merken
PLUS

Die Debag blickt nach China

Die beiden vergangenen Geschäftsjahre verliefen für den Bautzener Backofenhersteller sehr gut. Jetzt nimmt er neue Märkte ins Visier.

© Uwe Soeder

Von Stefan Schramm

Stück für Stück werden sie montiert, die Backöfen. Metallisch glänzend, zwei Meter hoch und schön aufgereiht stehen sie nebeneinander. „Das ist eine unserer Fertigungsstraßen“, erklärt Jost Straube, Geschäftsführer des Bautzener Backofenbauers Debag. Und auf dieser Straße herrscht ordentlich Betrieb. Denn bei der Debag floriert seit Jahren das Geschäft.

Anzeige
Wundermittel Bewegung
Wundermittel Bewegung

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bewegen und dabei sparen. Um mehr zu erfahren klicken Sie hier:

„Für uns lief 2012 schon optimal, doch 2013 haben wir noch einen draufgesetzt“, freut sich Straube über das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Das Umsatzplus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr spricht für sich, auch davor verzeichnete das Unternehmen zweistellige Zuwächse. Mittlerweile gehört es zu den führenden deutschen Anbietern und Lieferanten von Backöfen. Allein 2013 verließen 6500 Ladenbacköfen das Werk an der Dresdner Straße in Stiebitz. Die wichtigsten Abnehmer sind Handelsketten wie Aldi, Lidl und Netto, die darin die schon vorgebackenen Brötchen für ihre Kunden noch mal aufbacken. „Das hat sich zu unserem Hauptprodukt entwickelt“, so Straube. Etwa 10 000 bis 17 000 Euro beträgt dafür die Preisspanne pro Stück.

Daneben stellt das Unternehmen in Bautzen aber nach wie vor auch die klassischen Handwerksbacköfen für Bäcker her, darunter Etagen- und fahrbare Öfen. Sie kosten das Doppelte bis das Dreifache, allerdings ist ihr Stückzahlabsatz leicht zurückgegangen. „Das kompensieren wir dadurch, dass wir seit zehn Jahren auch Kälte- und Gärtechnik anbieten“, beruhigt Straube. Die Debag stattet also ganze Backstuben aus und liefert Geräte zum Frosten, Gären und Kühlen des Teigs. Der Vorteil für den Bäcker liegt auf der Hand: Er hat für technische Belange nur noch einen Ansprechpartner, seine Arbeitsprozesskette ist besser aufeinander abgestimmt und er arbeitet effektiver – statt um 2 Uhr muss er nun um 4 Uhr aufstehen, um gegen 6 Uhr fertige Brötchen zu haben.

An einem zweiten Standort in Königsbrück produziert die Debag Großöfen. Dort ging 2012 zudem das Debag-Servicecenter in Betrieb. Rund 50 Mitarbeiter gibt es in der westlausitzischen Stadt, der Rest der mittlerweile 135 Beschäftigten arbeitet in Bautzen. Auch sechs Auszubildende gehören zur Belegschaft, die neben kaufmännischen Berufen Mechatroniker oder Konstruktionsmechaniker lernen.

Im Jahr 1992 war der vormalige VEB Backofenfabrik Bautzen mit der Münchner Firma Debag (Deutsche Backofenbaugesellschaft) verschmolzen, die im Jahr darauf ihren Sitz nach Stiebitz verlegte. „Im Süden Deutschlands warten wir jetzt noch 50 Jahre alte Debag-Öfen – die gute Qualität fällt uns heute auf die Füße“, sagt Straube mit einem Augenzwinkern. In den 1990er Jahren machte das Unternehmen dann allerdings schwere Zeiten durch, die Angestelltenzahl fiel auf unter 100. Nach einer Konsolidierungsphase geht es jedoch seit 2008 steil bergauf. Die beiden Firmenstandorte werden nun kontinuierlich ausgebaut. „In den vergangenen drei Jahren haben wir dafür jeweils höhere sechsstellige Beträge in die Hand genommen“, berichtet Jost Straube. Das nächste Projekt: Das Verwaltungsgebäude in Stiebitz wird aufgestockt. „Auch der Vertrieb braucht einen Schreibtisch“, begründet der Geschäftsführer.

Vielleicht auch ein paar mehr, denn der Fokus richtet sich auf den internationalen Markt, perspektivisch auch außerhalb Europas. Kommende Woche stellt Straube das Unternehmen auf einer Messe in Singapur vor, auch in Paris, Ungarn und Dubai war es präsent. „Für uns interessant sind Ost- und Südostasien, der arabische Raum und Südafrika“, sagt der 55-Jährige. Seit November unterhält die Debag eine Tochter in Moskau, die für Russland zuständig ist. Weitere Ableger gibt es im lothringischen Metz und im niederschlesischen Groß Wartenberg (Syców). „Unsere Großkunden, die wir europaweit beliefern, erwarten einfach, dass wir Logistik und Service vor Ort organisieren“, weiß Straube. Durch die Vergrößerung der Kundschaft will er auch ein Problem in den Griff kriegen: die starken Schwankungen der Auftragszahlen. Die sollen sich dann besser aufs Jahr verteilen.

Internet: www.debag.com