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Der Neue im Gesundheitsamt

In die Mastener Straße 15, Haus A, Zimmer 004, ist Matthias Gröll eingezogen. Er ist Psychiatriekoordinator.

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Von Gabriele Gelbrich

„Meine erste Amtshandlung war ein intensives Aktenstudium“, berichtet der junge Diplom-Sozialpädagoge und neue Psychiatriekoordinator des Landkreises Döbeln über seine ersten Arbeitstage. Seit 1. August ist Matthias Gröll im Amt. „Und er musste auch gleich einen Fördermittelantrag bearbeiten“, ergänzt Amtsarzt Dr. Andreas Prokop schmunzelnd.

Nun hat sich Gröll sein Büro schon eingerichtet. Computer, Notizzettel, Telefonliste, Locher und Klammermax haben einen Platz auf dem Schreibtisch gefunden. Die wichtigsten Akten sind gesichtet. Auch Kontakt zu seiner Vorgängerin Ingrid Enzmann hat er bereits aufgenommen. Zwar prangt an seiner Tür noch ein namenloses Schild mit der Bezeichnung: „Psychiatriekoordinatorin“ – ein Relikt seiner Vorgängerin. Aber auch das wird vermutlich bald erneuert.

Erste Akten sind gesichtet

Matthias Gröll studierte in Dresden Sozialpädagogik. „Danach arbeitete ich acht Jahre lang im Jugendhilfebereich“, berichtet er. Sein Arbeitsgebiet war unter anderem die Beratung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen in einer Jugendhilfestation. In diesem Zusammenhang hatte er auch in vielen Fällen mit psychisch Kranken zu tun. Auch als Koordinator war seine Person gefragt.

„Unser neuer Psychatriekoordinator wird bis Jahresende vor allem mit der Verwaltungsarbeit beschäftigt sein“, erklärt der Amtsarzt. Der neue Mitarbeiter solle ihn aber auch zu entsprechenden Terminen begleiten, „damit er direkten Kontakt zu seinen Klienten aufnehmen kann“, so Prokop. Ab 2007 wird sich sein Arbeitsfeld zunehmend in Richtung Klientenbetreuung verlagern, so der Amtsleiter. Gröll selber erklärt, dass er an die Qualität der Arbeit seiner Vorgängerin anknüpfen wolle. Wie Enzmann werde auch er weiter daran arbeiten, dass die nach wie vor bestehenden Vorurteile psychisch Kranken gebenüber abgebaut werden, und dass das Selbstbewusstsein der Betroffenen gestärkt wird. Ein weiteres wichtiges Ziel seiner Arbeit ist: „Unsere Klienten sind meist nur in Teilen ihres Lebens eingeschränkt. Wir wollen mit unserer Arbeit deren bestehende Ressourcen erhalten und auch fördern.“

Will an Bewährtem anknüpfen

Neben der Arbeit mit den Klienten steht auch die Kooperation mit den verschiedenen Trägern im Landkreis auf der Agenda des neuen Mitarbeiters, ebenso die Beantragung und Verteilung von Geldern. „In Zeiten knapper Kassen geht es vor allem um die Bewahrung von Bestandsinteressen“, schildert der Sozialpädagoge die derzeit schwierige Finanzsituation.

Übrigens wird Matthias Gröll nicht nur arbeitsmäßig sondern auch privat im Landkreis sesshaft: „Ich ziehe mit meiner Frau nach Waldheim.“ In seinem neuen Grundstück wird er einen Teil seiner Freizeit mit Haus- und Gartenpflege verbringen. „Dieses Freizeitvergnügen ist neu für mich“, erklärt er. Bisher sei er nach der Arbeit vor allem gern Rad gefahren oder habe sich beim Fitnesstraining abgerackert.