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Der Corona-Schulanfang

Die Feiern werden für Lehrer und Eltern zur Herausforderung. Aber es gibt viele kreative Lösungen.

Fritz Fleiss besucht künftig die Kunzemannschule Döbeln und freut sich mit seinen Eltern Tina Fleiss-Lienkämper und Sandro Fleiss auf den neuen Lebensabschnitt.
Fritz Fleiss besucht künftig die Kunzemannschule Döbeln und freut sich mit seinen Eltern Tina Fleiss-Lienkämper und Sandro Fleiss auf den neuen Lebensabschnitt. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. So lange hat die Schulanfangsfeier an der Grundschule Waldheim noch nie gedauert. Die ersten der 76 ABC-Schützen kommen um 9 Uhr. Die letzten verlassen das Schulgelände um 13.15 Uhr. Dabei sind es drei Klassen, wie in den vergangenen Jahren auch.

Doch in Corona-Zeiten ist diese Feier mit einigen Herausforderungen verbunden. „Es ist ganz anders, aufregend und eine besondere Situation“, sagt Schulleiterin Annett Lorenz-Ziegenbalg. Die Organisation des Tages hatte es in sich. Obwohl die Stadtsporthalle an der Schule groß genug für alle wäre, gibt es für jede der ersten Klassen eine eigene Veranstaltung. Zwischen denen liegt jeweils eine Pause von 30 Minuten. Während der verlassen die einen das Areal durch das Hoftor und die anderen betreten es vom großen Parkplatz her. So wird nicht nur der gebotene Abstand in der Halle gewahrt, die einzelnen Klassen und die Angehörigen der Schüler begegnen sich auch nicht.

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Zwei Klassenzimmer noch im Bau

Trotz der außergewöhnlichen Umstände sollen die Mädchen und Jungen einen schönen Start in die Schulzeit haben. Die Schulleitung begrüßt die Kinder, deren Eltern und Geschwister. Mehr Personen dürfen bei der Feier nicht dabei sein. Musiklehrerin Anja Bartsch bringt die ABC-Schützen mit einem kleinen Mitmachprogramm in Bewegung und die Viertklässler haben Gedichte einstudiert. Mit ihren Klassenleitern sehen sich die Schüler ihr Zimmer an. Danach wartet bereits der Zuckertütenbaum.

Zwei der drei ersten Klassen haben vorerst aber noch kein eigenes Klassenzimmer. Sie werden im Kunst- und Musikzimmer unterrichtet, „aber den Unterschied nicht merken“, ist sich Annett Lorenz-Ziegenbalg sicher. Die eigentlichen Klassenzimmer der Jüngsten sind die beiden Letzten, die noch fertiggestellt werden müssen. Das dauert voraussichtlich bis zum Ende der Herbstferien. Ansonsten konnte die Sanierung des Südflügels der Waldheimer Grundschule abgeschlossen werden. Vorfristig. In diesem Fall hat Corona eine positive Seite. Dadurch, dass während des Lockdowns wochenlang nur wenige Kinder in der Schule waren, sind die Bauleute schneller vorangekommen als geplant.

Schulanfang Kunzemannschule Döbeln. 
Schulanfang Kunzemannschule Döbeln.  © Dietmar Thomas
Schulanfang Kunzemannschule Döbeln.
Schulanfang Kunzemannschule Döbeln. © Dietmar Thomas
Schulanfang Grundschule Mochau.
Schulanfang Grundschule Mochau. © Dietmar Thomas
Schulanfang Grundschule Mochau.
Schulanfang Grundschule Mochau. © Dietmar Thomas
Schulanfang Grundschule Mochau.
Schulanfang Grundschule Mochau. © Dietmar Thomas
Schulanfang Förderschule Roßwein.
Schulanfang Förderschule Roßwein. © Dietmar Thomas

Wo Deutsch die Zweitsprache ist

Auch in der Döbelner Kunzemannschule gibt es eine Besonderheit. 19 der 51 Erstklässler haben einen Migrationshintergrund. Sie werden sofort in die Klassen integriert, erhalten aber noch einen gesonderten DAZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache). „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Schulleiterin Birgit Frainge. Viele Kinder seien bereits hier geboren. Es müsse getestet werden, auf welchem Stand die Mädchen und Jungen sind. Normalerweise erfolgt das schon in der Vorschule und Gespräche einer Beratungslehrerin mit den Eltern. Aber das war durch die Corona-Pandemie nicht im üblichen Umfang möglich.

In der Kunzemannschule dürfen den ABC-Schützen nur zwei Angehörige begleiten. Die Feier erfolgt in zwei Durchgängen mit einer halben Stunde Pause dazwischen. Fünf Drittklässler gestalten ein kleines Programm. Die Kinder lernen ihre Lehrerin und das Klassenzimmer kennen, die Eltern überreichen die Zuckertüten und auf der Treppe ist das erste Klassenfoto möglich. Es ist ein abgespecktes, aber nicht weniger liebevoll gestaltetes Programm. So wie in allen Schulen des Altkreises Döbeln.

Schulanfang Grundschule Waldheim.
Schulanfang Grundschule Waldheim. © Lars Halbauer
Schulanfang Grundschule Waldheim.
Schulanfang Grundschule Waldheim. © Lars Hallbauer
Schulanfang Grundschule Waldheim.
Schulanfang Grundschule Waldheim. © Lars Halbauer
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg.
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg. © Lars Halbauer
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg.
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg. © Lars Halbauer
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg.
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg. © Lars Halbauer
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg.
Schulanfang Grundschule Grünlichtenberg. © Lars Halbauer

Roßweiner Schulen feiern getrennt

Die Förderschule Roßwein begrüßt ihre acht Erstklässler erstmals nicht in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Grundschule Roßwein im Rathaus. Die Förderschule gestaltet in ihrer Einrichtung eine eigene kleine Feier, deren Höhepunkt ein Feuerwehrauto ist, das die Zuckertüten bringt.

Abstand halten ist überall das oberste Gebot. Die einen haben mehr, die anderen weniger Platz. Deshalb können an der Feier der Grundschule Gersdorf acht Angehörige teilnehmen, in Sitten dagegen nur drei. „Die Platzierung in der Kulturscheune Börtewitz haben wir zum nullten Elternabend schon geübt“, so Schulleiterin Sylke Rasch-Vogelsang. So müsse der Mund-Nase-Schutz nicht getragen werden. Für die Sittener Kinder gibt es auch ein buntes Programm. Allerdings stehen die Akteure nicht selbst auf der Bühne. Bereits im alten Schuljahr haben ältere Schüler einen Begrüßungsfilm gedreht, in dem sie den Neuen die Schule vorstellen.

Insgesamt 624 Erstklässler eingeschult

Insgesamt werden an den Grundschulen im Altkreis Döbeln sowie in Grünlichtenberg und Tiefenbach 624 Erstklässler eingeschult. „Im Schuljahr 2018/2019 waren es an den öffentlichen Grundschulen im Altkreis Döbeln 461 und im Schuljahr 2019/2020 genau 500 Erstklässler“, sagt Kerstin Fechert, stellvertretende Pressesprecherin des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub). In der Region sind diesmal insgesamt 32 Kinder dabei, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich deutsch ist. Die Zahl sei im Vergleich zu den Vorjahren konstant geblieben.

In fünf Schulen fehlen die Leiter

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es neben der Grundschule Technitz noch weitere drei Grundschulen in freier Trägerschaft. Dagegen ist die Gersdorfer Grundschule, die einzige, in der die Schüler der 1. und 2. sowie 3. und 4. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. „Allerdings gibt es, den Amtsbereich des Lasub, Standort Chemnitz, allgemein betreffend, weitere Schulen sowohl in öffentlicher als auch freier Trägerschaft mit jahrgangsübergreifendem Unterricht“, so die Sprecherin.

Wie in ganz Sachsen fehlen auch in Mittelsachsen Schulleiter. Das betrifft die Grundschulen in Leisnig, Grünlichtenberg, Tiefenbach, Freiberg und Großhartmannsdorf. „Bezüglich dieser Schulleiterstellen laufen derzeit Ausschreibungen oder sind Schulleiterbestimmungsverfahren noch nicht abgeschlossenen“, sagt Kerstin Fechert.

Ungeachtet dessen sei die Leitung der Schule auch in dieser Übergangsphase abgesichert. In einigen Schulen handelt es sich auch nur um eine Auszeit junger Mütter, die nach dem Erziehungsurlaub ihre Arbeit als Schulleiterin fortsetzen werden.

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