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Den Namen "Gröditz" in alle Welt getragen

Peter Gneuß gehört zu jenen, die nach ihrem Berufsleben zufrieden konstatieren können, dass sie kein Jahr davon missen möchten und alles wohl noch einmal genauso machen würden. 33 Jahre lang ist der Einsneunundneunzig-Mann zur See gefahren.

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Peter Gneuß gehört zu jenen, die nach ihrem Berufsleben zufrieden konstatieren können, dass sie kein Jahr davon missen möchten und alles wohl noch einmal genauso machen würden. 33 Jahre lang ist der Einsneunundneunzig-Mann zur See gefahren. Er hat sich damit einen Traum erfüllt, den er schon als Kind und dann als Schlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Dresden hatte. Damals, Ende der 50er Jahre, wurde die Eisenbahnfähre "Saßnitz" gebaut, und Peter Gneuß hörte davon, dass man in Rostock junge Leute für die Seefahrt brauchte. Mal nach China, nach Japan fahren, der Sachse überlegte nicht lange und ging in den Norden. Hier lernte er den Beruf eines Seefahrers von der Pike auf, als Decksmann auf der "Frieden", die ihn tatsächlich nach China und Japan brachte. Auf verschiedenen Schiffen, die im Mittelmeer verkehrten, auf der Seefahrtsschule, wo er das Kapitänspatent erwarb, als Schiffsoffizier und schließlich als Kapitän des Motorschiffes "Gröditz". 13 Jahre lang war Peter Gneuß Chef der rund 30-köpfigen Besatzung dieses einst größten Trockenfrachters der DDR. Mit ihm trug er den Namen der Stadt Gröditz in alle Welt. Mittlerweile gibt es die "Gröditz" nicht mehr. Sie wurde 1999 in Indien verschrottet. Und Peter Gneuß hat längst wieder festen Boden unter den Füßen, vor allem nun auch mehr Zeit für Familie, Haus und Garten in Ottendorf-Okrilla. Das hat der heute 60-jährige Vater dreier Kinder früher oft vermisst, manchmal sah er seine Angehörigen sieben Monate nicht. Jetzt, da er sich zur Ruhe gesetzt hat, bleibt Zeit, manches nachzuholen. Gern geht er mit seiner Frau Sabine wandern, auch immer mit der schussbereiten Kamera, denn Fotos und Dias sind sein großes Hobby. Hunderte davon hat er von seinem Schiff und seinen Reisen. Dieser Tage war er in Gröditz und hielt einen Lichtbildervortrag über das Schiff mit dem Namen dieser Stadt und eine große Fahrt zum Karneval nach Rio de Janeiro. Für die Besucher war es ein Genuss, denn Käpt'n Gneuß ist alles andere als ein wortkarger Seebär, sondern er hat die Gabe, wunderbar humorvoll und fesselnd erzählen zu können. Und auch für Peter Gneuß selbst sind solche Auftritte immer wieder ein Erlebnis - eine schöne Erinnerung. (tr)

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