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Was statt Windbergfest geplant ist

Das große Stadtfest hat Freital abgesagt. Doch es wird einen Ersatz geben. Nicht so groß, keine Fahrgeschäfte und doch fürs Herz.

Das Windbergfest in dieser Form und Größe mit Fahrgeschäften und Gedränge wird es 2020 nicht geben.
Das Windbergfest in dieser Form und Größe mit Fahrgeschäften und Gedränge wird es 2020 nicht geben. © Archiv/Frank Baldauf

Das hat es in den letzten 20 Jahren nicht gegeben: Freital ohne Windbergfest. Auch 2002, als Mitte August die Jahrhundertflut der Weißeritz so viel Schaden angerichtet hatte, das eigentlich niemandem nach Feiern zumute war, rauften sich die Freitaler zusammen unter dem Motto "Freital sagt danke". Doch 2020 ist alles anders. Die Stadt Freital hat entschieden, dass unter den Bedingungen, wie sie durch die Corona-Beschränkungen vorgegeben sind, kein Volksfest gefeiert werden kann - nicht in der Form und Größe. Doch kaum ist die Entscheidung öffentlich, werden auch Alternativen bekannt.

Die RuV Freital/Pirna GmbH, die auch die Sächsische Zeitung herausgibt, will gemeinsam mit den Technischen Werken Freital (TWF) vom 11. bis zum 13. September, an eben jenem Wochenende, an dem das Windbergfest traditionell stattfindet, für Unterhaltung sorgen. Auch "Oskarshausen" hat schon Pläne gemacht, sich daran zu beteiligen.

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"Wir müssen sehen, was sich sinnvoll und wirtschaftlich umsetzen lässt", sagt Jörg Schneider, Geschäftsführer der TWF. "Aber wir wollen unbedingt etwas anbieten. Wir merken ja, wie viele Leute das nach der langen Veranstaltungspause jetzt unbedingt wollen." Genau das lässt sich auch bei Facebook beobachten. Die Kommentarspalten unter dem Beitrag über die Absage des Windbergfestes füllten sich schnell. 

Die Nutzer drückten ihr Bedauern aus, manche auch in deftigen Worten. Und auch wenn die meisten Freitaler Verständnis äußern, so sind sie doch enttäuscht und wünschen sich Abwechslung im Corona-Alltag. "Die Stadt hatte ja schon einiges geplant und organisiert", sagt Jörg Seidel, Geschäftsführer der RuV Freital/Pirna. "Wir versuchen jetzt, den Vertrag mit der Band Feuerherz zu übernehmen." 

Feuerherz sind eine Boygroup die mit "Verdammt guter Tag" bekannt wurden. Sie sollen im September in Freital auftreten.
Feuerherz sind eine Boygroup die mit "Verdammt guter Tag" bekannt wurden. Sie sollen im September in Freital auftreten. © Steffen Unger

Feuerherz sind vier Jungs, die 2015 mit ihrem Hit "Verdammt guter Tag" bekannt geworden sind. Sie wurden von Florian Silbereisen und Super RTL groß gemacht. Inzwischen jedoch haben sie die Auflösung ihrer Band zum Jahresende bekannt gegeben. Sollte es gelingen, den von der Stadt schon geschlossenen Vertrag für Freital zu erfüllen, wäre es vielleicht sogar das letzte Konzert der Boygroup überhaupt.

Der Festplatz an der Burgker Straße soll dafür die Arena bieten. Eine überdachte Bühne wird es geben, ansonsten aber ist das Konzert als Open-Air-Veranstaltung angelegt. "Wir arbeiten noch an einem entsprechenden Hygienekonzept", sagt Schneider. Auf jeden Fall werde es natürlich eine Einlasskontrolle geben, die sogenannte Nachverfolgung der Gäste muss geregelt sein, falls hinterher ein Corona-Fall bekannt wird.

Dieses Konzert wird voraussichtlich am 11. September stattfinden, hundertprozentig fest steht das aber noch nicht. Genauso soll auch am Sonnabend, dem 12. September, am Abend auf dem Festplatz ein Konzert über die Bühne gehen. "Wir müssen sehen, wen wir dafür noch gewinnen können", sagt Schneider. Und Jörg Seidel ergänzt: "Es wird auch am Sonntag noch Programm geben." Man wolle am Spätnachmittag Künstlern aus der Region die Chance für einen Auftritt geben. Einige sehr bekannte seien schon angefragt worden, aber noch ist nichts spruchreif.

"Klar ist aber auch", so Seidel, "dass es keine Fahrgeschäfte oder Ähnliches geben wird." Es werde eine stationäre Veranstaltung auf dem Festplatz sein, für die Karten verkauft werden. "Einige Buden, die Essen und Getränke anbieten, werden selbstverständlich auch da sein."

Ballonglühen lebt wieder auf

Zudem hat das "Oskarshausen" angekündigt, eine der großen Traditionen des Freitaler Windbergfestes aufleben zu lassen: das Ballonglühen. Am 11. September könnte es auf dem Parkdeck des alten Real-Marktes an der Burgker Straße stattfinden, da wo Oskarshausen inzwischen seine Heimat hat. Im Anschluss daran soll eine Lasershow folgen. 

Man orientiere sich an einigen guten Beispielen, die vormachen, wie große Veranstaltungen in Zeiten von Corona machbar seien, sagt Jörg Seidel. "Ich denke da an die Filmnächte in Dresden oder auch an Veranstaltungen in der Jungen Garde." Wahrscheinlich werde die Burgker Straße an dem Wochenende dafür gesperrt werden, so dass man Bereiche zum Parken hat genauso wie für Zaungäste, die sich das Ballonglühen eher aus der Ferne ansehen wollten, oder dem Konzert in Hörweite folgen wollen.

So bleibt also auch 2020 nicht ohne Fest für die Freitaler, wenn auch kleiner und nicht ganz kostenlos. Irgendwie findet es aber damit auch wieder ein bisschen zurück zum Ursprung - nicht so groß, nicht so viel, nicht so laut und doch sympathisch. 

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