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Der Schüler mit den verschmitzten Augen

Pirnas Oberbürgermeister feiert heute seinen 60. Geburtstag. Freunde und Lehrer erinnern sich an den jungen Peter.

Von Maria Trixa

Blitzende, listige Augen hatte der Schüler Klaus-Peter Hanke. Daran erinnert sich seine ehemalige Russischlehrerin Eva Liebscher auch nach über 40 Jahren noch genau. „Ich dachte immer, na, was heckt er jetzt wieder aus“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. Aber Musterschüler mochte sie sowieso nie. Und Hankes einstiger Klassenkamerad, Ulrich Karsch, bestätigt, dass sein Freund ganz und gar kein Streber war. „Er war vielleicht kein besonders guter Schüler, doch er hat immer getan, was notwendig war, um mitzukommen.“ Nur mit der russischen Sprache tat sich der spätere Oberbürgermeister wie viele seiner Mitschüler schwer. „Die Naturwissenschaften lagen ihm eher“, sagt Ulrich Karsch.

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© Daniel Förster
Lebensfroh war Klaus-Peter Hanke schon als junger Bursche. Sein Schulfreund Ulrich Karsch knipste das Foto des damals 18-Jährigen mit der Zigarette in der Hand und seinen Freunden auf einer Klassenfahrt von 1971 in Weimar. Auch nach über 40 Jahren hält di
Lebensfroh war Klaus-Peter Hanke schon als junger Bursche. Sein Schulfreund Ulrich Karsch knipste das Foto des damals 18-Jährigen mit der Zigarette in der Hand und seinen Freunden auf einer Klassenfahrt von 1971 in Weimar. Auch nach über 40 Jahren hält di

Es scheint dann auch nicht verwunderlich, dass Eva Liebscher dem etwa 16-jährigen Klaus-Peter Hanke wegen einer Unterschrift hinterherjagte. „Er tat dann immer ganz verschmitzt und gab vor, das Blatt zu Hause vergessen zu haben.“ Irgendwann hat es der jungen Lehrerin gereicht. Sie nahm ihm die Tasche weg und entleerte den Inhalt – sehr zur Belustigung der gesamten Klasse – auf der Schulbank. Darunter fand sie, wie geahnt, das leere, nicht unterschriebene Blatt. „Da habe ich ihm gedroht: Entweder du lässt das Blatt unterschreiben oder ich statte deinen Eltern einen Hausbesuch ab“, sagt sie. Am nächsten Tag hatte sie die Unterschrift. „Wir hatten einen guten Draht zueinander“.

„Er war eben kein Duckmäuser“, erzählt Schulfreund Ulrich Karsch, „sondern aufgeschlossen und selbstsicher.“ Auch für Späße war er immer zu haben. Die Klasse 2 des Abiturientenjahrgangs von 1972 unternahm viel gemeinsam. Nach der Unterrichtszeit beteiligten sich Klaus-Peter Hanke und Ulrich Karsch an der Organisation von Faschingsfeiern und Schultanzabenden. Nach langen Wanderungen in der Natur und anderen Ausflügen ließ die Klasse häufig den Tag gemeinsam ausklingen. Da wurde zu selbst aufgelegter Musik bis in die Nacht hinein getanzt. „Peter war immer einer der Letzten, der sich verkrümelt hat“, sagt sein Schulfreund.

Organisiert hat die Schulausflüge ihr Klassenlehrer an der Fetscher-Oberschule. Der heute 78-Jährige erinnert sich noch gut an einen Zeltausflug bei Potsdam. „Ich habe ihm aufgetragen, am nächsten Morgen den Platz zu kehren.“ Daraufhin ergriff der Schüler den Besen mit den Worten: „Das kann ich heute machen.“ Mit Einschleimerei habe das nichts zu tun gehabt. „Der Peter hat eben zugepackt“, sagt der Klassenlehrer. „Da kam einer mit einem frisch gefangenen Fisch und konnte nichts damit anstellen. Peter wusste was mit dem Fisch anzufangen.“

Zum Zusammenhalt der Klasse habe Klaus-Peter Hanke beigetragen. „Er war nie auf Krawall gebürstet, eher eine ausgleichende Persönlichkeit“, sagt sein ehemaliger Mitschüler Johann Lambert. Dass Peter Hanke mal in die Politik geht, hätte Johann Lambert sich damals nicht vorstellen können. „Aber das waren auch noch andere Zeiten“, fügt er hinzu. Es waren Zeiten, in denen es schon den Unmut der Lehrer erregte, wenn Klaus-Peter Hanke und seine Freunde ihr FDJ-Hemd mit einer West-Jeans kombinierten.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!