merken
PLUS Freital

Der Blick geht nach vorn

Fußball: Wilsdruff will nach dem Pokal-Aus nun in der Liga beim Radebeuler BC punkten. Dieser sucht einen Trainer.

„Viel schlimmer geht es nicht mehr“: Radebeuls Kapitän Benno Töppel, hier in einem früheren Spiel als Torjäger erfolgreich, hofft nach dem schlechten Saisonstart auf einen neuen Trainer in Radebeul – vielleicht wird er es ja selbst.
„Viel schlimmer geht es nicht mehr“: Radebeuls Kapitän Benno Töppel, hier in einem früheren Spiel als Torjäger erfolgreich, hofft nach dem schlechten Saisonstart auf einen neuen Trainer in Radebeul – vielleicht wird er es ja selbst. © Archivfoto: Lutz Kollmann

Am Sonnabend stehen sich in der Fußball-Landesliga am dritten Spieltag der Radebeuler BC (13.) und die SG Motor Wilsdruff (11.) gegenüber. Vor einer Woche flogen beide Mannschaften aus dem Landespokal – jeweils bei unterklassigen Kontrahenten. Die Wilsdruffer kassierten in Dresden bei der SG Striesen in der Nachspielzeit das 1:2, die Karl-May-Städter unterlagen beim TSV Germania Chemnitz mit 0:2. Zwei Tage vor der Pokal-Blamage hatten die Radebeuler noch ein ganz anderes Gesicht präsentiert: Anlässlich der Einweihung des neuen Kunstrasens sahen 444 Zuschauer im Weinbergstadion einen 3:1-Erfolg über die Bundesliga-A-Junioren der SG Dynamo Dresden.

Richtig angefressen war RBC-Kapitän Benno Töppel nach dem Pokal-Aus in Chemnitz: „Viel schlimmer geht es nicht mehr. Das war gar nichts, ein peinlicher Auftritt. Hoffentlich kommt bald ein neuer Trainer, so kann es bei uns nicht weitergehen.“ Töppel selbst wird gegen Wilsdruff nicht auflaufen, weil er nach einer Roten Karte im letzten Punktspiel (0:2 in Neustadt) für zwei Partien gesperrt wurde. Möglicherweise wird der 32 Jahre alte Routinier nun selbst auf dem Trainerstuhl Platz nehmen.

Geld und Recht
Wer den Pfennig nicht ehrt
Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Zuletzt war Paul Gerstenberger, der vor der Saison als Co-Trainer unterschrieben hatte, als Interimscoach tätig – ohne Erfolg. Thomas Lauke, im Sommer als neuer Cheftrainer geholt, hatte schon nach dem 2. Spieltag „aus beruflichen Gründen“ um Auflösung seines Vertrages gebeten.

Vor allem offensiv ließen die Radebeuler zuletzt viele Wünsche offen. Eigentlich hatte man genau das Gegenteil erwartet, nachdem der RBC in den vergangenen Jahren unter Trainer Matthias („Lotte“) Müller wenig Tore erzielt hatte und daraufhin mit Paul Kiontke und Marius Riedel zwei ausgesprochen torgefährliche Akteure verpflichtete. Kiontke, der aus Riesa kam, verweist in 82 Landesligaspielen auf 43 Tore. Riedel, in der Vorsaison beim FSV Neusalza-Spremberg unter Vertrag, markierte in 95 Landesligapartien 44 Treffer. Ex-Trainer Lauke hatte allerdings schon nach den ersten Trainingseindrücken angemerkt: „Sie sind ähnliche Spielertypen und müssen aufpassen, dass sie sich nicht im Weg stehen.“

In Wilsdruff wird Trainer Paul Rabe vor der Abfahrt nach Radebeul erst einmal durchzählen müssen, denn die Ausfallrate beim Aufsteiger ist derzeit hoch. „Eine Entschuldigung für den schwachen Pokalauftritt in Dresden darf das aber nicht sein“, sagt der Trainer. Immerhin haben die Rabe-Schützlinge bereits einen Dreier auf dem Konto: Der 2:0-Heimsieg vor zwei Wochen gegen Kickers 94 Markkleeberg hat gezeigt, dass der Aufsteiger in Sachsens höchster Spielklasse konkurrenzfähig ist.

Die Markkleeberger sind diesmal der Gastgeber für den VfL Pirna-Copitz, der mit zwei Pokalsiegen beim FV Dresden 06 Laubegast und in Bad Lausick sowie zwei bemerkenswerten Punktspielen in Großenhain (2:0) und daheim gegen Budissa Bautzen (1:0) sehr gut aus den Startblöcken gekommen ist. Gespielt wird am Samstag ab 15 Uhr im Sportpark Camillo Ugi. Der Ex-Wilsdruffer Philip Heineccius fällt bei den Copitzern weiterhin aufgrund einer Adduktoren-Verletzung aus.

Mehr zum Thema Freital