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Der Bully-Künstler mit dem Schläger-Trick

Hugo Boisvert spielt seit vier Jahren bei den Dresdner Eislöwen. Als Kapitän führt er sie gegen Bremerhaven zum Erfolg.

© Dehli-News

Von Maik Schwert

Am Bully-Punkt gibt’s kaum einen Besseren als ihn in der Deutschen Eishockey-Liga 2. In Bruchteilen von Sekunden muss Hugo Boisvert die richtige Entscheidung treffen und dabei den Schiedsrichter, der den Puck in der Hand hält, und seinen Gegenspieler beobachten. „Normalerweise gewinne ich drei von vier Duellen“, betont er. Der Kapitän der Dresdner Eislöwen bezeichnet diese Situationen als „eine eigene Kunst“. Dabei spielt er seine Routine aus und bringt seine Mannschaft in Scheibenbesitz.

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Das gelang ihm auch gestern Abend in der heimischen Arena gegen die Fischtown Pinguins immer wieder – nur ein Grund für das 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) über Bremerhaven. Vor 1 985 Zuschauern erzielten David Hajek, Tomi Pöllänen und Feodor Boiarchinov die Tore zum siebenten Erfolg hintereinander. Den Gegentreffer schoss mit Björn Bombis ein Mittelstürmer, der 2009/2010 für die Dresdner Eislöwen spielte. Er bekam die Auszeichnung als bester Spieler seiner Mannschaft. Bei den Gastgebern erhielt Torhüter Kevin Nastiuk diese Ehrung. Boisvert bereitete das zwischenzeitliche 2:1 durch Pöllänen in Überzahl mit vor.

„Der Puckgewinn ist sehr wichtig“, erklärt Trainer Thomas Popiesch. „In Unterzahl können wir die Scheibe dadurch schnell aus der Gefahrenzone bringen oder im gegnerischen Drittel sofort Druck aufbauen. Daher ist Hugo für uns so wichtig.“ Popiesch fallen noch weitere Gründe ein: „Hugo übernimmt Führungsaufgaben. Seine Erfahrung und sein starkes Unterzahlspiel machen ihn sportlich attraktiv. Trotz seines Alters legt er ein Fitnesslevel vor, das im oberen Abschnitt der DEL 2 liegt.“ Wenn die Elbestädter in Unterzahl spielen, dann läuft Boisvert zur Bank und holt sich einen etwas längeren Schläger. Die Differenz beträgt maximal fünf Zentimeter. „Ich merke dennoch einen klaren Unterschied. Dadurch bekomme ich einen größeren Radius und kann eine weitere Fläche verteidigen.“ Er schaute sich diesen Trick von einem Gefährten aus einem seiner ehemaligen Klubs ab. Dessen Name fällt ihm nicht mehr ein. „Das liegt schon zu lange zurück.“ Der 37-Jährige spielt bereits seit 2010 bei seinem jetzigen Verein. Er war der erste Akteur, der durch die bisher einzigartige Becherwurf-Aktion in einer Saison finanziert wurde. Auch dadurch entwickelte der Mittelstürmer sich zu einem Publikumsliebling. Bei den Sachsen lernen eher die Mitspieler etwas von ihm, gerade die jüngeren Profis aus der zweiten oder dritten Reihe. Er gehört zu den Leistungsträgern, spielt auf dem Eis und in der Kabine den Antreiber mit Übersicht, strahlt Torgefahr aus, verleiht der sehr jungen Mannschaft die Kontinuität, Konstanz, Sicherheit und Stabilität, die sie benötigt, und „Hugo passt menschlich sehr gut in unser Team“, meint Popiesch.

Boisvert fühlt sich mit seiner Frau Kim, Tochter Adea und Sohn Zavier wohl in seiner Wahlheimat. „Meine Familie ist glücklich in Dresden – eine wundervolle Stadt mit begeisterungsfähigen Menschen, die wir sehr ins Herz geschlossen haben“, sagt der Mann, der in Radebeul wohnt. (mit tk)