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Der Silberschatz aus der Steppe

Den Schmuck der Turkmenen zeigt das Völkerkundemuseum in Herrnhut. Ob er der schönste ist, entscheiden die Besucher.

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Er soll ja der schönste Schmuck auf der Welt sein – die Juweliererzeugnisse der Turkmenenstämme. Zumindest behauptet das der Wiener Ethnologe Alfred Janata. Ob er recht hat, das kann der Besucher des Völkerkundemuseums jetzt selbst überprüfen – in einer neuen Sonderausstellung. Sie zeigt die Silberschätze aus den Steppen Mittelasiens, wo heute etwa 4,3 Millionen Turkmenen leben.

Die Schmuckstücke stammen aus der Privatsammlung von Alfred Janata. Er kaufte den Schmuck den Turkmenen ab. Dieser dient den Einheimischen als eine Art Wertanlage der Familie, auf die man in Notzeiten zurückgreifen konnte. Dürreperioden in den 1970er Jahren, der Krieg in Afghanistan und zunehmender Einfluss russischer und westlicher Lebensweise führten in jener Zeit zum Verkauf alter Schmuckstücke aus Familienbesitz. Viele Käufer und Sammler sind sich bewusst, dass sie mit deren Erwerb nicht nur zu Besitzern, sondern auch zu Bewahrern dieser Kulturzeugnisse für künftige Generationen geworden sind. Darauf verweist das Völkerkundemuseum.

Turkmenischer Schmuck ist nicht nur Ausdruck von Schönheitssinn und Pracht, sondern auch Statussymbol und Merkmal für das Alter seiner Trägerin. Er befriedigt nicht nur das Schmuckbedürfnis und die Eitelkeit der jeweiligen Frau. Er ist gleichzeitig Kennzeichen ihrer sozialen und ethnischen Zugehörigkeit und der Beziehung der Menschen innerhalb der Gruppe.

Bis zum 16. Oktober werden die Schmuckstücke der Turkmenen im Völkerkundemuseum gezeigt. (SZ/sg)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an allen Feiertagen von 9 bis 17 Uhr.