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Deponie wird dicht gemacht

Dort, wo unter anderem Restabfälle und Gleisschotter lagern, sollen schon bald Weihnachtsbäume wachsen.

Von Kathrin Kupka-Hahn

Das letzte Stück der Mülldeponie zwischen Klotzsche und Langebrück soll jetzt aus dem Landschaftsbild verschwinden. Bis Ende Juli werden sowohl die Nord- als auch die Südböschung der Müllkippe in der Langebrücker Straße abgedichtet und bepflanzt. Das teilt der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) mit. Die Arbeiten wird die Swietelsky Baugesellschaft mit Sitz in Meißen ausführen. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 900 000 Euro.

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Zunächst müssen jedoch die sechs Gasbrunnen und die zwei Gasunterstationen abgebaut werden. Über sie wurde das bei der Verrottung des Mülls entstehende Methangas aufgefangen, abgesaugt und in das ehemalige Blockheizkraftwerk weitergeleitet. Dort wurde bis 2009 mit dem Gas Strom erzeugt. „Inzwischen sind die biologischen Prozesse so weit abgeklungen, dass kaum noch Methan entsteht“, sagt Unternehmenssprecher Wolfgang Bonk. Deshalb könne das letzte Stück der Deponie jetzt auch abgedichtet werden.

Das wird mit einer speziellen Kunststoffdichtungsbahn erreicht. Auf diese wird eine sogenannte Rekultivierungsschicht Erde aufgebracht, die etwa einen Meter stark sein wird. Darauf wird zunächst Rasen ausgesät. „Später sollen Pflanzen eingesetzt werden, die nicht tief wurzeln“, so Bonk.

30 Jahre wird kontrolliert

Parallel dazu wird die vorhandene Rekultivierungsschicht im West- und Ostteil der Deponie von derzeit einem Meter auf 1,50 Meter Stärke erhöht. Auf der rund 36 000 Quadratmeter großen Fläche kann später eine Weihnachtsbaumplantage angepflanzt oder eine Fotovoltaikanlage installiert werden, so die Vorstellungen des ZAOE. Derzeit wird über die weitere Nutzung verhandelt. Obwohl die Deponie ab dem Sommer quasi dicht ist, ist der ZAOE verpflichtet, das Gebiet mindestens 30 Jahre lang zu kontrollieren und Nachsorge zu betreiben.

Der Abfallzweckverband Oberes Elbtal hatte die Deponie im Januar 1995 übernommen. Auf der insgesamt 6,8 Hektar großen Fläche lagern rund 1,73 Millionen Kubikmeter Restabfälle, unter anderem von der Deutschen Reichsbahn. Die hatte in den 1970er- und 1980er-Jahren Gleisschotter und ältere Schüttgüter hier abgelagert und die Fläche seit 1956 als Bahn-Kippe genutzt. Dieser Deponieteil wurde 1992 stillgelegt. Am 30. Juni 1999 wurde die Müllhalde komplett geschlossen. Bereits 2005 wurden die West- und Ostböschung endgültig abgedichtet.