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Meißen

Der Rodigtturm steht

Nur noch wenige Arbeiten, dann ist das Nossener Bauwerk fertig. Eine Attraktion für Kinder ist geplant.

Nossen hat ein neues Wahrzeichen. Auf dem Rodigt-Berg ist jetzt ein Aussichtsturm errichtet worden.
Nossen hat ein neues Wahrzeichen. Auf dem Rodigt-Berg ist jetzt ein Aussichtsturm errichtet worden. © Uta Büttner

Nossen. Nun, nach Jahren, ist er bald fertig. Der Rodigtturm in Nossen. Auf der höchsten Erhebung Nossens, dem Rodigt mit 303 Metern, wird er Einheimischen und Touristen einen einmaligen Blick über die Stadt und die Umgebung bieten.

Gerade wird der vorletzte Treppenlauf mit dem Kran hochgehoben und anschließend angeschraubt. Als letztes wird noch in dieser Woche die Aussichtsplattform in einer Höhe von 24,30 Metern montiert. Sie liegt am Fuße des Turmes schon bereit. Dann werden Kran und Hebebühne nicht mehr benötigt.

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Restarbeiten am und um den Turm sind nur noch nötig. „Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Turm zu Ostern fertig sein“, sagt Carmen Israel vom Bauamt Nossen. Die Einweihung ist eigentlich am Samstag, 25. April, um elf Uhr geplant, „wenn Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht“, sagte Bürgermeister Uwe Anke (parteilos) in der Februar-Stadtratssitzung.

Wie ein Baum in der Waldlandschaft

Wie ein Baum soll sich der Turm in die Waldlandschaft einschmiegen. So die Idee des Architekten. Deshalb verjüngt sich die ockerbraune Tragwerkskonstruktion – die einen Stamm symbolisieren soll - nach oben. Die Aussichtsplattform, über 135 Stufen erreichbar, stellt die Baumkrone dar. Treppen und Zwischenpodeste werden von Verstrebungen - den „Ästen“ - gehalten. Insgesamt gibt es 15 Ebenen.

Noch sind die Geländer offen. Dort werden Aluminiumbleche eingefügt, die mit ausgelaserten Walnussblättern verziert werden, wie Carmen Israel verrät. Gewählt wurde das Muster, weil diese Blätter auch im Nossener Wappen dargestellt sind, erklärt sie. Anschließend werden die Bleche mit sechs verschiedenen Grüntönen angestrichen, am Turmaufstieg dunkel beginnend.

Der Nossener Torsten Gerstmann hat gemeinsam mit Lutz Claußner schon einmal mit einer Drohne einen Vorgeschmack auf die Aussicht verschafft. Das Video ist im Internet zu finden. Der Blick über die Stadt, auf das Tal der Freiberger Mulde und den Kronberg bis zur Radewitzer Höhe ist fantastisch. Wann genau der Ausblick real genossen werden kann, ist aufgrund der Corona-Krise noch unklar. „Derzeit laufen Überlegungen, wie und wann der Turm eröffnet und eingeweiht wird“, sagt Carmen Israel.

Der Rodigtturm ist ein Bestandteil des geförderten Wanderwegekonzeptes. „Der Turm ist zwar das Highlight, aber allein für ihn hätte es gar keine Förderung gegeben“, betont die Bauamts-Mitarbeiterin. Bei allen Diskussionen um den Turmbau ist immer ein wenig untergegangen, was noch alles entsteht. So enden drei Wanderwege in einem Lehrpfad, der schließlich zum Turm führt. 

Im Zuge dessen werden Tafeln aufgestellt. Eine am Jahn-Denkmal, zwei Tafeln, auf denen Informationen zum Wald und dessen Lebewesen zu finden sind und auf einer Tafel ist die Geschichte des Turmes beschrieben. So gab es einst einen Rodigtturm. Das auch als Wahrzeichen von Nossen genannte Bauwerk wurde 1884 gebaut. Die Höhe betrug allerdings nur 14,60 Meter. 2008 musste der Turm wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Zudem entstehen etwa 500 Meter vom Turm entfernt fünf Parkplätze. Auch ein Tümpel mit einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern wurde angelegt. Er hat zwar zwei Zuläufe, wird aber trotzdem nicht ständig Wasser haben. Und es wurden 344 Pflanzen unterschiedlicher Höhe rund um den Wald gesetzt.

Murmelbahn geplant

Alle Maßnahmen einschließlich nötiger Abbrucharbeiten ergeben eine Bausumme in Höhe von 720.000 Euro, 80 Prozent Förderung wurden beantragt. Durch Spenden konnten die Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden. Alle Unterstützer werden an unterschiedlichen Stellen des Turmes verewigt. Zudem wird am Treppenaufgang aber noch eine Spendenbox aufgestellt.

Als eine weitere Attraktion für den Rodigtturm denkt die Stadt über eine Murmelbahn nach, die von ganz oben nach unten führen soll, verrät Carmen Israel. Wie diese Idee umgesetzt werden kann, ist noch unklar. Derzeit wird an einen Plexiglasschlauch gedacht, der sich um die Tragwerkskonstruktion schlängelt. „Wir wollen es gern umsetzen, müssen es vorher aber auch ausprobieren.“

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Ob die Eröffnungsfeier pünktlich stattfinden kann, ist aufgrund der Corona-Situation noch unklar. Wann Besucher den Turm besteigen dürfen, weiß Carmen Israel also auch noch nicht. Deshalb sagt sie: „Solange der Bauzaun steht, ist er noch geschlossen.“

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