seine Unterstützung bei der Erarbeitung von Entwicklungsmöglichkeiten des Gewerbegebietes zugesagt. "Die Abstimmungsgespräche finden im Januar statt, so dass derzeit noch kein abgestimmtes Vorgehen beschlossen wurde", teilt Ministeriumssprecherin Kathleen Brühl mit.

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