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Der Philosoph, der für die Freiheit starb

Jan Patočka war Sprecher der Charta 77. Eine Leipziger Ausstellung erinnert daran, was "Gesinnungsdiktatur" in Wahrheit bedeutet.

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Jan Patočka (1907-1977)
Jan Patočka (1907-1977) © AKG Images

Von Pauline Reinhardt, Leipzig

Über dem St.-Margarethen-Friedhof im Stadtteil Břevnov in Prag kreist ein Hubschrauber. Sein Lärm übertönt die Trauerzeremonie und die Ansprachen am offenen Grab. Trotzdem versammeln sich an diesem 16. März 1977 etwa Tausend Menschen auf dem Friedhof. Sie nehmen in Kauf, dass ihre Ausweise kontrolliert und ihre Gesichter gefilmt werden - von Mitgliedern der Staatssicherheit, die sich mit ihren Kameras zwischen den Gräbern positionieren. Die Trauergäste sind gekommen, um sich von Jan Patočka zu verabschieden. Der Philosoph starb am 13. März im Alter von 69 Jahren: Schlaganfall. Nach einem zehnstündigen Verhör hatte er einen Schwächeanfall erlitten und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Selbst dort besuchte ihn die Staatssicherheit noch, wollte den kranken Mann weiter befragen. So ging er als tragischer Held der Charta 77 in die Geschichte ein.

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