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Der Kredit ist völlig verspielt

über die leeren Ränge beim Handball-Supercup

Berthold Neumann

Bevor der erste Ball beim Supercup geworfen wurde, mussten noch einmal die Handwerker ran. Die hängten den Oberrang der Hamburger O2-World ab. Betretenes Schweigen bei den Verantwortlichen des Deutschen Handball-Bundes, als die dunklen Sichtblenden angebracht wurden. Peinlich.

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Zu Recht, denn das ramponierte Image des Handballs ist nicht nur wegen der Sichtblenden unübersehbar. Ausverkaufte Hallen beim seit Jahrzehnten renommiertesten Turnier in Deutschland? Das war einmal. So muss die Abstimmung der Fans mit den Füßen niemand wundern. In der 13 000 Zuschauer fassenden Arena verloren sich am Sonnabend nicht mal mehr 4 000 Handball-Freunde.

Dabei sind gerade einmal sechs Jahre vergangen, als das Wintermärchen der Handballer mit dem WM-Triumph Millionen Zuschauer in den Hallen und an den Fernsehern elektrisierte. Der Song der Band Höhner „Wenn nicht jetzt, wann dann“ wurde zum Ohrwurm. Und der damalige Bundestrainer Heiner Brand erreichte eine Popularität, die sonst nur seinen Kollegen im Fußball vergönnt ist.

Nun scheint der Kredit völlig verspielt zu sein. Die sportlichen Rückschläge mit der verpassten Olympia- und EM-Qualifikation locken keine Fans mehr in Massen in die Halle. Die Eifersüchteleien und fruchtlosen Streitigkeiten im Verband erst recht nicht. Höchste Zeit, die hausgemachten Probleme endlich zu lösen. Bis zur nächsten Weltmeisterschaft im eigenen Land bleiben nur sechs Jahre.