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Der nächtliche Kreuzweg – ein Erlebnis der Sinne

An sieben Stationen wurde in der Nacht zu Karfreitag an den Leidensweg Jesu erinnert. Das bot großartige Eindrücke.

Von Bernd Goldammer

Der Ökumenische Kreuzweg führte am Abend des Gründonnerstages die ganze Wachauer Kirchgemeinde zusammen. „Jener Mensch Gott“ lautete das Motto des Jahres 2014. In der Wachauer Dorfkirche wurde die Altarfläche zur Theaterbühne. Im Mittelpunkt des Stückes standen das Leben und Sterben des Jesus von Nazareth. Gespielt wurde die biblische Überlieferung von den diesjährigen Konfirmanden des Radeberger Kirchspieles. Deren engagierte Spielweise zeigte, dass dieses Stück für sie zum Höhepunkt des Konfirmationsjahres gehört. Der Beifall war groß, und das Gemeinschaftsgefühl von Darstellern und Zuschauern erfuhr in diesen Minuten bedeutsame Eindrücke und Erlebnisse.

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Darum ging es an diesem Abend und in der darauffolgenden Nacht. Denn als die Sonne tiefrot über dem Seifersdorfer Tal untergegangen war, machten sich etwa fünfzig Jugendliche mit ihren Begleitern auf den Weg. Gemeinsam trugen sie ein menschengroßes Kreuz und wanderten von einem Gotteshaus des Radeberger Kirchspieles zum anderen. Der Kreuzweg soll an den sieben Stationen dieser Nacht an das Leiden Jesu erinnern. Gedacht ist dieses Gedenken als Weg der Stille und Besinnung, gelebt wird diese Nacht aber als Erfahrung einer aktiven jugendlichen Glaubensgemeinschaft. Handys spielten hier also eine untergeordnete Rolle. Vielfältige Gespräche kamen in Gang. Der Blick wurde frei für das einzigartige Schauspiel der nächtlichen Natur.

Die Seifersdorfer Kirche war die erste Station. Danach ging es zur Schönborner Kirche. Und der Weg dorthin führte durch das Seifersdorfer Tal. Auch im Gemeindehaus Liegau-Augustusbad warteten offene Türen auf die Nacht-Wanderer. Von dort aus trugen die Teilnehmer das Kreuz in die Radeberger Stadtkirche. Und an jeder Station waren Gesänge und Gebete zu hören, die Einblicke in das Gefühl des Moments gaben, als die Jünger beim Abendmahl am Gründonnerstag seltsame Andeutungen aus dem Munde Jesus hörten. Noch war das Unglaubliche unvorstellbar, wenige Stunden später brach es über sie herein. Jesus hatte sein bevorstehendes Leiden und Sterben klar vor Augen. Doch alles was geschah, ging über seinen Tod hinaus.

Als das Morgenrot über dem Radeberger Land die nächtliche Dunkelheit auflöste, wartete im Großerkmannsdorfer Gemeindehaus ein gut gedeckter Frühstückstisch. Das Wichtigste aber war: Viele Weggefährten dieser Nacht hatten gemeinsam durchgehalten. „Als der Mond über dem Seifersdorfer Tal aufzog, war das ein sehr beeindruckender Moment“, so Katharina und Pascal. Anderen gefiel der feuerrote Anbruch des Karfreitages. Alle waren geschafft. Die zurückliegende Nacht war ein vielfältiges Erlebnis der Sinne ...