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Der Stadt-Geburtstagsmacher

Von der Elbe über die Röder an die Weißeritz: Ein Dresdner organisierte Radebergs Jubiläum. Jetzt kommt er nach Freital.

Thoralf Gorek ist neuer Projektmanager für „100 Jahre Freital“.
Thoralf Gorek ist neuer Projektmanager für „100 Jahre Freital“. © Karl-Ludwig Oberthuer

Nach fünf Tagen ist er schon mittendrin. Er spricht von „wir“, wenn die Freitaler gemeint sind, fühlt sich offenbar schon ganz dazugehörig und kennt sich mit und in der Stadt recht ordentlich aus.

Thoralf Gorek ist 45 Jahre alt, in Dresden geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wohnt auch jetzt noch in der Landeshauptstadt und hat dort 15 Jahre lang für Zastrow+Zastrow in einer Marketing-Agentur gearbeitet. Zuletzt führte ihn sein Weg nach Radeberg, wo er die 800-Jahrfeier der Stadt maßgeblich mit gemanagt hat. Und jetzt also Freital.

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„Ich bin angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, in Freital das Festjahr 2021 mitzuorganisieren“, sagt Gorek. Seine Arbeit in Radeberg hat er ganz offensichtlich gut gemacht, denn so eine Empfehlung kommt ja nicht zufällig. Und ja, er kann es sich vorstellen. Sehr gut sogar. Die ersten fünf Tage hat er jetzt hinter sich.

Der Vater von drei Kindern fährt nun jeden Morgen aus dem Dresdner Hechtviertel nach Freital. „Mit der S-Bahn geht das erstaunlich gut und schnell.“ 20 Minuten brauche er im besten Fall. Bei gutem Wetter nimmt er auch gern mal das Rad. Dann dauert es zwar etwas länger, aber als sportlicher Mensch freut er sich über die Bewegung an der frischen Luft. „Als Jugendlicher wollte ich auf die Sportschule“, erzählt er. „Ich habe Judo trainiert.“ Offenbar sehr gut. Doch ein Kreuzbandriss im Wendejahr machte seine Pläne zunichte. „Den Platz an der Schule hatte ich schon sicher, doch die Verletzung ließ es nicht zu.“ Seinen Weg ins Leben hat er trotzdem gefunden.

An der Wirtschaftsakademie studierte Gorek Betriebswirtschaft und legte später noch eine Qualifikation zum PR-Manager oben drauf. „Nach 15 Jahren in der Agentur wollte ich dann aber doch mal etwas Neues ausprobieren.“ Er bewarb sich in Radeberg und wurde dort prompt zum Stadtgeburtstagsmanager. In Freital kann er jetzt aus noch mehr Erfahrung schöpfen.

„Im Unterschied zu meinem Start in Radeberg ist hier in Freital schon sehr viel in Richtung des Jubiläums angeschoben worden“, sagt er. Ein lebendiger Prozess, in den auch die Freitaler eingebunden seien. Es liegt eine Ideensammlung auf seinem Tisch, was alles im Festjahr 2021 gemacht werden könnte. „Tolle Sachen, von denen möglichst viele umgesetzt werden sollen.“ Dabei will er helfen. Vernetzen, organisieren, Förderungsmöglichkeiten aufzeigen, Mitarbeiter zur Verfügung stellen – „Manpower“, sagt Gorek.

Manche der Ideen sind sogar schon mitten in der Umsetzung. Das Umweltzentrum beispielsweise hat sich vorgenommen, 100 Bäume zum 100. zu pflanzen. Etwa ein Drittel davon steht schon. Jetzt im November ist wieder Pflanzzeit. Da braucht es sicher noch Unterstützung, aber der Manager Gorek ist an der Stelle weniger gefragt.

Freital nach vorne bringen

Vielmehr gilt es jetzt erst einmal in den sogenannten Koordinierungsrunden der Stadtverwaltung präsent zu sein, sich bekannt zu machen, zu erfahren wo es gut läuft, vor allem aber, wo es noch klemmt. Dasselbe gilt für die vielen Freitaler, die ihre Mitarbeit in der einen oder anderen Weise ehrenamtlich angeboten haben. Wo denen der Schuh drückt, fragt Gorek, um herauszufinden, wo seine Hilfe gebraucht wird. „Das kann ich nur vor Ort und im Gespräch erfahren“, sagt er und umreißt damit eine seiner Aufgaben, die er jetzt angehen wird. „Ich werde viel in Freital unterwegs sein.“ Das schaffe auch Vertrauen, man müsse auf die Leute persönlich zugehen, so Thoralf Gorek.

In der verbleibenden Zeit bis zum Jahresende will er einen ersten unverbindlichen Ablaufplan für das Festjahr aufstellen. Es gibt mit dem Tag der Sachsen einen großen Fixpunkt, um den herum sich alles aufbauen wird. An diesem Ablaufplan wird dann im nächsten Jahr geschliffen und gefeilt, bis es mit Neujahr 2021 endlich losgeht mit der 100-Jahrfeier. Goreks Ziel: „Wir wollen Freital nach vorne bringen.“ Da ist es wieder, das Wir.

Bis dahin sieht er eine arbeitsintensive Zeit vor sich. Sein Vertrag läuft bis Ende 2022 und wird zu 90 Prozent gefördert durch „Leader“, einem Programm der Europäischen Union. Das Jahr nach dem Jubiläum soll genutzt werden, um die vielen Projekte, Kontakte, Vernetzungen und Verflechtungen, die entstanden sind, weiter zu pflegen und zu verstetigen. „Wir wollen ja, dass die 100-Jahrfeier Freital auch langfristig was bringt.“

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Und welche Stadt hat als nächste einen Geburtstag zu organisieren? Gorek lacht: „Keine Ahnung, aber darüber denke ich jetzt ganz bestimmt nicht nach.“

Wie gut kennen Sie Freital, Herr Gorek?

Was fällt Ihnen spontan ein …

zum Windberg?

Tolles Denkmal.

zum Hains?

Sportliche Aktivitäten.

zum Sächsischen Wolf?

Lebt im Wald. Nein, ehrlich, ich weiß es nicht. (Ehem. Gaststätte Ecke Dresdner/ Poisentalstraße, 2010 abgerissen.)

zur Dresdner Straße?

Hat mich früher öfter zum BC geführt. Wir sind da zum Feiern hingefahren.

zu Bombastus?

Leckerer Tee.

zu Werners?

Leckere Klöße.

zu 2002?

Hochwasser.

zu 1971?

50 Jahre Freital.

zur Lederfabrik?

Wurde gerade abgerissen. Die Fläche wird neu bebaut.

zum Stahlwerk?

(Überlegt.) Wie der Stahl gehärtet wurde. Meine POS in Dresden hatte den Namen des Schriftstellers Nikolai Ostrowski. Hat aber mit dem Stahlwerk hier nichts zu tun.

zur Porzelline?

Als ich noch bei Zastrow+Zastrow gearbeitet habe, haben wir für die Neustrukturierung des Striezelmarktes den Dresdner Tourismuspreis gewonnen. Die Trophäe wurde in der Porzelline gefertigt.

zum Weißeritzpark?

Erholung, Ausflug. (Fast – gemeint ist natürlich der Einkaufspark.)

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