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Der Millionenbach

Die Arbeiten am Ochsenbach kosten rund 4,7 Millionen Euro. Ehe es richtig losgeht, sind noch etliche Hürden zu nehmen.

Von Franz Herz

Der Ochsenbach durch Sadisdorf ist ein unscheinbares Gewässer, das erst im Dorf entspringt und dann als Wiesengraben durch das Dorf zu Tale fließt. Dieses Bächlein wird nun zu einem Millionenbach. Hier lieg der Schwerpunkt im Wiederaufbauplan in der Gemeinde Schmiedeberg nach den beiden Juni-Unwettern. Rund 4,7 Millionen Euro sind eingeplant für das Gewässer, das von Sadisdorf bis zur Mündung in die Rote Weißeritz knapp drei Kilometer lang ist.

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„Aber wir können dort nicht einfach loslegen“, bremst der amtierende Bürgermeister Ulrich Kretzschmar (CDU) voreilige Erwartungen. Die Planer kennen den Ochsenbach bisher zu wenig. „Wir benötigen noch Berechnungen, mit welchen Wassermengen wir in Zukunft rechnen müssen, damit wir Durchlässe und Brücken in der richtigen Größe bauen“, sagt Kretzschmar. Planungsarbeiten, die für die Rote Weißeritz und den Pöbelbach 2002 gelaufen sind, fehlen für die kleinen Seitenläufe. Daher wird es noch dauern, ehe die Arbeiten zur Wiederherstellung mit vollem Schwung beginnen.

„Soweit sind wir erst nächstes Jahr, und es wird sich auf jeden Fall bis 2015 hinziehen“, sagt der Bürgermeister. Teilweise wird ja auch der Bachlauf verändert. Denn ein Ziel dieser Bauarbeiten ist, den Zustand des Bachs zu verbessern, sodass er einem künftigen Hochwasser standhalten kann. Dafür sind Genehmigungen erforderlich, die auch immer ihre Zeit benötigen.

Die dringendsten Arbeiten laufen aber schon. So hat die Gemeinde den Damm für den Herrenweg schon wiederherstellen lassen. Das ist eine Umgehung für Naundorf. So können die Lkw, die zur ehemaligen Gisag-Halde unterwegs sind, wieder am Ort vorbeifahren und müssen nicht mehr mittendurch.

Die Schäden am Ochsenbach sind in erster Linie auf das Hagelunwetter am zweiten Juni-Wochenende zurückzuführen. Damals ist ein lokal begrenztes Gewitter sehr langsam durch das Osterzgebirge gezogen und hat einen Streifen von wenigen Kilometer Breite verheert. Mit am heftigsten getroffen hat es den Raum Sadisdorf-Reichstädt.

Neben dem Ochsenbach ist der Pöbelbach ein Schwerpunkt der Wiederaufbauarbeiten in Schmiedeberg. Hier sind Arbeiten für rund 1,9 Millionen vorgesehen, die sich aber auf eine deutlich längere Strecke verteilen. Die Wiederaufbauarbeiten sind auf rund acht Kilometern zwischen der Mündung in Schmiedeberg und der Wahlsmühle geplant. Am Pöbelbach hat das allgemeine Hochwasser, das am ersten Juni-Wochenende niedergegangen ist, die meisten Schäden angerichtet. Hier fällt die Planung leichter, weil das Gewässer schon nach der Augustflut 2002 von Fachleuten untersucht wurde.

An anderen Gewässern im Gemeindegebiet geht es jetzt darum, sie vor dem Schnee so weit in Ordnung zu bringen, dass sie auch einem Winterhochwasser standhalten. So hat die Gemeinde schon verschiedene Teiche und Rückhaltebecken ausräumen und die Absperranlagen wieder in Ordnung bringen lassen. So ist das Rückhaltebecken oberhalb von Dönschten wieder hergerichtet worden.

Insgesamt hat die Gemeinde 70 verschiedene Baumaßnahmen in ihrem Wiederaufbauplan stehen. Sie wurden alle vom Landratsamt und der Landesdirektion bestätigt.

Insgesamt geht es dabei um Bauaufträge für 15,6 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Ein Fünftel davon betrifft Straßen, für die das Landesamt für Straßenbau und Verkehr zuständig ist und vier Fünftel davon betreffen kleinere Gewässer, die in Verantwortung der Gemeinde liegen.